13. April – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Fortsetzung

Der Weg, der die Menschen zur Erkenntnis Gottvaters führt, ist Jesus Christus, das fleischgewordene Wort, das zu uns kommt in der Macht des Heiligen Geistes.

Wie ich in den vorangegangenen Katechesen betont habe, ist eine solche Erkenntnis echt und vollkommen, wenn sie sich nicht auf ein rein verstandesmäßiges Erfassen beschränkt, sondern in lebendiger Weise die ganze Person des Menschen mit einbezieht. Dieser schuldet dem Vater eine Glaubens- und Liebesantwort aus dem Bewußtsein, daß wir, noch bevor wir erkannt haben, von Ihm schon erkannt und geliebt worden sind (vgl. Gal 4,9; 1 Kor 13,12; 1 Joh 4,19). 

Fortsetzung folgt …

(Papst Johannes Paul II. am 14.04.1999)  

12. April – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Die religiöse Ausrichtung des Menschen entspringt seiner Geschöpflichkeit, die ihn zur Sehnsucht nach Gott drängt, von dem er geschaffen ist als sein Abbild, ihm ähnlich (vgl. Gen 1,26). Das II. Vatikanische Konzil lehrt: »Ein besonderer Wesenszug der Würde des Menschen liegt in seiner Berufung zur Gemeinschaft mit Gott. Zum Dialog mit Gott ist der Mensch schon von seinem Ursprung her aufgerufen: er existiert nämlich nur, weil er, von Gott aus Liebe geschaffen, immer aus Liebe erhalten wird; und er lebt nicht voll gemäß der Wahrheit, wenn er diese Liebe nicht frei anerkennt und sich seinem Schöpfer anheimgibt« (Gaudium et spes, 19). 

Fortsetzung folgt …

(Papst Johannes Paul II. am 14.04.1999)  

11. April – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Auch heute erschallt das freudige Halleluja des Osterfestes. Der heutige Abschnitt aus dem Johannesevangelium hebt hervor, dass der Auferstandene am Abend jenes Tages den Aposteln erschien und ihnen »seine Hände und seine Seite« (Joh 20,20) zeigte, das heißt die Zeichen seiner schmerzreichen Passion, die auch nach der Auferstehung unauslöschlich in seinen Leib eingeprägt waren. Jene glorreichen Wunden, die er acht Tage später den ungläubigen Thomas berühren ließ, offenbaren die Barmherzigkeit Gottes, der die Welt so sehr geliebt hat, »dass er seinen einzigen Sohn hingab« (Joh 3,16).

Dieses Geheimnis der Liebe steht im Mittelpunkt der heutigen Liturgie des Weißen Sonntags, an dem wir die Göttliche Barmherzigkeit verehren.

2. Die Menschheit scheint zuweilen verirrt und von der Macht des Bösen, des Egoismus und der Angst beherrscht zu sein. Ihr schenkt der auferstandene Herr seine Liebe, die vergibt, versöhnt und die Gedanken wieder der Hoffnung öffnet, eine Liebe, die die Herzen bekehrt und Frieden schenkt. Wie sehr hat es unsere Welt doch nötig, die Göttliche Barmherzigkeit zu verstehen und anzunehmen!

Herr, durch deinen Tod und deine Auferstehung offenbarst du die Liebe des Vaters. Wir glauben an dich und rufen dir heute erneut vertrauensvoll zu: Jesus, ich vertraue auf dich, hab Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt.

(Auszug der Worte, die Papst Johannes-Paul II. noch verfasst hatte zum Barmherzigkeitssonntag 2005)

10. April – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Weil die Taufe in Christus und in seinen Leib, die Kirche, eingliedert, ist sie auch ein wichtiger Anknüpfungspunkt für die Ökumene. Denn das gültig gespendete Sakrament macht alle Getauften, gleich welcher Konfession sie angehören, zu Brüdern und Schwestern im Herrn.

Fast zweitausend Jahre nach dem ersten Kommen Christi zeigen die Christen sich der Welt zwar nicht in der von Ihm gewünschten vollen Einheit. Aber wir dürfen Eines nicht vergessen: Was uns verbindet, ist sehr groß. Wir dürfen nicht nachlassen, auf allen Ebenen den Dialog über die Lehre fortzuführen, uns für die gegenseitige Zusammenarbeit zu öffnen und besonders die geistliche Ökumene des Gebetes und des Strebens nach Heiligkeit zu fördern.

(Papst Johannes Paul II. am 15. April 1998)

09. April – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Die heutige Audienz in der Osterwoche lädt dazu ein, die Taufe zu betrachten. Mit der Taufe wird der Mensch in das Geheimnis von Christi Tod und Auferstehung hineingenommen. Die Taufe ist wesentlich für die christliche Gemeinschaft. So beschreibt es bereits der Epheserbrief: „Ein Leib und ein Geist, wie euch durch eure Berufung auch eine gemeinsame Hoffnung gegeben ist; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist“ (Eph 4, 4-6).

(Papst Johannes Paul II. am 15. April 1998)

07. April – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

»Regina caeli laetare, alleluia!« An die Stelle des traditionellen Angelusgebets tritt in der Osterzeit der Gesang des »Regina Caeli«, der die Freude Marias über die Auferstehung ihres göttlichen Sohnes zum Ausdruck bringt. Maria wird auf diese Weise zum Modell der christlichen Gemeinschaft, die sich über die Auferstehung ihres Herrn als Quell wahren Glücks für alle Glaubenden freut. Der Auferstandene ist in der Tat Ursprung und Urgrund dieser geistigen Freude, die von nichts überschattet werden kann und darf. Die Liturgie der Osteroktav wiederholt dies ständig: Christus ist auferstanden, wie er gesagt hat. So verkünden wir es auch im Gebet des »Regina Caeli«, das in der Volksfrömmigkeit einen so wichtigen Platz einnimmt.

Im Bewusstsein dieses Heilsereignisses, das den Lauf der Geschichte verändert hat, schließt sich die Kirche jener Frau an, die das Leiden, den Tod und die Auferstehung Jesu aus nächster Nähe erlebte, und bittet sie um Unterstützung in ihrem Glauben: »Ora pro nobis Deum – Bitt Gott für uns.«

(Papst Johannes Paul II. am 12.04.2004)

06. April – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

»Regina caeli, laetare, Alleluia!« Die österliche Freude erfüllt ganz besonders Maria, die Mutter Christi, die die harten Prüfungen der Passion mit ihm geteilt hat. Maria lasse unseren Glauben an die Auferstehung des Herrn immer lebendiger werden. Sie schenke uns Orientierung, wenn wir gegenüber den Männern und Frauen des dritten Jahrtausends die frohe und grundlegende Botschaft des Osterfestes bezeugen.

(Papst Johannes Paul II. am 21.04.2003)

05. April – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Liebe Brüder und Schwestern, an diesem Ostermontag lädt die Liturgie uns ein, wieder die Worte des Engels zu hören, die auch uns von dem großen Ereignis dieses Tages berichten. Auf ihnen ruht die lebendige Mitte des Christentums. Sie bezeichnen das Geheimnis, das alles erklärt. Nach den Riten der Karwoche betrachten unsere Augen nun den auferstandenen Christus. Auch wir sind gerufen, ihm persönlich zu begegnen und seine Boten und Zeugen zu werden, wie es die Frauen und die Jünger waren.

»Er lebt, der Herr, meine Hoffnung«, wiederholen wir an diesem Tag und erbitten von ihm Mut zur Treue und Beharrlichkeit im Guten. Wir bitten ihn vor allem um den Frieden, das Geschenk, das er uns durch seinen Tod und seine Auferstehung erwarb. Wir bitten, daß das kostbare Geschenk des Friedens besonders unseren Brüdern und Schwestern im Kosovo zuteil werde, wo die Osterglocken nicht zum Fest geläutet haben und wo leider der Krieg mit Zerstörung, Deportation und Tod weitergeht.

3. Diese unsere besorgte Bitte vertrauen wir Maria an. O »Himmelskönigin«, die du dich freust: »Den du zu tragen würdig warst, er ist auferstanden.« Erbitte Trost und Beistand für die Flüchtlinge und alle, die aufgrund des Krieges leiden. Erbitte Frieden und Ruhe für die ganze Welt.

(Papst Johannes Paul II. am 05.04.1999)

04. April – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Der Ruf »Er lebt, der Herr, meine Hoffnung« (Sequenz von Ostern) hallt weiter nach in der heutigen Liturgie. Die geistliche Freude von Ostern hält somit an und verbreitet sich in der Kirche und in den Herzen der Gläubigen.

Die Auferstehung Christi stellt das umwälzendste Ereignis der Menschheitsgeschichte dar. Und dieses Ereignis hat allen neue Hoffnung gegeben: Hoffen heißt heute nicht mehr erwarten, dass etwas geschieht. Es bedeutet Gewissheit, dass etwas geschehen ist, denn »Christus ist von den Toten erstanden. Er stirbt nicht mehr«!

Zum ersten Mal wurden die Worte, die die Auferstehung verkündeten, von einem Engel am leeren Grab Christi ausgesprochen. Zu den Frauen, die sich nach dem Sabbat in der Morgendämmerung des ersten Tages an das Grab begeben hatten, sagte er: »Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden« (Mt 28,5). Und sie »eilten voll […] großer Freude« (Mt 28,8) zu den Jüngern, um ihnen die Worte zu wiederholen. Den verängstigten und entmutigten Jüngern bot die Nachricht des Himmelsboten, die durch die Erscheinungen des Auferstandenen noch deutlicher offenbar wurde, die Bestätigung dessen, was der Herr vorausgesagt hatte. Getröstet durch diese Gewissheit und erfüllt vom Heiligen Geist, werden sie nun auf den Straßen der Welt dahinziehen, um die frohe Osterbotschaft erschallen zu lassen.

(Papst Johannes Paul II. am 05.04.1999)