21. Juni

„Aus einem Brief an seine Mutter.

Vom Erbarmen des Herrn will ich ewig singen

Für immer erbitte ich für Euch, erlauchte Frau, die Gnade und den Trost des Heiligen Geistes. Als mir Euer Brief gebracht wurde, weilte ich noch in diesem Bereich des Todes. Jetzt aber gilt es, endlich einmal dem Himmel nahezukommen, um den ewigen Gott im Land der Lebendigen zu lieben. Neulich hoffte ich schon vor dieser Zeit den Weg vollenden zu dürfen. Wenn es Liebe ist, wie der heilige Paulus sagt, „sich mir den Fröhlichen zu freuen und mit den Weinenden zu weinen“1, dann müsst Ihr, erlauchte Frau Mutter, notwendig Freude daraus schöpfen, dass Gott aus Wohlwollen und Gnade gegen Euch mir die wahre Freude und Gewissheit gibt, dass ich nicht zu fürchten brauche, ihn jemals zu verlieren.“

(Auszug aus der Lesung der Lesehore am Gedenktag des hl. Aloisius von Gonzaga)

19. Juni

„Romuald verbrachte drei Jahre im Gebiet von Parenzo. Im ersten Jahr gründete er ein Kloster und setzte darin zusammen mit den Brüdern einen Abt ein; in den beiden andern Jahren lebte er dort als Einsiedler. Die Gnade Gottes führte ihn zu einem Höhepunkt der Vollkommenheit.
Oft wurde er von der Schau der Gottheit so fortgerissen, dass er sich gleichsam ganz in Tränen auflöste und in einer unsagbaren Glut der Gottesliebe ausrief: „Lieber Jesus, lieber! Mein süßer Honig, meine unsagbare Sehnsucht, du Süßigkeit der Heiligen, du Süße der Engel!“ und ähnliche Worte mehr.“

(Auszug aus der Lesung der Lesehore am Gedenktag des hl. Romuald)

18. Juni

Du lenkst unser Leben an jedem Tag;
– gib, dass wir dir heute die Ehre erweisen.

Steh uns bei, da wir die Arbeit dieses Tages auf uns nehmen;
– lenke unser Tun nach deinem Willen.

Laß unser Werk gelingen
– und mach es fruchtbar für unsere Brüder.

Sei mit allen, die uns heute begegnen;
– schenke ihnen deinen Frieden und deine Freude.

(Bitten der Laudes am Montag der 11. Woche im Jahreskreis)

15. Juni

„Eure guten Taten sollen allen Menschen bekannt werden“3, das heißt: euer heiliges Leben werde nicht nur vor Gott bekannt, sondern auch vor allen Menschen. Euer Leben soll allen, die auf Erden mit euch zusammenwohnen, ein Beispiel der Güte und der Mäßigung sein. Es diene einem guten Andenken vor Gott und den Menschen.“

(Auszug aus der Lesung der Lesehore am Freitag der 10. Woche im Jahreskreis)

13. Juni

„Wer vom Heiligen Geist erfüllt ist, redet in viele Sprachen. Die vielen Sprachen sind ein vielfältiges Zeugnis von Jesus Christus. Solche Sprachen sind: Demut, Armut, Geduld und Gehorsam. In ihnen reden wir, wenn wir sie anderen an uns sichtbar machen. Die Rede hat Leben, wenn die Taten sprechen. Ich bitte: Schluss mit den Worten, die Taten sollen sprechen! „

(Auszug aus der Lesung der Lesehore am Gedenktag des hl. Antonius von Padua)

12. Juni

In der Frühe des Tages gedenken wir deiner Auferstehung;
– laß uns den Tag beginnen in der Hoffnung auf dich.

Begleite unser Tagewerk mit deiner Gnade;
– laß gelingen, was wir heute tun.

Gib, dass alles, was heute geschieht, uns dir näher bringt;
– laß uns wachsen in der Liebe zu dir.

Laß uns heute deine Güte erfahren
– und hilf uns, den Menschen Gutes zu tun.

(Bitten der Laudes)