{"id":10467,"date":"2022-07-21T05:49:38","date_gmt":"2022-07-21T05:49:38","guid":{"rendered":"http:\/\/ecclesiae.de\/blog\/?page_id=10467"},"modified":"2022-07-21T05:49:38","modified_gmt":"2022-07-21T05:49:38","slug":"kreuzweg-von-plinio-correa-de-oliveira","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ecclesiae.de\/blog\/?page_id=10467","title":{"rendered":"Kreuzweg von Plinio Corr\u00eaa de Oliveira"},"content":{"rendered":"\n<p><br><br>Gebet<br>O schmerzhafte Mutter, in diesen Zeiten, in denen die gro\u00dfe Mehrheit der Menschen die Opfer flieht<br>obwohl diese zur vollkommenen Erf\u00fcllung der Gebote und Weisungen Deines g\u00f6ttlichen Sohnes unerl\u00e4\u00dflich sind,<br>erlange allen, die diesen Kreuzweg betrachten, die notwendige Kraft, ihr eigenes Kreuz bis hinauf auf Golgotha zu tragen.<br><br><a href=\"http:\/\/ecclesiaeveritas.net\/images\/Eins.jpg\"><\/a><br><br><strong>1. Station<\/strong><br>Jesus wird zum Tode verurteilt<br><br>V. Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich<br>A. Denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die ganze Welt erl\u00f6st.<br><br>Der Richter, der das ungeheuerlichste Verbrechen der Menschheitsgeschichte beging, wurde dazu nicht angetrieben durch das Auflodern einer st\u00fcrmischen Leidenschaft.<br>Es blendete ihn nicht ideologischer Ha\u00df, nicht Gier nach neuen Reicht\u00fcmern, nicht der Wunsch, einer Salome zu gefallen.<br>Es war die Furcht, seinen Posten zu verlieren, die ihn antrieb, den Unschuldigen zu verurteilen.<br>Die Furcht, den Eindruck zu erwecken, die Vorrechte des Kaisers nicht sorgf\u00e4ltig zu h\u00fcten; die Angst, politische Schwierigkeiten f\u00fcr sich selbst zu schaffen,<br>wenn er dem P\u00f6bel mi\u00dffallen w\u00fcrde; die instinktive Angst \u201eNein\u201c zu sagen, das Gegenteil zu tun, was verlangt wird, mit Haltungen und Meinungen aufzutreten, die dem Umfeld widersprechen.<br>O Herr, lange hast Du ihn angeschaut mit dem gleichen Blick, der im Nu die Bekehrung des Petrus erwirkte.<br>Ein Blick, in dem sich Deine h\u00f6chste moralische Vollkommenheit widerspiegelte, Deine unendliche Unschuld. Und dennoch, er hat Dich verurteilt.<br>O Herr, wie oft habe ich Pilatus nachgeahmt!<br>Wie oft habe ich zugelassen, da\u00df aus Liebe zu meiner Karriere die Wahrheit in meiner Gegenwart angegriffen wurde und ich dazu schwieg.<br>Wie oft habe ich mit verschr\u00e4nkten Armen dem Kampf und dem Martyrium derer zugesehen, die sich f\u00fcr Deine Kirche einsetzten.<br>Und hatte keinen Mut, ihnen ein Wort der Unterst\u00fctzung zu sagen, aus Feigheit, denen zu entgegnen, die mich umgaben,<br>\u201eNein\u201c zu sagen denen, die mein Umfeld bildeten, aus Angst \u201eanders zu sein, als die anderen\u201c.<br>So, als ob Du mich erschaffen h\u00e4ttest, o Herr, um Dich nicht nachzuahmen, sondern unterw\u00fcrfig meine Freunde nachzuahmen.<br>In jenem schmerzhaften Augenblick der Verurteilung hast Du, o Herr, gelitten f\u00fcr alle Feiglinge, f\u00fcr alle Schw\u00e4chlinge, f\u00fcr alle Lauen, &#8230; f\u00fcr mich, o Herr.<br>Mein Jesus, Verzeihung und Barmherzigkeit. Durch das Beispiel Deiner St\u00e4rke, mit der Du der Verachtung der Menschen entgegengetreten bist<br>und das Urteil des r\u00f6mischen Statthalters auf Dich genommen hast, heile in meiner Seele das Geschw\u00fcr der Tr\u00e4gheit und der Bequemlichkeit.<br><br>Vater unser&#8230; Gegr\u00fc\u00dfet seist Du, Maria&#8230; Ehre sei dem Vater&#8230;<br>V. Erbarme Dich unser, o Herr<br>A. Erbarme Dich unser<br>V. Die Seelen der verstorbenen Christgl\u00e4ubigen m\u00f6gen durch die Barmherzigkeit Gottes ruhen in Frieden.<br>R. Amen.<br>mit frdl. Erlaubnis v. <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.pliniocorreadeoliveira.info\/DE_Kreuzweg.htm\" target=\"_blank\">\u00d6JCGDR<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>2. Station<\/strong><br>Jesus nimmt sein Kreuz auf sich.<br>V. Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich<br>A. &nbsp; &nbsp; Denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die ganze Welt erl\u00f6st.<br><br>Nun beginnt, o mein angebeteter Herr, Dein Weg zur Opferst\u00e4tte. Nicht einen schnellen Tod hat Dein himmlischer Vater f\u00fcr Dich bestimmt. Nein!<br>Durch einen langen Leidensweg solltest Du uns nicht nur ein Beispiel im Sterben sein, sondern auch in der Sicht des herannahenden Todes:<br>Ihm mit Ruhe, ohne Z\u00f6gern und ohne Schw\u00e4chen zu begegnen; ja sogar ihm entgegenzuschreiten mit dem sicheren Schritt eines Kriegers, der zum Kampfe vordringt.<br>Dies ist die bewundernswerte Lehre, die Du mir gibst.<br>Doch bei mir wieviel Feigheit in der Vorahnung eines Schmerzes, o mein Gott.<br>Bevor ich mein Kreuz auf mich nehme, versuche ich mich entweder anzupassen, oder ich ziehe mich zur\u00fcck und verrate meine Pflichten.<br>Wenn ich es schlie\u00dflich annehme, dann mit soviel \u00dcberdru\u00df und Tr\u00e4gheit, da\u00df es scheint, ich verabscheue die Last, die Dein Wille mir auf die Schultern legt.<br>Und wie oft kommt es vor, da\u00df ich meine Augen schlie\u00dfe, um den Schmerz nicht zu sehen.<br>Ich verblende mich mit einem einf\u00e4ltigen Optimismus, weil ich keinen Mut habe, die Pr\u00fcfung auf mich zu nehmen.<br>Und deshalb l\u00fcge ich mir selbst vor: Es ist nicht wahr, da\u00df der Verzicht auf dieses Vergn\u00fcgen notwendig ist, um nicht der S\u00fcnde zu verfallen.<br>Es ist nicht wahr, da\u00df ich jener Gewohnheit, die meine innersten Leidenschaften sch\u00fcrt, entsagen mu\u00df.<br>Es ist nicht wahr, da\u00df ich jene Umgebung, jene Freundschaft meiden mu\u00df, weil sie mein geistliches Leben ruinieren. Nein, nichts davon ist wahr&#8230;<br>Ich schlie\u00dfe die Augen und werfe mein Kreuz zur Seite.<br>Mein Jesus, verzeih\u2019 mir soviel Bequemlichkeit.<br>Durch die Wunde, die das Kreuz auf Deiner heiligen Schulter \u00f6ffnete, heile, o Vater der Barmherzigkeit, die schreckliche Wunde in meiner Seele, die Jahre innerer Sorglosigkeit<br>und Selbstgef\u00e4lligkeit aufgerissen haben.<br><br>Vater unser&#8230; Gegr\u00fc\u00dfet seist Du, Maria&#8230; Ehre sei dem Vater&#8230;<br>V. Erbarme Dich unser, o Herr<br>A. Erbarme Dich unser<br>V. Die Seelen der verstorbenen Christgl\u00e4ubigen m\u00f6gen durch die Barmherzigkeit Gottes ruhen in Frieden.<br>R. Amen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3. Station<\/strong><br>Jesus f\u00e4llt zum ersten Mal unter dem Kreuz<br>&nbsp; &nbsp; &nbsp;V. Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich<br>A. &nbsp; &nbsp; Denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die ganze Welt erl\u00f6st.<br><br>Wie denn, o Herr?<br>War es Dir nicht erlaubt, Dein Kreuz liegen zu lassen?<br>Da Du es doch getragen hattest, bis all Deine Kr\u00e4fte ersch\u00f6pft waren und die nicht mehr tragbare Last des Kreuzes Dich zu Boden warf,<br>war es da nicht deutlich genug, da\u00df es unm\u00f6glich war, es weiter zu tragen?<br>Deine Aufgabe war erf\u00fcllt! Nun sollten die Engel des Himmels das Kreuz f\u00fcr Dich weiter tragen!<br>Du hattest das M\u00f6glichste gelitten! Was k\u00f6nntest Du noch mehr hergeben?<br>Doch Du hast Dich anders verhalten und meiner Feigheit eine hohe Lehre erwiesen.<br>Als Deine Kr\u00e4fte ersch\u00f6pft waren, hast Du Dich nicht der Last entledigt, sondern um noch mehr Kraft gefleht,<br>um das Kreuz wiederaufzunehmen. Und Du hast sie erhalten.<br>Schwer ist heute das Leben eines Christen.<br>Gezwungen gegen sich selbst zu k\u00e4mpfen, um vom Pfade der Gebote nicht abzuweichen, scheint er gegen\u00fcber einer Welt,<br>die in Z\u00fcgellosigkeit und Reichtum sich der Lebensfreude br\u00fcstet, eine \u00fcberspannte Ausnahme zu sein.<br>O Herr, das Kreuz der Treue zu Deinen Geboten lastet schwer auf unseren Schultern und manchmal scheint uns der Atem zu versagen.<br>In diesem Augenblick der Pr\u00fcfung reden wir uns selber ein: Wir haben schon alles getan, was in unseren Kr\u00e4ften stand.<br>Letztendlich ist ja die Ausdauer des Menschen begrenzt! Gott wird daf\u00fcr schon Verst\u00e4ndnis haben&#8230;<br>Legen wir das Kreuz am Rande des Weges ab und lassen wir uns sachte in die Gen\u00fcsse des Lebens versinken!&#8230;<br>O, wie viele verlassene Kreuze am Rande unserer Wege; wer wei\u00df, wie viele am Rande meines eigenen Weges!<br>Gib mir, o Herr, die Gnade, mein Kreuz fest in den Armen zu halten, selbst wenn unter seiner Last meine Kr\u00e4fte mich verlassen sollten.<br>Gib mir die Gnade, mich wieder aufzurichten, wenn immer ich zusammenbreche.<br>Gib mir, Herr, die gro\u00dfe Gnade niemals vom Wege abzukommen, auf dem ich zum Gipfel meines eigenen Kalvarienberges gelangen mu\u00df.<br>Vater unser&#8230; Gegr\u00fc\u00dfet seist Du, Maria&#8230; Ehre sei dem Vater&#8230;<br>V. Erbarme Dich unser, o Herr<br>A. Erbarme Dich unser<br>V. Die Seelen der verstorbenen Christgl\u00e4ubigen m\u00f6gen durch die Barmherzigkeit Gottes ruhen in Frieden.<br>R. Amen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><strong>4. Station<\/strong><br>Jesus begegnet seiner heiligen Mutter<br>&nbsp; &nbsp; V. Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich<br>A. Denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die ganze Welt erl\u00f6st.<br><br>Wer W\u00dcRDE es wagen, o Mutter, Dich so weinen zu sehen und nach dem Grund Deiner Tr\u00e4nen zu fragen?<br>Weder die Erde, noch der Himmel, noch das ganze Firmament k\u00f6nnten als Vergleich herangezogen werden, f\u00fcr die Unerme\u00dflichkeit Deiner Schmerzen.<br>Gib mir, o Mutter, wenigstens einen kleinen Teil Deiner Schmerzen.<br>Gib mir die Gnade, Jesus mit den Tr\u00e4nen einer aufrichtigen und tiefen Zerknirschung &nbsp;zu beweinen.<br>Du leidest mit Jesus. Gib mir die Gnade zu leiden, wie Du und Er leiden.<br>Dein gr\u00f6\u00dfter Schmerz kam nicht von der Betrachtung des unsagbaren k\u00f6rperlichen Leidens Deines g\u00f6ttlichen Sohnes.<br>Was sind schon die Leiden des K\u00f6rpers im Vergleich zu den Leiden der Seele?<br>Wenn Jesus all diese Marter h\u00e4tte erleiden m\u00fcssen, doch an seiner Seite mitleidige Herzen gewesen w\u00e4ren!<br>Wenn der d\u00fcmmste, der ungerechteste, der platteste Ha\u00df das heiligste Herz nicht unendlich mehr verwundeten,<br>als die Last des Kreuzes und die Mi\u00dfhandlungen den heiligen Leib Unseres Herren!<br>Und da war der sich tobend \u00e4u\u00dfernde Ha\u00df und die Undankbarkeit derer, denen Er seine Liebe erwiesen hatte&#8230;<br>Hier ein Auss\u00e4tziger, den Er geheilt hatte&#8230; Da ein Blinder, dem Er das Augenlicht zur\u00fcckgegeben hatte&#8230;<br>Etwas weiter ein Betr\u00fcbter, dem Er wieder den Frieden geschenkt hatte&#8230; Und alle verlangten Seinen Tod. Alle ha\u00dften Ihn; alle beschimpften Ihn.<br>Dies alles bereitete Jesus viel mehr Leiden, als die unsagbaren Schmerzen, die seinen heiligen Leib erdr\u00fcckten.<br>Doch es gab noch Schlimmeres. Da war noch die S\u00fcnde; die ausgesprochene S\u00fcnde, die offensichtliche S\u00fcnde, die abscheuliche S\u00fcnde.<br>Wenn all jene Undankbarkeiten dem g\u00fctigsten aller Menschen zuteil w\u00fcrden, aber paradoxerweise Gott nicht beleidigen w\u00fcrden!<br>Doch sie richteten sich gegen den Gottmenschen und waren deshalb ein \u00e4u\u00dferstes Vergehen gegen die Heiligste Dreifaltigkeit selbst.<br>Und das ist das Verh\u00e4ngnisvollste an der Ungerechtigkeit und der Undankbarkeit.<br>Das schlimmste an diesem Vergehen ist nicht, da\u00df es die Rechte des Wohlt\u00e4ters verletzt, sondern da\u00df es Gott selbst beleidigt.<br>Und unter den vielen Ursachen Eurer Schmerzen, bereitete Euch gewi\u00df die S\u00fcnde das gr\u00f6\u00dfte Leid, o heiligste Mutter, o g\u00f6ttlicher Erl\u00f6ser.<br>Und ich? Wei\u00df ich um meine S\u00fcnden? Erinnere ich mich meiner ersten S\u00fcnde? Meiner j\u00fcngsten S\u00fcnde?<br>Der Zeit, zu der ich sie begang, des Ortes, der Personen, die um mich waren, der Gr\u00fcnde, die mich zur S\u00fcnde f\u00fchrten?<br>H\u00e4tte ich an all das Leid gedacht, das Dir nur eine einzige S\u00fcnde zuf\u00fcgt, h\u00e4tte ich es dann je gewagt, Dich zu beleidigen, o Herr?<br>O meine Mutter, durch den Schmerz jener heiligen Begegnung erlange mir die Gnade, den leidenden, mit Wunden bedeckten Jesus,<br>so wie Du Ihn auf seinem Wege zum Golgotha gesehen hast, st\u00e4ndig vor Augen zu haben.<br>Vater unser&#8230; Gegr\u00fc\u00dfet seist Du, Maria&#8230; Ehre sei dem Vater&#8230;<br>V. Erbarme Dich unser, o Herr<br>A. Erbarme Dich unser<br>V. Die Seelen der verstorbenen Christgl\u00e4ubigen m\u00f6gen durch die Barmherzigkeit Gottes ruhen in Frieden.<br>R. Amen.<\/td><\/tr><tr><td><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><strong>5. Station<\/strong><br>Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen<br>V. Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich<br>A. Denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die ganze Welt erl\u00f6st.<br><br>Wer war dieser Simon? Was wei\u00df man von ihm schon mehr, als da\u00df er aus Cyrene stammte?<br>Und was wissen wir &nbsp;\u00fcber Cyrene schon mehr, als da\u00df es die Heimat dieses Simon war?<br>Die Person und der Ort traten auf einmal aus der Dunkelheit zum Ruhm hervor;<br>und zum h\u00f6chsten allen Ruhmes, weil ein heiliger Ruhm, in einem Augenblick, als ganz andere Gedanken die des Cyren\u00e4ers waren.<br>Er ging wohl ganz unbek\u00fcmmert seinen Weg. Er dachte wohl an die kleinen Probleme und kleinen Interessen, die den Alltag eines gew\u00f6hnlichen Menschen bestimmen.<br>Doch Du, mein Herr, \u00fcberquertest seinen Weg mit Deinen Wunden, mit Deinem Kreuz, mit Deinem unsagbaren Schmerz.<br>Diesem Simon war es gegeben, Dir gegen\u00fcber Stellung zu beziehen. Sie zwangen ihn, Dein Kreuz mitzutragen.<br>Entweder w\u00fcrde er es unwillig mittragen, gleichg\u00fcltig Dir gegen\u00fcber, dem P\u00f6bel zu gefallen,<br>indem er auf irgendeine Weise Deine leiblichen und seelischen Schmerzen erh\u00f6hte;<br>oder er w\u00fcrde es mit Liebe tragen, aus Mitleid, den Schaulustigen zum Trotz, um Dein Leid zu lindern, um selbst ein wenig Deine Schmerzen zu leiden, damit Du etwas weniger littest.<br>Der Cyren\u00e4er zog es vor, mit Dir zu leiden.<br>Und siehe, seit zweitausend Jahren wird sein Name in Liebe, in Dankbarkeit und mit heiligem Neid von allen gl\u00e4ubigen Menschen auf der ganzen Welt wiederholt.<br>Und so wird es sein bis ans Ende der Zeiten!<br>O mein Jesus, auch mir bist Du \u00fcber den Weg gegangen.<br>Du kamst mir entgegen, als Du mich durch die heilige Taufe von der Finsternis des Heidentums in den Scho\u00df Deiner Kirche berufen hast.<br>Du kamst mir entgegen, als meine Eltern mich das Beten lehrten.<br>Du kamst mir entgegen, als ich im Katechismus meine Seele der wahren katholischen Lehre \u00f6ffnete.<br>Du kamst mir entgegen bei meiner ersten Beichte, bei meiner ersten heiligen Kommunion, in all den Augenblicken, in denen ich wankte und Du mich gest\u00fctzt hast,<br>in denen ich fiel und Du mich wieder aufgerichtet hast, in denen ich Dich anflehte und Du mich erh\u00f6rt hast.<br>Und ich, Herr? Auch jetzt kommst Du mir wieder entgegen in diesem Kreuzweg. Was tue ich, Herr, wenn Du an mir vor\u00fcbergehst?<br><br>Vater unser&#8230; Gegr\u00fc\u00dfet seist Du, Maria&#8230; Ehre sei dem Vater&#8230;<br>V. Erbarme Dich unser, o Herr<br>A. Erbarme Dich unser<br>V. Die Seelen der verstorbenen Christgl\u00e4ubigen m\u00f6gen durch die Barmherzigkeit Gottes ruhen in Frieden.<br>R. Amen.<\/td><\/tr><tr><td><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>6. Station<\/strong><br>Veronika reicht Jesus das Schwei\u00dftuch<br>&nbsp; &nbsp; &nbsp;V. Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich<br>A. Denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die ganze Welt erl\u00f6st.<br><br>Auf den ersten Blick w\u00fcrde man sagen, es gibt in der Geschichte keinen gr\u00f6\u00dferen Preis.<br>Denn welcher K\u00f6nig hatte jemals ein kostbareres Tuch in der Hand, als jenen Schleier?<br>Welcher Feldherr besa\u00df je ein glorreicheres Banner?<br>Welche mutige und selbstlose Tat wurde je mit einer so au\u00dferordentlichen Auszeichnung belohnt?<br>Und doch: Es gibt eine Gnade, die viel wertvoller ist als der Besitz eines Schleiers mit dem Abbild des heiligen Antlitzes unseres Erl\u00f6sers.<br>Hier ist das g\u00f6ttliche Antlitz wie auf einem Bild dargestellt. In der Heiligen Katholischen Kirche sieht man Ihn wie in einem Spiegel.<br>In ihren Einrichtungen, in ihrer Lehre, in ihren Geboten, in ihrer Einheit, in ihrer Universalit\u00e4t, in ihrer un\u00fcbertrefflichen Katholizit\u00e4t,<br>ist die Kirche ein wahrer Spiegel, der unseren g\u00f6ttlichen Erl\u00f6ser widerspiegelt. Mehr noch: Sie ist der Mystische Leib Christi selbst.<br>Und wir alle haben die Gnade, der Kirche anzugeh\u00f6ren, lebendige Bausteine der Kirche zu sein!<br>Wie m\u00fcssen wir f\u00fcr diese Gnade dankbar sein! Doch vergessen wir nicht, da\u00df \u201eAdel verpflichtet\u201c.<br>Der Kirche anzugeh\u00f6ren, ist etwas sehr hohes und zugleich schweres.<br>Wir m\u00fcssen denken, wie die Kirche denkt, f\u00fchlen, wie die Kirche f\u00fchlt, in allen Umst\u00e4nden unseres Lebens handeln, wie es die Kirche will.<br>Dies setzt eine wahrhaftige katholische Gesinnung voraus, eine echte und vollst\u00e4ndige Sittenreinheit, eine tiefe und ehrliche Fr\u00f6mmigkeit.<br>Mit anderen Worten: Es setzt das Opfer eines ganzen Daseins voraus.<br>Und der Preis? \u201eChristianus alter Christus\u201c! Ich werde auf hervorragende Weise ein Abbild Christi selbst.<br>Die \u00c4hnlichkeit Christi wird sich lebendig und heilig meiner Seele einpr\u00e4gen.<br>O Herr, wenn die der Veronika zuerteilte Gnade gro\u00df war, wie viel gr\u00f6\u00dfer ist doch die Gunst, die Du mir versprichst.<br>Ich bitte Dich um Kraft und Entschlossenheit, um sie durch eine unverbr\u00fcchliche Treue wirklich zu erlangen.<br><br>Vater unser&#8230; Gegr\u00fc\u00dfet seist Du, Maria&#8230; Ehre sei dem Vater&#8230;<br>V. Erbarme Dich unser, o Herr<br>A. Erbarme Dich unser<br>V. Die Seelen der verstorbenen Christgl\u00e4ubigen m\u00f6gen durch die Barmherzigkeit Gottes ruhen in Frieden.<br>R. Amen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>7. Station<\/strong><br>Jesus f\u00e4llt zum zweiten Mal unter dem Kreuz<br>V. Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich<br>A. Denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die ganze Welt erl\u00f6st.<br><br>Fallen, hinfallen, am Boden niedergestreckt, vor Aller F\u00fc\u00dfen liegen, offen zu erkennen geben, da\u00df alle Kr\u00e4fte dahin sind:<br>Dies sind, o Herr, die Dem\u00fctigungen, denen Du Dich unterwerfen wolltest, um mich zu belehren.<br>Niemand hatte Mitleid mit Dir. Im Gegenteil: Die Beleidigungen und Grobheiten nahmen zu.<br>Indessen flehte vergeblich Deine Gnade um eine Geste des Erbarmens im Innern dieser versteinerten Herzen.<br>Doch auch in dieser Lage wolltest Du Deinen Leidensweg weitergehen, um die Menschen zu erl\u00f6sen. Welche Menschen?<br>Alle, einschlie\u00dflich derer, die da waren und Deine Schmerzen auf alle Art und Weise vermehrten.<br>In meinem Apostolat, o Herr, mu\u00df ich weitermachen, auch wenn all meine Werke zu Boden gefallen sind;<br>auch wenn alle sich zusammentun, um mich anzugreifen; auch wenn die Undankbarkeit und die Bosheit derer, denen ich Gutes tun wollte, sich gegen mich wenden.<br>Ich werde nicht der Schw\u00e4che nachgeben und einen anderen Weg einschlagen, nur um ihnen zu gefallen.<br>Meine Wege k\u00f6nnen nur die Deinen sein, das hei\u00dft, die Wege der Wahrheit, der Reinheit, der Strenge.<br>Auf diesen Deinen Wegen werde ich f\u00fcr sie leiden.<br>Und in der Vereinigung meiner unvollkommenen Schmerzen mit Deinem vollkommenen Schmerz, mit Deinem unendlich kostbaren Schmerz,<br>werde ich ihnen weiterhin Gutes tun, damit sie gerettet werden oder damit die verweigerten Gnaden sich wie gl\u00fchende Kohlen auf sie h\u00e4ufen und nach Strafe rufen.<br>Dies tatest Du mit denen, die Deinen Tod verlangten, und mit allen, die Dich bis zuletzt ablehnten.<br><br>Vater unser&#8230; Gegr\u00fc\u00dfet seist Du, Maria&#8230; Ehre sei dem Vater&#8230;<br>V. Erbarme Dich unser, o Herr<br>A. Erbarme Dich unser<br>V. Die Seelen der verstorbenen Christgl\u00e4ubigen m\u00f6gen durch die Barmherzigkeit Gottes ruhen in Frieden.<br>R. Amen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><strong>8. Station<\/strong><br>Jesus tr\u00f6stet die weinenden Frauen<br>V. Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich<br>A. Denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die ganze Welt erl\u00f6st.<br><br>Es fehlte aber nicht an guten Seelen, die den Umfang der hier ver\u00fcbten S\u00fcnde erkannten und die g\u00f6ttliche Gerechtigkeit f\u00fcrchteten.<br>Sehe ich doch nicht eine solche S\u00fcnde? Ist es nicht wahr, da\u00df heute der Stuhl Petri angefochten, verlassen, verraten wird?<br>Ist es nicht wahr, da\u00df die Gesetze, die Institutionen, die Sitten gegen\u00fcber Jesus Christus immer feindseliger werden?<br>Ist es nicht wahr, da\u00df eine ganze Welt, eine ganze Kultur aufgebaut wird, die Christus leugnet?<br>Und ist es nicht wahr, da\u00df die Muttergottes in Fatima all diese S\u00fcnden aufgezeigt hat und um Bu\u00dfe und S\u00fchne bat?<br>Doch wo ist diese Bu\u00dfe?<br>Wie viele sind es, die die S\u00fcnde wirklich sehen und versuchen sie beim Namen zu nennen, zu enth\u00fcllen, zu bek\u00e4mpfen,<br>ihr Schritt f\u00fcr Schritt den Boden zu bestreiten, ihr mit einem Kreuzzug von Gedanken und Taten mit aller H\u00e4rte zu begegnen?<br>Wie viele gibt es, die f\u00e4hig sind, das Banner der absoluten und makellosen Wahrheit dort zu entfalten, wo der Unglaube oder der falsche Glaube herrscht?<br>Wie viele sind es, die in Einheit mit der Kirche diese Zeiten leben, die so tragisch sind, wie tragisch der Leidensweg Christi war;<br>in diesem entscheidenden Zeitpunkt der Geschichte, in dem die Welt die Wahl f\u00fcr oder gegen Christus trifft?<br>O mein Gott, wie viele Kurzsichtige gibt es, die es vorziehen, die Wirklichkeit, die ihnen in die Augen springt, nicht sehen und nicht vorhersehen zu wollen.<br>Wieviel Zufriedenheit, wieviel kleiner Wohlstand, wieviel allt\u00e4glicher kleiner Genu\u00df. Wieviel schmackhafte Linsengerichte zum Schl\u00fcrfen!<br>Gib mir, o mein Jesus, die Gnade nicht zu ihnen zu z\u00e4hlen. Die Gnade, Deinem Rat zu folgen, und zwar \u00fcber uns und die Unseren zu weinen.<br>Nicht mit fruchtlosen Tr\u00e4nen, sondern mit Tr\u00e4nen, die zu Deinen F\u00fc\u00dfen fallen, durch Dich fruchtbar werden und f\u00fcr uns Verzeihung, Kraft und Unerschrockenheit im Apostolat erlangen.<br><br>Vater unser&#8230; Gegr\u00fc\u00dfet seist Du, Maria&#8230; Ehre sei dem Vater&#8230;<br>V. Erbarme Dich unser, o Herr<br>A. Erbarme Dich unser<br>V. Die Seelen der verstorbenen Christgl\u00e4ubigen m\u00f6gen durch die Barmherzigkeit Gottes ruhen in Frieden.<br>R. Amen.<\/td><\/tr><tr><td><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>9. Station<\/strong><br>Jesus f\u00e4llt zum dritten Mal unter dem Kreuz<br>V. Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich<br>A. Denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die ganze Welt erl\u00f6st.<br><br>Mehr denn je, o mein Herr, bist Du ersch\u00f6pft, entkr\u00e4ftet, verwundet. Was erwartet Dich noch?<br>Bist Du am Ziel angelangt? Nein. Gerade das Schlimmste steht noch bevor. Das entsetzlichste Verbrechen wird noch vollbracht.<br>Die gr\u00f6\u00dften Schmerzen wirst Du noch leiden m\u00fcssen.<br>Zum dritten Male liegst Du am Boden und dennoch, alles, was bisher geschah, war erst der Anfang.<br>Doch Dein zu einer einzigen Wunde gewordener Leib bewegt sich wieder. Was unm\u00f6glich schien, geschieht:<br>Noch einmal erhebst Du dich, langsam, wenn auch jede kleinste Bewegung einen neuen Schmerz bedeutet.<br>Und siehe, wieder einmal stehst Du aufrecht da&#8230; mit Deinem Kreuz. Neue Kr\u00e4fte hast Du gesch\u00f6pft und setzest Deinen Weg fort.<br>Dreimal bist Du gefallen und gabst mir drei Lehren der Standhaftigkeit, jede einzelne schmerzlicher und nachdr\u00fccklicher als die andere.<br>Warum soviel Nachdruck? Weil unsere Feigheit best\u00e4ndig ist.<br>Wir nehmen uns vor, unser Kreuz auf uns zu nehmen, doch die Feigheit stellt sich immer wieder ein.<br>Damit sie aber kein Vorwand in unsere Schw\u00e4chen findet, wolltest Du selbst uns ein dreifaches Beispiel geben.<br>Ja, unsere Schw\u00e4che kann uns nicht als Vorwand dienen.<br>Die Gnade, die Gott niemandem verwehrt, kann erreichen, was die rein nat\u00fcrlichen Kr\u00e4fte nicht verm\u00f6gen.<br>Gott will, da\u00df man Ihm bis zum letzten Atemzug dient, bis zur Ersch\u00f6pfung der letzten Kr\u00e4fte; und Er vergr\u00f6\u00dfert unsere F\u00e4higkeit zu leiden<br>und zu wirken, damit unsere Hingabe bis an die Grenzen des Unvorhersehbaren, des Unwahrscheinlichen, ja, des Wunders reiche.<br>Das Ma\u00df, Gott zu lieben, ist, Ihn ohne Ma\u00dfen zu lieben, sagte der hl. Franz von Sales.<br>Das Ma\u00df, f\u00fcr Gott zu k\u00e4mpfen, ist, ohne Ma\u00dfen f\u00fcr Ihn zu k\u00e4mpfen, k\u00f6nnten wir sagen.<br>Doch, ich: wie schnell f\u00fchle ich mich ersch\u00f6pft!<br>In meinen apostolischen Werken h\u00e4lt mich das kleinste Opfer auf, die kleinste M\u00fche ruft in mir Widerwillen hervor, der kleinste Kampf treibt mich in die Flucht.<br>Ich liebe das Apostolat, ja, aber es mu\u00df sich ganz meinen Vorlieben und Phantasien anpassen und denen ich mich hingeben kann,<br>wann ich will, wie ich will und weil ich will. Und am Ende glaube ich Gott noch ein gro\u00dfes Almosen gegeben zu haben.<br>Doch Gott hat daran keinen Gefallen. Im Einsatz f\u00fcr die Kirche will Er mein ganzes Leben.<br>Er will Organisation, Scharfsinn, K\u00fchnheit.<br>Er will die Einfalt der Taube, aber auch die List der Schlange, die Sanftmut des Lammes, aber auch den hinrei\u00dfenden und \u00fcberw\u00e4ltigenden Zorn des L\u00f6wen.<br>Wenn es notwendig sein sollte, Karriere, Freundschaften, Familienbande, d\u00fcrftige Eitelkeiten, eingefleischte Gewohnheiten aufzugeben,<br>um meinem Gott zu dienen, mu\u00df ich es tun.<br>Lehrt mich doch diese Station des Leidens meines Herren Jesus Christus, da\u00df wir Gott alles schenken m\u00fcssen, absolut alles.<br>Und nachdem wir Ihm alles geschenkt haben, m\u00fcssen wir Ihm noch unser eigenes Leben schenken.<br><br>Vater unser&#8230; Gegr\u00fc\u00dfet seist Du, Maria&#8230; Ehre sei dem Vater&#8230;<br>V. Erbarme Dich unser, o Herr<br>A. Erbarme Dich unser<br>V. Die Seelen der verstorbenen Christgl\u00e4ubigen m\u00f6gen durch die Barmherzigkeit Gottes ruhen in Frieden.<br>R. Amen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>10. Station<\/strong><br>Jesus wird seiner Kleider beraubt<br>V. Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich<br>A. Denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die ganze Welt erl\u00f6st.<br><br>Alles, ja absolut alles! Selbst die Schmach m\u00fcssen wir erleiden, aus Liebe zu Gott und zur Rettung der Seelen.<br>Und da ist der Beweis. Der durchaus Reine wurde seiner Kleider beraubt und die Unreinen verh\u00f6hnten Ihn in seiner Reinheit.<br>Und Unser Herr widerstand dem Spott der Unreinheit.<br>Scheint es nicht unbedeutsam, dem Hohn zu widerstehen, wer doch schon so vielen Martern widerstanden hat?<br>Dennoch war auch diese Lehre noch n\u00f6tig. Wegen der Verachtung einer Magd hat Petrus seinen Herren verleugnet.<br>Wie viele Menschen werden Christus verlassen haben aus Furcht vor L\u00e4cherlichkeit.<br>Denn wenn es Menschen gibt, die in den Krieg ziehen und sich Sch\u00fcssen und dem Tod aussetzen, nur um nicht als Feiglinge verspottet zu werden,<br>ist es nicht wahr, da\u00df gewisse Menschen mehr Angst vor einem L\u00e4cheln haben als vor allem anderen?<br>Der g\u00f6ttliche Meister trotzte dem Spott. Damit lehrte Er uns, da\u00df es nichts L\u00e4cherliches gibt, wenn man auf dem Pfade der Tugend und des Guten ist.<br>Lehre mich, o Herr, die Majest\u00e4t Deines Antlitzes widerzuspiegeln und die Kraft Deiner Standhaftigkeit, wenn die B\u00f6sen gegen mich die Waffe des Spottes gebrauchen wollen.<br><br>Vater unser&#8230; Gegr\u00fc\u00dfet seist Du, Maria&#8230; Ehre sei dem Vater&#8230;<br>V. Erbarme Dich unser, o Herr<br>A. Erbarme Dich unser<br>V. Die Seelen der verstorbenen Christgl\u00e4ubigen m\u00f6gen durch die Barmherzigkeit Gottes ruhen in Frieden.<br>R. Amen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>11. Station<\/strong><br>Jesus wird ans Kreuz genagelt<br>V. Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich<br>A. Denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die ganze Welt erl\u00f6st.<br><br>Die Bosheit w\u00e4hlte f\u00fcr Dich, mein Herr, als letzte die grausamste Pein.<br>Ja, die grausamste, denn sie f\u00fchrte zu einem langsamen Tod, sie verursachte die gr\u00f6\u00dften Schmerzen<br>und war die sch\u00e4ndlichste, denn sie war den niedertr\u00e4chtigsten Verbrechern vorbehalten.<br>Alles wurde von der H\u00f6lle bestellt, um Dir die gr\u00f6\u00dften und schlimmsten Schmerzen an Leib und Seele zuzuf\u00fcgen.<br>Beinhaltet dieser tiefgr\u00fcndige Ha\u00df nicht eine Lehre f\u00fcr mich?<br>Wehe mir, der ich sie nie ganz begreifen werde, wenn ich nicht nach Heiligkeit strebe.<br>Zwischen Dir und dem Teufel, zwischen Gut und B\u00f6se, zwischen Wahrheit und Irrtum besteht ein tiefer, unvers\u00f6hnlicher, ewiger Ha\u00df.<br>Die Finsternis ha\u00dft das Licht, die S\u00f6hne der Finsternis hassen die S\u00f6hne des Lichtes; der gegenseitige Kampf wird andauern bis zur Vollendung der Tage,<br>und es wird nie Frieden sein zwischen der Nachkommenschaft der Frau und der Nachkommenschaft der Schlange&#8230;<br>Um die unerme\u00dfliche Breite, die Gr\u00f6\u00dfe dieses Hasses zu verstehen, betrachte man alles, was er zu tun wagte.<br>Es ist der Sohn Gottes, der da h\u00e4ngt, verwandelt in einen Auss\u00e4tzigen, wie es in der Heiligen Schrift hei\u00dft, an dem nichts Heiles ist,<br>in ein Wesen, das sich kr\u00fcmmt unter den Schmerzen wie ein Wurm, verabscheut, verlassen, an ein Kreuz genagelt zwischen zwei gemeinen Verbrechern.<br>Der Sohn Gottes: Welch unendliche, unvorstellbare, erhabene Gr\u00f6\u00dfe enthalten diese Worte! Doch siehe, was der Ha\u00df gegen den Sohn Gottes zu ver\u00fcben wagte!<br>Und die ganze Weltgeschichte, die ganze Kirchengeschichte ist nichts anderes als dieser unerbittliche Kampf zwischen denen, die Gottes sind,<br>und denen, die des Teufels sind, zwischen denen, die der Jungfrau geh\u00f6ren, und denen, die der Schlange geh\u00f6ren.<br>Ein Kampf, in dem es nicht nur Mi\u00dfverst\u00e4ndnisse gibt, nicht nur Schw\u00e4che, sondern auch Bosheit, absichtliche, verschuldete, s\u00fcndhafte Bosheit<br>von seiten der Scharen der Menschen und b\u00f6sen Geister, die dem Satan folgen.<br>Dies ist es, was gesagt, bekr\u00e4ftigt, ausgerufen und woran immer wieder am Fu\u00dfe des Kreuzes erinnert werden mu\u00df.<br>Denn wir sind vom Liberalismus derma\u00dfen verunstaltet, immer dazu geneigt, diesen unentbehrlichen Aspekt des Leidens unseres Herren zu vergessen.<br>Doch die Jungfrau der Jungfrauen, die schmerzhafte Mutter, die an der Seite ihres Sohnes an seinem Leiden teilnahm, sie wu\u00dfte um diese Tatsache.<br>Ebenfalls wu\u00dfte es der jungfr\u00e4uliche Apostel, dem unter dem Kreuze Maria als Mutter gegeben wurde<br>und der damit das gr\u00f6\u00dfte Verm\u00e4chtnis erhielt, das jemals einem Menschen gegeben wurde.<br>Denn es gibt gewisse Wahrheiten, die Gott den Reinen bereith\u00e4lt und den Unreinen verweigert.<br>O meine Mutter, in dem Augenblick, in dem sogar ein Sch\u00e4cher Verzeihung verdient hat, bitte Jesus,<br>Er m\u00f6ge mir all meine Blindheit verzeihen, durch die ich die Verschw\u00f6rung des B\u00f6sen um mich herum nicht zur Kenntnis nahm.<br><br>Vater unser&#8230; Gegr\u00fc\u00dfet seist Du, Maria&#8230; Ehre sei dem Vater&#8230;<br>V. Erbarme Dich unser, o Herr<br>A. Erbarme Dich unser<br>V. Die Seelen der verstorbenen Christgl\u00e4ubigen m\u00f6gen durch die Barmherzigkeit Gottes ruhen in Frieden.<br>R. Amen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>12. Station<\/strong><br><br>Jesus stirbt am Kreuz.<br>V. Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich<br>A. Denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die ganze Welt erl\u00f6st.<br><br>Nun kam schlie\u00dflich der Gipfel aller Schmerzen. Ein so hoher Gipfel, da\u00df er sich in den Wolken des Geheimnisvollen verh\u00fcllt.<br>Die physischen Leiden haben ihre Grenzen erreicht. Die moralischen Leiden ihren H\u00f6hepunkt.<br>Doch eine weitere Qual sollte den Schmerz noch dar\u00fcber hinaus f\u00fchren: \u201eMein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?\u201c<br>Auf eine gewisse geheimnisvolle Weise wurde selbst das fleischgewordene Wort von der Qual der Verlassenheit befallen, bei der die Seele keinen g\u00f6ttlichen Trost erf\u00e4hrt.<br>Und so gro\u00df war diese Pein, da\u00df Er, von dem die Evangelisten kein einziges Wort der Klage zu berichten wu\u00dften, diesen herzzerrei\u00dfenden Ruf von sich gab:<br>\u201eMein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?\u201c<br>Ja, warum? Warum, da Er doch die Unschuld selbst war?<br>Eine schreckliche Verlassenheit, gefolgt von dem Tod und einem Aufb\u00e4umen der ganzen Natur. Die Sonne verbarg sich.<br>Der Himmel verlor seinen Glanz. Die Erde bebte. Der Vorhang des Tempels ri\u00df entzwei, eine Trostlosigkeit breitete sich im ganzen Universum aus.<br>Warum? Um den Menschen zu erl\u00f6sen. Um die S\u00fcnde zu vernichten. Um die Pforten des Himmels zu \u00f6ffnen.<br>Der Gipfel des Leidens war zugleich der Gipfel des Sieges. Der Tod war tot!<br>Die gereinigte Erde war wie ein freigelegtes Land, auf dem die Kirche nun erbaut werden konnte.<br>Dies alles geschah, um zu erl\u00f6sen. Um Menschen zu erl\u00f6sen. Um diesen Menschen, der ich selbst bin, zu retten.<br>Meine Erl\u00f6sung kostete diesen hohen Preis. Ich werde kein Opfer mehr scheuen, um diese so kostbare Erl\u00f6sung zu sichern.<br>Durch das Wasser und das Blut, das aus Deiner g\u00f6ttlichen Seite flossen, durch die Wunde in Deinem heiligsten Herzen,<br>durch die Schmerzen Deiner Mutter, gib mir, o Jesus, die Kraft, mich von Personen und Dingen zu trennen, die mich von Dir entfernen k\u00f6nnen.<br>Jede Freundschaft, jede Leidenschaft, jede Bestrebung, jeder Genu\u00df, alles was mich von Dir trennte, soll heute sterben, ans Kreuz geschlagen werden.<br><br>Vater unser&#8230; Gegr\u00fc\u00dfet seist Du, Maria&#8230; Ehre sei dem Vater&#8230;<br>V. Erbarme Dich unser, o Herr<br>A. Erbarme Dich unser<br>V. Die Seelen der verstorbenen Christgl\u00e4ubigen m\u00f6gen durch die Barmherzigkeit Gottes ruhen in Frieden.<br>R. Amen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>13. Station<\/strong><br>Jesus wird vom Kreuze abgenommen und in den Scho\u00df seiner heiligen Mutter gelegt<br>V. Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich<br>A. Denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die ganze Welt erl\u00f6st.<br><br>Die Ruhe des Grabes erwartet Dich, o Herr.<br>In den Schatten des Todes \u00f6ffnest Du den Himmel den Gerechten, w\u00e4hrend auf Erden einige wenige Gl\u00e4ubige sich<br>um Deine Mutter versammeln, um Dir die Ehrungen des Begr\u00e4bnisses zu erweisen.<br>In der Stille dieser Stunde nimmt man die ersten Strahlen einer aufgehenden Hoffnung wahr.<br>Diese ersten Ehrerbietungen, die Dir zuteil werden, sind der Anfang einer unendlichen Folge von Liebeszeichen der erl\u00f6sten Menschheit,<br>die sie Dir bis ans Ende der Zeiten darbringen wird.<br>Hier zeigt sich uns ein Bild der Schmerzen, der Trostlosigkeit, aber doch voller Frieden. Ein Bild, das etwas Siegreiches voraussagt,<br>wenn man die Sorge und Liebe betrachtet, mit der Dein heiliger Leichnam behandelt wird.<br>Ja, diese frommen Seelen hatten Mitleid mit Dir. Und doch etwas lie\u00df sie in Dir den glorreichen Sieger vorausahnen.<br>M\u00f6ge auch ich, o mein Herr, in der trostlosesten Lage, in der sich die Kirche auch befinden mag, ihr immer treu bleiben, &nbsp;<br>sie auch in ihren traurigsten Stunden nicht verlassen, mit der unverw\u00fcstlichen Gewi\u00dfheit,<br>da\u00df Deine heilige Braut einst siegen wird durch die Treue der Guten, da sie ja Deinen Schutz erf\u00e4hrt.<br><br>Vater unser&#8230; Gegr\u00fc\u00dfet seist Du, Maria&#8230; Ehre sei dem Vater&#8230;<br>V. Erbarme Dich unser, o Herr<br>A. Erbarme Dich unser<br>V. Die Seelen der verstorbenen Christgl\u00e4ubigen m\u00f6gen durch die Barmherzigkeit Gottes ruhen in Frieden.<br>R. Amen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>14. Station<\/strong><br>Jesus wird ins Grab gelegt<br>V. Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich<br>A. Denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die ganze Welt erl\u00f6st.<br><br>Ein Stein verschlie\u00dft das Grab. Nun scheint alles zu Ende. Aber nein. Es ist der Augenblick, in dem alles seinen Anfang nimmt.<br>Die Apostel versammeln sich wieder. Die Hingabe und die Hoffnung flackern wieder auf. Das Osterfest naht.<br>Zugleich aber umkreist der Ha\u00df der Feinde das Grab, Maria und die Apostel. Aber sie f\u00fcrchten sich nicht. Bald wird der Morgen der Auferstehung gl\u00e4nzen.<br>M\u00f6ge auch ich, Herr, mich nicht f\u00fcrchten. Mich nicht f\u00fcrchten, wenn alles unwiderruflich verloren scheint.<br>Nicht f\u00fcrchten, wenn alle M\u00e4chte der Welt in H\u00e4nden Deiner Feinde zu liegen scheinen.<br>Nicht f\u00fcrchten, weil ich bei Maria bin, bei der sich immer und immer wieder die treuen Kinder Deiner Kirche f\u00fcr neue Siege versammeln werden.<br><br>Vater unser&#8230; Gegr\u00fc\u00dfet seist Du, Maria&#8230; Ehre sei dem Vater&#8230;<br>V. Erbarme Dich unser, o Herr<br>A. Erbarme Dich unser<br>V. Die Seelen der verstorbenen Christgl\u00e4ubigen m\u00f6gen durch die Barmherzigkeit Gottes ruhen in Frieden.<br>R. Amen.<br><br><br><strong>Schlu\u00dfgebet<\/strong><br><br>O mein Jesus, Mann der Schmerzen, in Deiner Seele und an Deinem Leib hast Du alles gelitten, was ein Mensch nur leiden kann.<br>Ich betrachte Deinen vom Kreuz herabgeholten Leichnam, Deine Menschheit, dem Aussehen nach vernichtet, und Dein unendlich kostbares Blut,<br>das bis zum letzten Tropfen w\u00e4hrend Deines Leidensweges vergossen wurde.<br>F\u00fcr alle Zeiten wirst Du nun in unseren Seelen der Inbegriff von Schmerz sein:<br>Von Schmerz mit allem, was er an W\u00fcrde, St\u00e4rke, Ernsthaftigkeit, S\u00fc\u00dfigkeit und Erhabenheit beinhaltet;<br>Schmerz, der von der Ebene der philosophischen Betrachtung zum unendlich hohen Firmament des Glaubens erhoben wurde;<br>Schmerz in seiner theologischen Bedeutung als notwendige S\u00fchne und unerl\u00e4\u00dfliches Mittel unserer Heiligung.<br>Durch die Verdienste Deines kostbarsten Blutes gib unserem Verstand die notwendige Klarheit, den Sinn des Schmerzes zu begreifen,<br>und unserem Willen die Kraft mit aller Aufrichtigkeit unserer Seele ihn zu lieben.<br>Denn nur durch das Verst\u00e4ndnis der gro\u00dfen Rolle des Schmerzes und des Geheimnisses des Kreuzes<br>wird die Menschheit aus der furchtbaren Krise, in die sie gefallen ist, herauskommen und diejenigen von der ewigen Pein bewahren,<br>die bis zuletzt Deine Einladung abgelehnt haben, mit Dir den Schmerzensweg zu gehen.<br>Heiligste Maria, Mutter der Schmerzen, erlange durch Deine Gebete, da\u00df Gott auf Erden die Zahl derer vermehrt, die das Kreuz wahrhaftig lieben.<br>Dies ist die Gnade, um die wir in dieser Abendd\u00e4mmerung unserer armen und so zerr\u00fctteten Zivilisation bitten. Amen.<\/p>\n\n\n\n<p>Q: mit Erlaubnis von \u00d6sterreichische Jugend f\u00fcr eine Christlich-kulturelle<br>Gemeinsamkeit innerhalb des Deutschsprachigen Raumes<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>GebetO schmerzhafte Mutter, in diesen Zeiten, in denen die gro\u00dfe Mehrheit der Menschen die Opfer fliehtobwohl diese zur vollkommenen Erf\u00fcllung der Gebote und Weisungen Deines g\u00f6ttlichen Sohnes unerl\u00e4\u00dflich sind,erlange allen, die diesen Kreuzweg betrachten, die notwendige Kraft, ihr eigenes Kreuz &hellip; <a href=\"https:\/\/ecclesiae.de\/blog\/?page_id=10467\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"parent":10361,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-10467","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ecclesiae.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/10467","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ecclesiae.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/ecclesiae.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ecclesiae.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ecclesiae.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10467"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/ecclesiae.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/10467\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10468,"href":"https:\/\/ecclesiae.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/10467\/revisions\/10468"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ecclesiae.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/10361"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ecclesiae.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10467"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}