{"id":10996,"date":"2022-07-26T14:20:40","date_gmt":"2022-07-26T14:20:40","guid":{"rendered":"http:\/\/ecclesiae.de\/blog\/?page_id=10996"},"modified":"2022-07-26T14:20:40","modified_gmt":"2022-07-26T14:20:40","slug":"der-arme-und-das-kind","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ecclesiae.de\/blog\/?page_id=10996","title":{"rendered":"\u00a0 Der Arme und das Kind."},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><\/td><td>&nbsp;<\/td><\/tr><tr><td><strong>Es brauchte ein Kind<\/strong><br>Wir waren die einzige Familie mit Kindern in dem Restaurant.<br>Ich setzte Erik in einen Hochstuhl und bemerkte, dass alle still a\u00dfen oder sich nur leise unterhielten.<br>Pl\u00f6tzlich quietschte Erik fr\u00f6hlich und rief: \u201cHuhu.\u201d Er h\u00e4mmerte mit seinen dicken Babyf\u00e4usten auf die Ablage des Hochstuhls.<br>Seine Augen waren weit aufgerissen vor Begeisterung und sein Mund verzog sich zu einem zahnlosen Grinsen.<br>Dann wackelte und kicherte er voller Fr\u00f6hlichkeit.<br>Ich schaute mich um und entdeckte die Ursache seines Entz\u00fcckens.<br>Es war ein Mann in einem ramponierten Lumpen von Mantel, schmutzig, schmierig und verschlissen.<br>Seine Hosen waren ausgebeult und der Rei\u00dfverschluss stand halb offen und seine Zehen lugten aus etwas hervor, was wohl Schuhe sein sollten.<br>Sein Hemd war schmutzig und sein Haar ungewaschen und ungek\u00e4mmt.<br>Seine Stoppeln waren zu kurz um sie als Bart bezeichnen zu k\u00f6nnen und seine Nase war so von roten Adern durchzogen, dass sie aussah wie eine Stra\u00dfenkarte.<br>Wir waren zu weit von ihm entfernt um etwas zu riechen, doch ich war sicher, dass er stank. Seine H\u00e4nde winkten und er rief Erik zu:<br>\u201cHallo Baby, hallo gro\u00dfer Junge. Ich kann dich sehen, Bursche.\u201d Mein Mann und ich schauten uns an. \u201cWas machen wir jetzt?\u201d<br><br>Erik lachte weiter und antwortete: \u201eHallo, hallo, huhu.\u201c Jeder im Restaurant war inzwischen aufmerksam geworden und schaute zuerst uns an und dann den Mann.<br>Der alte Kauz sorgte zusammen mit meinem wunderbaren Baby f\u00fcr eine gewaltige St\u00f6rung.<br>Unser Essen kam und der Mann begann, durch den Raum zu rufen: \u201cKennst du Backe, backe, Kuchen? Kuckuck, hier bin ich. Hey, er kennt den Kuckuck. Wie niedlich.\u201d Niemand fand den alten Mann niedlich.<br>Er war offensichtlich betrunken. Mein Mann und ich waren verlegen. Wir a\u00dfen still vor uns hin \u2013 alle, au\u00dfer Erik, der f\u00fcr den bewundernden Penner sein ganzes Repertoire abspulte, welcher sich im Gegenzug durch seine niedlichen Kommentare erkenntlich zeigte.<br>Endlich hatten wir unsere Mahlzeit beendet und eilten in Richtung Ausgang.<br>Mein Mann ging die Rechnung bezahlen und sagte mir, wir w\u00fcrden uns auf dem Parkplatz treffen.<br>Der alte Mann sa\u00df nun genau zwischen mir und der Ausgangst\u00fcr. \u201eHerr, lass\u2019 mich nur heil hier herauskommen, bevor er mich oder Erik anspricht\u201c, betete ich.<br>Als ich dem Mann n\u00e4herkam, drehte ich ihm den R\u00fccken halb zu, um an ihm vorbei zu kommen ohne den Gestank riechen zu m\u00fcssen, der von ihm ausgehen mochte. W\u00e4hrenddessen lehnte Erik sich \u00fcber meinen Arm und streckte ihm beide \u00c4rmchen entgegen, ganz in der Position, wie Babys hochgenommen werden m\u00f6chten.<br>Bevor ich es verhindern konnte, hatte Erik sich von meinem Arm in die Arme des Mannes fallen lassen.<br>Pl\u00f6tzlich vollzogen ein sehr alter, \u00fcbel riechender Mann und ein sehr junges Baby ihre Liebesbeziehung.<br>Erik legte in einem Akt totalen Vertrauens sowie vollkommener Liebe und Hingabe seinen kleinen Kopf an die zerlumpte Schulter des Mannes.<br>Die Augen des Mannes schlossen sich und ich sah, wie Tr\u00e4nen unter seinen Wimpern hervorkamen.<br>Seine von Schmutz, Schmerz und harter Arbeit gealterten H\u00e4nde wiegten \u2013 behutsam, so behutsam \u2013 den Popo meines Babys und streichelten seinen R\u00fccken.<br>Keine zwei Gesch\u00f6pfe haben sich jemals f\u00fcr eine so kurze Zeit so sehr geliebt.<br>Von Ehrfurcht ergriffen stand ich da. Der alte Mann schaukelte und wiegte Erik f\u00fcr einen Augenblick in seinen Armen.<br>Dann \u00f6ffneten sich seine Augen wieder und schauten direkt in die meinen. Er sagte mit fester, gebieterischer Stimme:<br>\u201ePassen Sie gut auf dieses Baby auf.\u201c<br>Irgendwie schaffte ich es, ein \u201cDas werde ich\u201d an dem Klo\u00df in meiner Kehle vorbei zu quetschen.<br>Er stemmte Erik von seiner Brust \u2013 unfreiwillig, sehns\u00fcchtig, als w\u00fcrde er Schmerz empfinden.<br>Ich nahm mein Baby in Empfang und der Mann sagte: \u201eGott segne Sie, junge Frau.<br>Sie haben mir mein Weihnachtsgeschenk gegeben.&#8220;<br>Ich konnte nicht mehr als ein paar Worte des Dankes murmeln.<br>Mit Erik in meinen Armen rannte ich zum Auto. Mein Mann wunderte sich, warum ich weinte und Erik so eng umschlungen hielt und warum ich sagte: \u201eMein Gott, mein Gott, vergib\u2019 mir.\u201c<br>Ich war gerade Zeuge der Liebe Christi geworden, gezeigt durch die Unschuld eines kleinen Kindes, das keine S\u00fcnde sah und kein Urteil f\u00e4llte \u2013 ein Kind, das eine Seele sah und eine Mutter, die eine Garnitur Kleidung sah.<br>Ich war eine blinde Christin und hielt ein Kind in meinen Armen, das nicht blind war.<br>Ich f\u00fchlte, dass es Gott war, der mich fragte: \u201eBist du bereit, deinen Sohn f\u00fcr einen Augenblick zu teilen?\u201d \u2013 wo er doch den seinen f\u00fcr alle Ewigkeit mit uns geteilt hat.<br>Der zerlumpte alte Mann hatte mich unwissentlich daran erinnert, dass wir, um in das K\u00f6nigreich Gottes einzutreten, wie kleine Kinder werden m\u00fcssen.<br>-Autor unbekannt<\/td><\/tr><tr><td><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Es brauchte ein KindWir waren die einzige Familie mit Kindern in dem Restaurant.Ich setzte Erik in einen Hochstuhl und bemerkte, dass alle still a\u00dfen oder sich nur leise unterhielten.Pl\u00f6tzlich quietschte Erik fr\u00f6hlich und rief: \u201cHuhu.\u201d Er h\u00e4mmerte mit seinen &hellip; <a href=\"https:\/\/ecclesiae.de\/blog\/?page_id=10996\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"parent":10792,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-10996","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ecclesiae.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/10996","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ecclesiae.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/ecclesiae.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ecclesiae.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ecclesiae.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10996"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/ecclesiae.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/10996\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10997,"href":"https:\/\/ecclesiae.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/10996\/revisions\/10997"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ecclesiae.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/10792"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ecclesiae.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10996"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}