{"id":11006,"date":"2022-07-26T14:35:43","date_gmt":"2022-07-26T14:35:43","guid":{"rendered":"http:\/\/ecclesiae.de\/blog\/?page_id=11006"},"modified":"2022-07-26T14:35:43","modified_gmt":"2022-07-26T14:35:43","slug":"der-rosenkranz-einer-mutter","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ecclesiae.de\/blog\/?page_id=11006","title":{"rendered":"Der Rosenkranz einer Mutter"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><br>Eines Tages findet ein Student, der, als er klein war, zwar gebetet hatte aber dann seinen Kinderglauben verlor, einen Rosenkranz am Stra\u00dfenrand. Sein erster Gedanke war, ihn liegen zu lassen, aber da erwachte seine Liebe zur Muttergottes, er hob ihn auf, reinigte ihn und sagte zu sich: \u201eWenn ich ihn der Person, die ihn verloren hat nicht zur\u00fcckgeben kann,<br>dann gebe ich ihn der Hl. Jungfrau, denn alle Rosenkr\u00e4nze sind dazu bestimmt, sie zu ehren;<br>ich werde ihn auf den Marienaltar der ersten Kirche, an der ich vorbeikomme, hinlegen.\u201c<br><br>Als er zu einer Kirche kommt, tritt er ein und geht zum Muttergottesaltar. Maria, die ihr Kind schon erwartet, gibt ihm die Eingebung: \u201eBete den Rosenkranz, bevor du ihn auf den Altar legst.\u201c<br>Der ger\u00fchrte Student kniet sich hin und betet wie fr\u00fcher and\u00e4chtig den erbetenen Rosenkranz, aber eine Flut von Gedanken st\u00fcrmt auf ihn ein; es scheint ihm, als w\u00fcrde eine Stimme ganz klar und deutlich zu seinem Herzen sprechen:<br>\u201eWerde Priester, mein Kind. Du wurdest dem Aufruf meines Sohnes untreu, doch das ist deine einzige Berufung. Komm zu deiner fr\u00fcheren Liebe zur\u00fcck und folge deiner Berufung.\u201c<br>Diese Worte waren wie ein Lichtstrahl, der den jungen Mann bis in die tiefste Seele drang.<br>Nachdem er dar\u00fcber nachdachte und noch mehr betete, rief er aus:<br>\u201eJa, meine Mutter, ich bin einverstanden, ich kehre zu dir zur\u00fcck. Mit deiner Hilfe werde ich Priester Jesus Christi sein.\u201c<br><br>Er hielt sein Versprechen und wurde Priester, ein sehr guter Priester. Au\u00dfer seinen anderen Gebeten, liebte er das t\u00e4gliche Rosenkranzgebet, das er auf dem alten, auf der Stra\u00dfe gefundenen Rosenkranz betete, der ihm die Gnade seiner Berufung zum Priester schenkte. \u00a0 \u00a0 \u00a0<br><br>Es war Gottes Wille, dass einige Jahre sp\u00e4ter dieser junge Priester zum Seelsorger eines Krankenhauses bestellt wurde.<br>Eines Tages brachte man einen armen Kranken zu ihm, der, als er hereinkam, sofort ausrief:<br>\u201eSprechen Sie mit mir nicht \u00fcber Religion, ich bin ein Ungl\u00e4ubiger und glaube an nichts.\u201c<br>Dennoch besuchte ihn der Priester mit Wohlwollen, wurde von ihm aber geringsch\u00e4tzig behandelt.<br>&#8211; \u201eNun denn, mein Freund, ich werde f\u00fcr Sie einen Rosenkranz beten\u201c, spricht ihn der Priester an.<br>&#8211; \u201eSprechen Sie nicht vom Rosenkranz\u201c, antwortet der Kranke.<br>&#8211; \u201eAber dieses Gebet kann nur gut sein f\u00fcr Sie.\u201c<br>&#8211; \u201eIm Gegenteil, Hochw\u00fcrden, der Rosenkranz ist der Grund meines Ungl\u00fccks.\u201c<br>&#8211; \u201eWieso, mein Freund? Was wollen Sie damit sagen?\u201c<br><br>&#8211; \u201eWeil Sie es w\u00fcnschen, werde ich es Ihnen sagen. Als ich ein Kind war, hat meine Mutter t\u00e4glich mit mir den Rosenkranz gebetet. Erwachsen geworden, musste ich in die Stadt, um einen Beruf zu erlernen. Dort haben mich schlechte Freunde zum B\u00f6sen verf\u00fchrt, zur Missachtung von Gottes Gesetz. Ich befand mich in dieser schlimmen Verfassung, als ich nach Hause gerufen wurde. Meine Mutter lag im Sterben. Um ihr kein Leid zu verursachen, verstellte ich mich und versprach ihr, dass ich, soweit es mir m\u00f6glich sein wird, jeden Tag ein St\u00fcckchen vom Rosenkranz beten werde. Meine arme Mutter gab mir daraufhin ihren Rosenkranz.<br>Nach der Beerdigung kehrte ich in meine Werkstatt zur\u00fcck. Aber auf dem Weg dorthin, gab der D\u00e4mon mir den Gedanken ein: \u201aBefreie dich von diesem Rosenkranz und wirf ihn weg.\u2019 Ich tat es und warf ihn mit Verachtung auf die Stra\u00dfe. Seither bin ich immer ungl\u00fccklich und glaube, dass ich verflucht bin.<br><br>Der Priester, der sehr ger\u00fchrt war, fragte: \u201eIn welchem Jahr und welchem Monat ist das geschehen?\u201c<br>Auf die genaue Antwort des Kranken, zog der Priester den Rosenkranz aus seiner Tasche und sagte:<br>\u201eW\u00fcrden Sie diesen Rosenkranz wieder erkennen, mein Freund?\u201c<br>Da konnte der Kranke nur einen Schrei aussto\u00dfen: \u201eDas ist der Rosenkranz meiner Mutter!\u201c<br><br>Er ergriff ihn liebevoll und weinend k\u00fcsste er ihn lange.<br>&#8211; \u201eMorgen werde ich wiederkommen, um Ihnen die Sakramente zu spenden. Ich lasse Ihnen solange den Rosenkranz, damit sie Ihre Schuld wiedergutmachen k\u00f6nnen. Sp\u00e4ter werde ich ihn mir wieder holen.\u201c<br><br>&#8211; \u201eNun\u201c, setzte der Geistliche fort, \u201edieser Rosenkranz, den Sie den Grund Ihres Ungl\u00fcckes nannten, war f\u00fcr mich der Grund meines Gl\u00fcckes, ich verdanke ihm, Priester zu sein. Jetzt, mein Freund, wird er die Ursache Ihres Gl\u00fcckes werden.\u201c<br><br>&#8211; \u201eJa, Hochw\u00fcrden. Ich m\u00f6chte beichten.\u201c<br>Einige Tage danach starb der Kranke, den Rosenkranz seiner Mutter k\u00fcssend, gl\u00fccklich und geheiligt \u2026 Der Priester aber nahm seinen armen, kleinen Rosenkranz wieder zur\u00fcck und tr\u00e4gt dieses teure Andenken immer bei sich. \u00a0 \u00a0 \u00a0<br>Auszug aus: Priestertum und Erneuerung<br>Erschienen in der \u201eMarianischen Sammlung\u201c 1977 von Fr. Albert Pfleger, Marist<\/td><\/tr><tr><td><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eines Tages findet ein Student, der, als er klein war, zwar gebetet hatte aber dann seinen Kinderglauben verlor, einen Rosenkranz am Stra\u00dfenrand. 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