24. Juli

Unverdrossen und in aller Demut trug der heilige Christophorus Tag und Nacht die Wanderer in des Stromes Wellen an das Ufer. So machte er es lange Zeit. Da geschah es, dass er eines Nachts ein kleines Kindlein rufen hörte, es über den Fluss zu tragen. Sogleich erhob er sich von seinem Lager, nahm barmherzig das Kindlein auf die Schulter und trug es, auf seinen starken Stock gelehnt, durch die Wellen. Aber als er mit dem Kindlein mitten im Flusse stand, da steigen die Fluten immer höher und höher und das Kindlein wurde immer schwerer und schwerer. Reprobus musste nicht mehr weiter zu kommen und voll Angst rief er:

„O Kindlein, wie schwer bist du, es ist, als ob die ganze Welt auf meinen Schulter laste.“

Da sprach das Kindlein:

„Du trägst fürwahr nicht nur die ganze Welt, sondern den, der Himmel und Erde erschaffen,“

und nach diesen Worten tauchte das Kind den starken Riesen unter die Wellen des Flusses und sprach weiter:

„Ich bin Jesus Christus, dein König und Herr, und taufe dich, dass du ein Christ seiest und Christophorus heißest. Und nun stecke diesen dürren Stock in die Erde; auf dass du meine Macht erkennest, soll er morgen Blätter und Blüten tragen.“

Das Kindlein verschwand; Christophorus stieg bebend an das Ufer, steckte seinen Stock, wie ihm geheißen, in die Erde, und sah ihn grünen und blühen. Da fiel er nieder zur Erde, gelobte dem Herrn Jesus ewige Treue und hielt Wort.

(Aus dem Leben des heiligen Christophorus)

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