12. Januar – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Mit dem Glauben legt der Heilige Geist auch den Samen der Hoffnung in das Menschenherz. Der Glaube ist nämlich, wie der Hebräerbrief sagt, »Feststehen in dem, was man erhofft, Überzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht« (11,1). Vor einem Horizont, der oft von Mutlosigkeit, Pessimismus, Entscheidungen für den Tod, Trägheit und Oberflächlichkeit geprägt ist, muß sich der Christ der aus dem Glauben hervorgehenden Hoffnung öffnen.

Dies ist dargestellt in der Szene aus dem Evangelium, als der Wirbelsturm über dem See losbricht: »Meister, Meister, wir gehen zugrunde!«, rufen die Jünger. Da fragt Christus sie: »Wo ist euer Glaube?« (Lk 8,24 –25). Mit dem Glauben an Christus und an das Reich Gottes ist man nie verloren, und die Hoffnung auf innere Ruhe erscheint erneut am Horizont. Auch für eine menschenwürdige Zukunft ist es nötig, den aktiven Glauben, der Hoffnung hervorbringt, erneut zum Blühen zu bringen. Darüber hat ein französischer Dichter folgendes geschrieben: Die Hoffnung ist das gespannte Warten auf den guten Sämann, sie ist die Sehnsucht des Menschen, der sich für die Ewigkeit bewirbt. Die Hoffnung ist Unendlichkeit der Liebe (vgl. Charles Péguy, Das Tor zum Geheimnis der Hoffnung).  

(Papst Johannes Paul II. am 24.01.2001)

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