29. Januar – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Die Evangelien berichten sehr wenig über das Jugendalter Jesu. Dreißig Jahre lang lebt er zusammen mit seinen Eltern in Nazaret in Zurückgezogenheit, ohne seine übernatürlichen Qualitäten zu offenbaren oder gar wunderbare Taten zu vollbringen. In einer würdigen und arbeitsamen Umgebung versucht Maria die Wege der Vorsehung tiefer zu ergründen sowie die Sendung ihres Sohnes zu erkennen.

Die Lebensgemeinschaft Mariens mit Jesus in Nazaret hat sie nicht nur im Glauben, sondern auch in der Hoffnung weitergeführt. Diese Tugend, die durch die Erinnerung an die Verkündigung des Engels Gabriel und an die Worte des Greisen Simeon bestärkt und getragen wird, umspannt zwar ihre gesamte irdische Existenz, doch trifft sie in besonderer Weise auf die dreißig Jahre der Stille und des Verborgenseins in Nazaret zu.

Wenn wir auf Nazaret schauen und das Geheimnis des verborgenen Lebens von Jesus und Maria betrachten, müssen wir an das Geheimnis unseres eigenen Lebens denken, das „mit Christus in Gott verborgen“ ist (Kol 3,3).

(Papst Johannes Paul II. am 29.01.1997)

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