19. August

„Die Liebe ist eine heilige Gemütsbewegung. Sie zieht der Gotteserkenntnis nichts anderes vor. Diese Liebe könnte niemand erlangen, dessen Herz an irgendwelche Güter der Welt gefesselt ist.
Wer Gott liebt, stellt das Wissen um ihn über alles, was von ihm geschaffen ist, und bemüht sich darum unablässig voll Verlangen.
Alles, was besteht, ist von Gott und auf ihn hin geschaffen. Gott überragt alles, was er ins Leben gerufen hat. Wer darum Gott verlässt, dessen Macht über jeden Vergleich erhaben ist, und wer sich dem Geringeren zuneigt, zeigt, dass er Gott niedriger einschätzt als das, was er geschaffen hat.“

(Auszug aus der Lesung der Lesehore am 20. Sonntag im Jahreskreis)

18. August

Gepriesen sei Gott, der Maria, die Mutter Christi, über alle Geschöpfe erhoben hat. Zu ihm lasst uns beten:

R: Schenke uns dein Erbarmen.

Herr, unser Gott, du hast Maria geheiligt und zur Mutter deines Sohnes gemacht;
– höre auf ihre Fürsprache und heilige uns.

Du hast uns Maria als Mutter und Vorbild geschenkt;
– höre auf ihre Fürsprache und beschütze uns.

Du hast Maria unter dem Kreuz gestärkt;
– höre auf ihre Fürsprache und stärke uns, wenn wir leiden müssen.

Du hast Maria durch die Auferweckung deines Sohnes froh gemacht;
– höre auf ihre Fürsprache und festige unsere Hoffnung.

(Bitten der Laudes)

16. August

„Mein Sohn, wenn du der Königskrone Ehre machen willst, befehle und rate ich dir, den katholischen und apostolischen Glauben gewissenhaft und sorgsam zu wahren, damit du allen, die Gott dir als Untertanen anvertraut hat, ein gutes Beispiel gibt’s und dich alle Männer der Kirche mit Recht einen wirklichen Mann des christlichen Bekenntnisses nennen können. Denn ohne dieses Bekenntnis, dessen bin ich sicher, bist du kein Christ und kein Sohn der Kirche.“

(Auszug aus der Lesung der Lesehore am Gedenktag des hl. Stephan von Ungarn)

15. August

Du große Herrin, schönste Frau,
hoch über Sternen steht dein Thron.
Du trugst den Schöpfer, der dich schuf,
und nährtest ihn an deiner Brust.

Was Eva einst verloren sah,
gibst du im Sohne reich zurück.
Der Himmel öffnet sich in dir;
zur Heimkehr steht der Weg uns frei.

Du Pforte für den Königssohn,
des neuen Lebens helles Tor,
in dir grüßt jauchzend alle Welt
das Leben, das du ihr geschenkt.

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Preis,
Gott, den die Jungfrau uns gebar,
Lob auch dem Vater und dem Geist
durch alle Zeit und Ewigkeit. Amen.

(Hymnus der Laudes am Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel)

14. August

„Es gibt keinen Menschen unter der Sonne, der nicht das Glück suchte. Bei allem, was wir tun, haben wir das Glück in dieser oder jener Form als Ziel vor Augen und streben ihm von Natur aus zu. Das Glück aber, das nicht auf der Wahrheit gegründet ist, kann ebensowenig von Dauer sein, wie die Unwahrheit von Dauer ist. Allein die Wahrheit ist das zuverlässige Fundament des Glücks, für den einzelnen Menschen wie für die gesamte Menschheit.“

(Auszug aus der Lesung der Lesehore am Gedenktag des hl. Maximilian Maria Kolbe)

13. August

Du Abglanz von des Vaters Pracht,
du bringst aus Licht das Licht hervor,
du Licht vom Licht, des Lichtes Quell,
du Tag, der unsern Tag erhellt.

Du wahre Sonne, brich herein,
du Sonne, die nicht untergeht,
und mit des Geistes lichtem Strahl
dring tief in unsrer Sinne Grund.

Wir rufen auch den Vater an,
den Vater ew´ger Herrlichkeit,
den Vater, reich an mächt´ger Huld:
er halte fern, was uns versucht.

Er stärke uns zum guten Werk,
er leite machtvoll unser Tun,
er sei uns Kraft in harter Fron
und lenke unsren schwachen Geist.

Und Christus werde unser Brot,
und unser Glaube sei uns Trank,
in Freude werde uns zuteil
des Geistes klare Trunkenheit.

Das Morgenrot steigt höher schon,
wie Morgenrot geh ER uns auf:
in seinem Vater ganz der Sohn
und ganz der Vater in dem Wort. Amen.

(Hymnus der Laudes)

12. August

Laßt uns beten zu Gott, unserem Vater, der alle Menschen liebt:

R: Herr, zeige uns dein Erbarmen.

Alles Gute kommt von dir;
– gib, dass alle Menschen dir danken.

Du lässt dein Wort in der ganzen Welt verkünden;
– stärke deine Boten mit der Kraft des Heiligen Geistes.

Du sprichst zu uns durch die Zeichen der Zeit;
– hilf, dass alle Christen mitbauen an einer menschenwürdigen Welt.

Du vermagst Seele und Leib zu heilen;
– richte die Kranken auf und steh den Sterbenden bei.

Du hast die Namen der Deinen in das Buch des Lebens geschrieben;
– nimm unsere Verstorbenen auf in die Schar der Heiligen.

 

(Bitten der Laudes am 19. Sonntag im Jahreskreis)

11. August

„Glücklich der, dem es gegeben ist, vom heiligen Gastmahl zu trinken und mit dem ganzen Herzen dem anzuhangen, dessen Schönheit die seligen Scharen des Himmels immerfort bewundern, dessen Liebe uns bewegt, dessen Betrachtung uns erquickt, dessen Güte und Süße uns erfüllt, dessen Gedächtnis beglückend aufleuchtet, von dessen Duft die Toten lebendig werden und dessen herrliche Schau die Bürger des himmlischen Jerusalems erfreut. Dieses Jerusalem ist der Glanz der ewigen Herrlichkeit, der Widerschein des ewigen Lichtes, der ungetrübte Spiegel“1. Schau jeden Tag in diesen Spiegel, Königin, Braut Jesu Christi, und erblicke in ihm dauernd dein Angesicht. Schmück dich innen und außen, mit buntgestickten Kleidern2; geziert mit den Tugenden wie mit Blumen und prächtigen Kleidern, wie es der keuschen Tochter und Braut des höchsten Königs zukommt. In diesem Spiegel leuchten stetige Armut, heilige Demut und unaussprechliche Liebe, wie du das über den ganzen Spiegel hin mit Gottes Gnade erkennen kannst.“

(Auszug aus der Lesung der Lesehore am Gedenktag der hl. Klara)