Liebe Jugendliche! Es wird mir immer mehr bewusst, wie sehr es von der Vorhersehung gewollt und prophetisch war, dass gerade dieser Tag, der Palmsonntag, euer Tag geworden ist. Dieses Fest enthält eine besondere Gnade, die Gnade der mit dem Kreuz vereinten Freude als Zusammenfassung des christlichen Geheimnisses.
Heute rufe ich euch zu: Geht, ohne müde zu werden, auf dem Weg weiter, den ihr eingeschlagen habt, um überall Zeugen des glorreichen Kreuzes Christi zu sein. Habt keine Angst! Die Freude des gekreuzigten und auferstandenen Herrn sei eure Kraft, und die allerseligste Jungfrau Maria sei immer an eurer Seite.
Wenn sich das Christentum in unserer Zeit vor allem durch die ‚Kunst des Gebetes‘ auszeichnen soll, wie könnte man dann nicht ein erneuertes Verlangen spüren, lange im geistlichen Zwiegespräch, in stiller Anbetung, in einer Haltung der Liebe bei Christus zu verweilen, der im Allerheiligsten gegenwärtig ist? Wie oft, meine lieben Brüder und Schwestern, habe ich diese Erfahrung gemacht, und daraus Kraft, Trost und Stärkung geschöpft!
Hl. Johannes-Paul II., Enzyklika „Ecclesia de Eucharistia“ vom 17. April 2003, Nr. 25.
Wir müssen uns um die Einheit bemühen, ohne uns durch die Schwierigkeiten entmutigen zu lassen, die uns begegnen oder sich längs des Weges anhäufen können; andernfalls bleiben wir dem Worte Christi nicht treu, verwirklichen wir nicht sein Testament.
Inmitten der Fastenzeit hält die Kirche inne und blickt auf den Beginn des Heilswerks Christi: die Verkündigung des Engels an Maria. Was sich auf Golgota vollenden wird, ist im „fiat“ der Gottesmutter grundgelegt. Durch ihr Jawort nimmt die Jungfrau aus Nazareth teil am Geheimnis der Erlösung.
Am Kreuz legt Jesus seiner Mutter die Menschheit ans Herz. Mit Maria wollen auch wir uns dem Willen Gottes des Vaters übereignen. Aus solcher Hingabe erwächst uns der wahre Friede, den wir für unsere Zeit erflehen. Heute, zwanzig Jahre nach der Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens, ist die Welt noch von Hass, Gewalt und Krieg gezeichnet. Weiter vertrauen wir der Fürsprache Mariens bei ihrem göttlichen Sohn.
Wir feiern morgen das Hochfest der Verkündigung des Herrn, an dem wir die Inkarnation des ewigen Wortes betrachten, das im Schoß Marias Mensch geworden ist. Das »Ja« der Jungfrau hat die Türen zur Verwirklichung des Heilsplans des himmlischen Vaters geöffnet, des Plans der Erlösung für alle Menschen.
Dieses Fest, das in diesem Jahr mitten in die Fastenzeit fällt, führt uns einerseits zurück zu den Anfängen der Erlösung, anderseits lädt es uns ein, den Blick auf das Ostergeheimnis zu richten. Wir schauen auf den gekreuzigten Christus, der die Menschheit erlöst hat, indem er den Willen des Vaters bis zum Letzten erfüllt hat. Auf Golgota hat Jesus in den letzten Augenblicken seines Erdenlebens uns Maria als Mutter anvertraut, und er hat uns ihr als Kinder übergeben.
Mit dem Geheimnis der Menschwerdung aufs engste verbunden, hat die Gottesmutter teil am Geheimnis der Erlösung. Ihr »Fiat«, das wir morgen in Erinnerung rufen, ist der Widerhall des »Fiat« des menschgewordenen Wortes. In tiefer Übereinstimmung mit dem »Fiat« Christi und dem der Jungfrau ist jeder von uns aufgerufen, sein eigenes Ja zu den geheimnisvollen Plänen der Vorsehung zu sprechen. Denn nur aus der vollen Zustimmung zum göttlichen Willen erwachsen die Freude und der wahre Frieden, den wir alle uns auch in dieser Zeit wünschen.
Heute möchte ich den himmlischen Schutz des hl. Josef über alle Väter und ihre Aufgaben im Bereich der Familie herabflehen. Ihm vertraue ich auch die Bischöfe und die Priester an, denen in der kirchlichen Familie der Dienst der geistlichen, pastoralen Vaterschaft aufgetragen ist. Mögen alle in der konkreten Ausübung der eigenen Verantwortung die fürsorgliche und treue Liebe Gottes widerspiegeln. Das erwirke uns die Fürbitte des hl. Josef und der Allerheiligsten Maria, Königin der Familien und Mutter der Kirche.
Wie jedes Kind lernte Jesus die Grundkenntnisse des Lebens und die Art des Verhaltens von seinen Eltern. Und wie sollten wir nicht mit inniger Verwunderung annehmen, dass sein vollkommener Gehorsam dem Willen Gottes gegenüber in menschlicher Hinsicht vor allem durch die Befolgung des Vorbildes seines Vaters Josef, des »gerechten Mannes« (vgl. Mt 1,19), gereift war?
Josef ist der Vater Jesu, denn er ist wirklich der Mann Marias. Sie hat als Jungfrau empfangen durch das Wirken Gottes, aber das Kind ist auch Sohn Josefs, ihres rechtmäßigen Ehegatten. Deshalb werden beide im Evangelium »die Eltern« Jesu genannt (Lk 2,27.41).
Durch die Ausübung seiner Vaterschaft wirkt Josef in der Fülle der Zeit an dem großen Geheimnis der Erlösung mit (vgl. Redemptoris custos, 8). »Seine Vaterschaft kommt konkret darin zum Ausdruck, dass er ›sein Leben zu einem Dienst … [am] Geheimnis der Menschwerdung und … [dem] damit verbundenen Erlösungsauftrag gemacht hat; … dass er seine menschliche Berufung zur familiären Liebe in die übernatürliche Darbringung seiner selbst, seines Herzens und aller Fähigkeiten verwandelt hat, in die Liebe, die er in den Dienst des seinem Haus entsprossenen Messias gestellt hat‹« (ebd.). Dazu hat Gott Josef seine eigene Vaterliebe mitgeteilt, die Liebe des Vaters, »nach dessen Namen jedes Geschlecht im Himmel und auf der Erde benannt wird« (Eph 3,15).
Gott ist einer, und er ist Vater von allen, und allen will er das durch seinen Sohn bewirkte Heil bieten: das, was das Johannesevangelium Geschenk des ewigen Lebens nennt. Dieses Geschenk muss angenommen und mitgeteilt werden auf der Welle jener Erkenntlichkeit, die Paulus im zweiten Brief an die Thessalonicher sagen ließ: »Wir müssen Gott zu jeder Zeit euretwegen danken, vom Herrn geliebte Brüder, weil Gott euch als Erstlingsgabe dazu auserwählt hat, aufgrund der Heiligung durch den Geist und aufgrund eures Glaubens an die Wahrheit gerettet zu werden« (2 Thess 2,13).