8. Dezember

O Jungfrau, rein und makellos,
o Mutter, die uns Gott gebar,
du bist des Himmels offnes Tor,
Der Engel Freude, unser Ruhm.

Dich hat vor allem Anbeginn
des Vaters Liebe auserwählt,
dass du, vor jeder Schuld bewahrt,
der Welt den neuen Adam schenkst.

Noch ehe unser Retter kam,
ward dir in Fülle schon zuteil,
was er in Tod und Auferstehn
erwirkte der verlornen Welt.

Du reine Jungfrau, sei gegrüßt,
in der wir unsre Hoffnung schaun:
Du stehst als großes Zeichen da,
der neuen Schöpfung klares Bild.

Dem Herrn sei Preis und Herrlichkeit,
der uns befreit vom Joch der Schuld,
dem Vater und dem Geiste Lob
durch alle Zeit und Ewigkeit. Amen.

(Hymnus der Laudes am Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottes mutter Maria)

7. Dezember

Auf, du kleiner Mensch, flieh ein wenig deine Geschäftigkeit, und versteck dich eine kleine Weile vor deinen lauten Gedanken! Wirf die Sorgen ab, die auf dir lasten, und lass deine Zerstreuungen! Gönne dir Zeit für Gott, komm bei ihm zur Ruhe!
Geh in das Kämmerlein deines Herzens; schließ alles aus außer Gott und dem, was dir hilft, ihn zu suchen! Schließ die Tür zu, und suche ihn! Dann, mein ganzes Herz, sprich zu Gott: Ich suche dein Angesicht. „Dein Angesicht, Herr, will ich suchen.“  Nun, mein Herr und mein Gott, lehre du mein Herz, wo und wie es dich suchen, wo und wie es dich finden kann.

(Auszug aus der Lesung der Lesehore)

06. Dezember

Biete auf deine Macht, Herr, unser Gott, und komm. Eile uns zu Hilfe mit göttlicher Kraft, damit durch dein gnädiges Erbarmen bald das Heil kommt, das unsere Sünden noch aufhalten. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinem Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

(Oration des Stundengebetes)

05. Dezember

Gepriesen sei das Wort Gottes, das unter uns gewohnt hat, damit wir seine Herrlichkeit schauen. Zu ihm lasst uns beten:

R: Zeige uns deine Herrlichkeit.

Immanuel, du führst die Welt zu ihrem Ziel;
– führe uns durch diesen Tag.

Du urteilst nicht nach dem Augenschein,
– sieh auf unseren Willen zum Guten.

Hilf uns Neid und Rache überwinden;
– hilf uns einander vergeben.

Wenn du einst wiederkommst,
– dann gib, dass wir mit Zuversicht vor dein Angesicht treten können.

(Bitten der Laudes)

04. Dezember

 

Herr und Gott, in unserer Bedrängnis rufen wir zu dir, erhöre die Bitten deines Volkes. Bewahre uns vor aller Ansteckung des Bösen und tröste uns durch die Ankunft deines Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

(Oration des Stundengebetes)

03. Dezember

„Erbitte dir vom Herrn, deinem Gott, ein Zeichen, sei es von unten, aus der Unterwelt, oder von oben, aus der Höhe!“ Wir haben gehört, wie Jesaja den König Ahas aufforderte, vom Herrn ein Zeichen zu erbitten von unten, aus der Unterwelt, oder von oben, aus der Höhe. Wir hörten auch die Antwort des Königs, die fromm klang, ohne fromm zu sein. Darum geschah es ihm recht, dass er am Ende von dem getadelt wurde, der in das Herz sieht und von dem jeder Gedanke laut redet, zuletzt verworfen zu werden.

(Auszug aus der Lesung der Lesehore)

02. Dezember

Hört, eine helle Stimme ruft
und dringt durch Nacht und Finsternis:
Wacht auf und lasset Traum und Schlaf –
am Himmel leuchtet Christus auf.

Dies ist der Hoffnung lichte Zeit;
der Morgen kommt, der Tag bricht an:
Ein neuer Stern geht strahlend auf,
vor dessen Schein das Dunkel flieht.

Vom Himmel wird als Lamm gesandt,
der alle Sünde auf sich nimmt.
Wir blicken gläubig zu ihm auf
und bitten ihn um sein Verzeihn,

dass, wenn im Licht er wiederkommt,
sein Glanz die Welt mit Schrecken schlägt,
er nicht die Sünde strafend rächt,
uns liebend vielmehr bei sich birgt.

Ruhm, Ehre, Macht und Herrlichkeit
sei Gott dem Vater und dem Sohn,
dem Geiste, der uns Beistand ist,
durch alle Zeit und Ewigkeit. Amen.

(Hymnus der Laudes am 1. Adventssonntag)

 

01. Dezember

Wir wollen zu denen gehören, die Dank sagen und Gott dienen, nicht zu den Gottlosen, die gerichtet werden. Ich selbst bin durchaus ein Sünder und der Versuchung nicht entrückt, und ich lebe mitten unter Werkzeugen des Widersachers. Aber ich bemühe mich, nach der Gerechtigkeit zu streben, um in Furcht vor dem kommenden Gericht der Gerechtigkeit wenigstens nahe zu kommen.

(Auszug aus der Lesung der Lesehore)

30. November

Andreas weilte bei Christus und lernte vieles. Doch behielt er den Schatz nicht bei sich selbst, sondern eilte zu seinem Bruder, um ihn daran teilnehmen zu lassen. Bemerkenswert ist, was er zu seinem Bruder spricht: „Wir haben den Messias gefunden, das heißt übersetzt Christus (den Gesalbten).“ Er konnte erst kurze Zeit bei Christus lernen. Aber siehe, er zeigt, wieviel er schon gelernt hat! Die Kraft des Lehrers wird spürbar, von dem er und Johannes diese Einsicht haben, deutlich auch die Bereitwilligkeit, mit der sie sich gleich von Anfang um diese Erkenntnis bemühten.

(Auszug der Lesung der Lesehore am Gedenktag des hl. Andreas)