28. August – Ganz Dein…

Das lieblose Reden
Das freventliche Urteil bewirkt Unruhe, Verachtung der Mitmenschen, Hochmut, Selbstgefälligkeit und viele andere schädliche Folgen, unter denen die lieblose Nachrede eine der schlimmsten ist, eine wahre Pest der Gesellschaft. Hätte ich doch eine der glühenden Kohlen vom heiligen Altar, um die Lippen der Menschen damit zu berühren, damit ihre Schlechtigkeit getilgt und sie von der Sünde gereinigt würden, wie es Jesaja durch den Seraph geschah (Jesaja 6,6ff). Wer die üble Nachrede aus der Welt schaffen könnte, hätte sie von einem großen Teil der Sünden und der Bosheit befreit.

Fortsetzung folgt…
(Franz von Sales)

27. August – Ganz Dein…

Fortsetzung…
Rufen wir also vertrauensvoll zu ihm unablässig. „Das Gebet des Demütigen durchdringt den Himmel.“ Erleben wir unsre Augen „zum Gebirge, woher uns Hilfe kommt. Herr, Gott meines Heiles, ich habe Tag und Nacht zu dir gerufen. Der Arme rief, und der Herr hat ihn erhört; er hat ihn aus jeder Trübsal befreit. Gepriesen sei der Herr, weil er die Stimme meines Gebetes erhörte! Der Herr ist meine Hilfe und mein Schutz; mein Herz hat auf ihn gehofft; er stand mir bei, und mein Fleisch blühte auf. Aus der Tiefe meines Willens will ich ihn loben. All mein Gebein wird sprechen: Herr, wer ist dir gleich!“

 

(Thomas von Kempen)

26. August – Ganz Dein…

Fortsetzung…

Es heißt sich im Wollen üben, im Lenken der Einbildungskraft, die die Seele mitfortreißt. Es gilt, das Herz und seine Wünsche unbeugsamen Normen zu unterwerfen. Aber was tun wir, Gebrechliche, wenn uns niemand zu Hilfe kommt? Aus uns selber vermögen wir nichts; der Herr ist unsre einzige Stärke.

 

Fortsetzung folgt….
(Thomas von Kempen)

25. August – Ganz Dein…

Fortsetzung…
Anmerkung
Die meisten Menschen lassen sich durch den ersten Eindruck bestimmen; sie handeln, ohne sich mit Gott zu beratschlagen. Sie verbringen ihr Leben damit, am Abend zu bereuen, was sie morgens getan. Suche diese elende Schwachheit zu besiegen; strenge dich an, den plötzlichen Regungen, die in dir aufsteigen, zu widerstehen. Wer sich selber nicht meistert, schwebt in großer Gefahr. Jeden Augenblick kann er straucheln.

 

Fortsetzung folgt….
(Thomas von Kempen)

22. August – Ganz Dein…

Fortsetzung…

Wenn du bei keinem Vorkommnis am Äußern hängen bleibst, noch mit irdischem Auge Geschautes und Gehörtes prüfst, sondern bei jedem Anliegen sogleich mit Moses die Stiftshütte betrittst, um beim Herrn Rat zu holen, dann vernimmst du bisweilen Gottes Stimme und kehrst erleuchtet über viel Gegenwärtiges und Zukünftiges zurück.

 

Fortsetzung folgt….
(Thomas von Kempen)

21. August – Ganz Dein…

Fortsetzung…

Bemühe dich, kein Sklave noch Mitknecht, sondern ein Freier und „wahrer Hebräer“ zu sein, nachdem du zu den erlösten Gotteskindern gehörst, die über dem Gegenwärtigen stehen, den Blick dem Ewigen zuwenden, das Vergängliche als nebensächlich betrachten, das Himmlische als hauptsächlich, die sich nicht zum Zeitlichen gefangen nehmen lassen, sondern selber das Zeitliche zu einem würdigen Gottesdienst gestalten, so wir Gott es gewollt und unser oberster Hoherpriester es gefügt hat, der nichts ungeordnet ließ in seiner Schöpfung.

Fortsetzung folgt….
(Thomas von Kempen)

19. August – Ganz Dein…

Fortsetzung…
Erstrebe, erbitte, verlange nur das eine: jeden Eigenbesitz loszuwerden und entblößt dem entblößten Jesus zu folgen; dir abzusterben und ewig mir zu leben.
Dann verwehen alle eitlen Trugbilder, niedrigen Anwandlungen, unnützen Sorgen. Die übertriebene Angst weicht, und die ungeordnete Liebe erstirbt.

 

(Thomas von Kempen)