19. August – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

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Psalm 57 ist ein Gebet in einer bedrohlichen und leidvollen Lebenssituation, die mit dem Dunkel der Nacht und deren Gefahren verglichen wird. Der Beter hofft auf das Morgenrot, auf das neue anbrechende Licht, das die Dunkelheit und die Angst überwindet. 

Von einer dramatischen Wehklage an Gott geht der Psalm über in eine hoffnungsvolle Heiterkeit und einen freudigen Dank. Wir erleben hier den Übergang von der Angst zur Freude, von der Nacht zum Tag, vom Alptraum zur Seelenruhe, von der Klage zum Lobpreis. Diese menschliche Erfahrung finden wir des öfteren im Buch der Psalmen beschrieben: „Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt, hast mir das Trauergewand ausgezogen und mich mit Freude umgürtet. Darum singt dir mein Herz und will nicht verstummen. Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit“ (Ps 30, 12-13). 

Q.: Papst Johannes-Paul II. am 19.09.2001

18. August – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

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Und in bezug auf die Schlußformeln des Psalms, in denen gesagt wird: »Erheb dich über die Himmel, o Gott; deine Herrlichkeit erscheine über der ganzen Erde«, schreibt er: »In dem Maße, wie die Herrlichkeit Gottes sich auf der Erde ausbreitet und vom Glauben der Geretteten vermehrt wird, preisen die himmlischen Mächte Gott und jubeln über unsere Rettung« (vgl. ebd.). 

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Q.: Papst Johannes-Paul II. am 19.09.2001

17. August – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

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6. Gregor von Nyssa entdeckt in den Worten unseres Psalms gleichsam eine typische Beschreibung dessen, was sich in jeder menschlichen Erfahrung, die gegenüber der Erkenntnis der göttlichen Weisheit aufgeschlossen ist, vollzieht. »Er rettete mich nämlich« – so ruft er aus –, »nachdem er mich mit der Wolke seines Geistes überschattet hatte; diejenigen, die mich getreten hatten, sind gedemütigt worden« (vgl. In psalmorum inscriptiones). 

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Q.: Papst Johannes-Paul II. am 19.09.2001

16. August – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

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5. Der Psalm schließt mit einem Lobgesang an den Herrn, der am Wirken ist mit seinen heilsbringenden Eigenschaften, die unter anderen Bezeichnungen schon im ersten Teil der Anrufung erwähnt worden waren (vgl. V. 4). Jetzt ist – fast personifiziert – von göttlicher Güte und Treue die Rede. Sie überfluten die Himmel mit ihrer Gegenwart und sind wie das Licht, das in der Finsternis der Prüfungen und Verfolgungen strahlt (vgl. V. ). Aus diesem Grund hat sich der Psalm 57 in der christlichen Überlieferung zu einem Gesang des Erwachens zum Licht und zur Osterfreude verwandelt; diese breitet sich im Gläubigen aus, vertreibt die Angst vor dem Tod und eröffnet den Horizont der himmlischen Herrlichkeit. 

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Q.: Papst Johannes-Paul II. am 19.09.2001

15. August – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

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Indem er dieses Bild auf sich bezieht, überträgt der Psalmist wahrscheinlich den Brauch der ägyptischen oder phönizischen Priester in Begriffe der biblischen, also streng monotheistischen Religiosität: Diese Priester waren nämlich beauftragt, »die Morgenröte zu wecken«, das heißt die Sonne, die als gute Gottheit betrachtet wurde, aufs neue scheinen zu lassen. Der Psalmist spielt auch auf den Brauch an, in Zeiten der Trauer und Prüfung die Musikinstrumente aufzuhängen und zu verschleiern (vgl. Ps 37,2) und sie in Zeiten der Befreiung und Freude wieder zum festlichen Klang »aufzuwecken«. Die Liturgie lässt also die Hoffnung aufkeimen: Sie wendet sich an Gott mit der Einladung, sich erneut seinem Volk zu nähern und sein Flehen zu erhören. Im Psalter ist der Sonnenaufgang oft der Augenblick der göttlichen Erhörung nach einer Nacht des Gebets. 

Fortsetzung folgt …

Q.: Papst Johannes-Paul II. am 19.09.2001

14. August – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

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4. Wir kommen so zum zweiten Aspekt des Psalms, den des Dankes (vgl. V. 8 – 12). Ein Abschnitt fällt wegen seiner Intensität und Schönheit ganz besonders auf: »Mein Herz ist bereit, o Gott, mein Herz ist bereit, ich will dir singen und spielen. Wach auf, meine Seele! Wacht auf, Harfe und Saitenspiel! Ich will das Morgenrot wecken« (V. 8 – 9). Die Finsternis ist gewichen: Die Morgenröte des Heils wird durch den Gesang des Betenden herbeigeholt. 

Fortsetzung folgt …

Q.: Papst Johannes-Paul II. am 19.09.2001

13. August – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

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Die Gegenwart des Herrn lässt nicht lange auf eine Lösung warten, und zwar durch die Selbstbestrafung der Gegner: Sie stürzen in die Grube, die sie dem Gerechten gegraben hatten (vgl. V. 7). Dieses Vertrauen in die göttliche Gerechtigkeit, die im Psalter stets lebendig ist, bewahrt vor Entmutigung und Kapitulation vor der Arroganz des Bösen. Früher oder später stellt Gott sich auf die Seite des Gläubigen; er bringt die Ränkespiele der Frevler durcheinander und lässt sie über ihre eigenen bösen Vorhaben stolpern. 

Fortsetzung folgt …

Q.: Papst Johannes-Paul II. am 19.09.2001

12. August – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

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3. Der Betende bittet flehentlich, Gott möge vom Himmel seine Boten senden, denen er die vielsagenden Namen »Huld« und »Treue« (V. 4) gibt, als besondere Eigenschaften der heilsbringenden Liebe Gottes. Auch wenn er also vor dem grauenerregenden Brüllen der Raubtiere und der Heimtücke seiner Verfolger erschaudert, bleibt der Gläubige in seinem Innersten zuversichtlich und ruhig, wie Daniel in der Löwengrube (vgl. Dan 6, 7 – 25). 

Fortsetzung folgt …

Q.: Papst Johannes-Paul II. am 19.09.2001

11. August – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

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2. Unsere Betrachtungen konzentrieren sich auf zwei Aspekte des Psalms 57. Der erste betrifft die Erfahrung der Angst angesichts der Offensive durch das Böse, das den Gerechten zu treffen versucht (vgl. V. 2 –7). Im Mittelpunkt dieser Szene stehen Löwen in Angriffsstellung. Schon bald wird dieses Bild in ein Kriegssymbol verwandelt, mit Spießen, Pfeilen und Schwertern umschrieben. Der Betende fühlt sich von einer Art »Todesschwadron« überfallen. Um ihn kreist eine Jägerbande, die Fallen stellt und Gruben gräbt, um ihre Beute zu fangen. Diese gespannte Atmosphäre wird aber unmittelbar darauf gelöst, denn schon am Anfang (vgl. V. 2) erscheint das schützende Symbol der Flügel Gottes, die konkret auf die Bundeslade mit den geflügelten Cherubim verweisen, also auf die Gegenwart Gottes an der Seite der Gläubigen im heiligen Tempel von Zion. 

Fortsetzung folgt …

Q.: Papst Johannes-Paul II. am 19.09.2001

10. August – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

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Wir erleben also gewissermaßen eine Wandlung von der Angst zur Freude, von der Nacht zum Tag, vom Alptraum zur Zuversicht, vom Flehen zum Lob. Diese Erfahrung wird im Psalter oft dargestellt: »Da hast du mein Klagen in Tanzen verwandelt, hast mir das Trauergewand ausgezogen und mich mit Freude umgürtet. Darum singt dir mein Herz und will nicht verstummen. Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit« (Ps 30,2 – 13). 

Fortsetzung folgt …

Q.: Papst Johannes-Paul II. am 19.09.2001