02. September – Ganz Dein…

Fortsetzung…
Ich beschwöre dich also, niemals weder offen noch heimlich von irgendjemand lieblos zu reden. Hüte dich, deinen Mitmenschen fälschlich Verbrechen und Sünden anzudichten, heimlichen nachzuspüren, auszulegen und das Gute, das du an jemand kennst, in Abrede zu stellen, durch Bosheit zu verdrehen und durch Worte herabzusetzen.

Fortsetzung folgt…
(Franz von Sales)

01. September – Ganz Dein…

Fortsetzung…
Nach dem hl. Bernhard hat sowohl jener, der Schlechtes aussagt, wie jeder, der es anhört, den Teufel in sich: „der eine auf der Zunge, der andere im Ohr.“ David sagt von den Lästerern: „Sie haben ihre Zunge gespitzt wie die Schlangen“ (Psalm 140,4) Die Schlange hat eine gegabelte Zunge mit zwei Spitzen, wie Aristoteles sagt. So ist auch die Lästerung beschaffen: mit einem einzigen Züngeln trifft sie das Ohr des Zuhörers und den guten Ruf ihres Opfers und vergiftet beide.

Fortsetzung folgt…
(Franz von Sales)

30. August – Ganz Dein…

Fortsetzung…
Die üble Nachrede ist eine Art Mord. Wir haben drei Leben: das geistliche, das in der Gnade Gottes besteht, das körperliche, das seinen Sitz in der Seele hat, und das bürgerliche, das im guten Ruf liegt. Die Sünde nimmt uns das erste, der Tod das zweite, die üble Nachrede das dritte.

Fortsetzung folgt…
(Franz von Sales)

29. August – Ganz Dein…

Fortsetzung…
Wer dem Nächsten ungerechter Weise den guten Ruf nimmt, hat nicht nur eine Sünde begangen, er ist auch zur Wiedergutmachung verpflichtet, je nach der Art der üblen Nachrede. Keiner kann mit fremdem Gut belastet in den Himmel eingehen; von allen irdischen Gütern ist aber der gute Ruf das wertvollste.

Fortsetzung folgt…
(Franz von Sales)

28. August – Ganz Dein…

Das lieblose Reden
Das freventliche Urteil bewirkt Unruhe, Verachtung der Mitmenschen, Hochmut, Selbstgefälligkeit und viele andere schädliche Folgen, unter denen die lieblose Nachrede eine der schlimmsten ist, eine wahre Pest der Gesellschaft. Hätte ich doch eine der glühenden Kohlen vom heiligen Altar, um die Lippen der Menschen damit zu berühren, damit ihre Schlechtigkeit getilgt und sie von der Sünde gereinigt würden, wie es Jesaja durch den Seraph geschah (Jesaja 6,6ff). Wer die üble Nachrede aus der Welt schaffen könnte, hätte sie von einem großen Teil der Sünden und der Bosheit befreit.

Fortsetzung folgt…
(Franz von Sales)

27. August – Ganz Dein…

Fortsetzung…
Rufen wir also vertrauensvoll zu ihm unablässig. „Das Gebet des Demütigen durchdringt den Himmel.“ Erleben wir unsre Augen „zum Gebirge, woher uns Hilfe kommt. Herr, Gott meines Heiles, ich habe Tag und Nacht zu dir gerufen. Der Arme rief, und der Herr hat ihn erhört; er hat ihn aus jeder Trübsal befreit. Gepriesen sei der Herr, weil er die Stimme meines Gebetes erhörte! Der Herr ist meine Hilfe und mein Schutz; mein Herz hat auf ihn gehofft; er stand mir bei, und mein Fleisch blühte auf. Aus der Tiefe meines Willens will ich ihn loben. All mein Gebein wird sprechen: Herr, wer ist dir gleich!“

 

(Thomas von Kempen)

26. August – Ganz Dein…

Fortsetzung…

Es heißt sich im Wollen üben, im Lenken der Einbildungskraft, die die Seele mitfortreißt. Es gilt, das Herz und seine Wünsche unbeugsamen Normen zu unterwerfen. Aber was tun wir, Gebrechliche, wenn uns niemand zu Hilfe kommt? Aus uns selber vermögen wir nichts; der Herr ist unsre einzige Stärke.

 

Fortsetzung folgt….
(Thomas von Kempen)

25. August – Ganz Dein…

Fortsetzung…
Anmerkung
Die meisten Menschen lassen sich durch den ersten Eindruck bestimmen; sie handeln, ohne sich mit Gott zu beratschlagen. Sie verbringen ihr Leben damit, am Abend zu bereuen, was sie morgens getan. Suche diese elende Schwachheit zu besiegen; strenge dich an, den plötzlichen Regungen, die in dir aufsteigen, zu widerstehen. Wer sich selber nicht meistert, schwebt in großer Gefahr. Jeden Augenblick kann er straucheln.

 

Fortsetzung folgt….
(Thomas von Kempen)