17. Januar – Ganz Dein…

Die Liebe erstrebt das, was Gott will. Sie kennt keinen andern Willen, noch ein anderes Verlangen.

Sie murrt nicht, wenn der Vielgeliebte sich verbirgt und sich ihren Gefühlen entzieht, sondern erkennt sich unwürdig, ihn zu besitzen. Der Entzug, der sie läutert, facht ihren Eifer nur noch mehr an.

(nach dem hl. Thomas von Kempen)

16. Januar – Ganz Dein…

Die Liebe zählt nicht auf ihre eigene Kraft, sondern erwartet den Sieg bloss von der Hilfe von oben. Unterliegt sie bisweilen, steht se sogleich, ohne sich verwirren zu lassen, wieder auf, gedemütigt aber nicht entmutigt.

Ihre Reue ist zwar tief, aber ruhig, weil sie die Aufregung des Hochmutes nicht kennt. Ihre Fehler betrüben sie, aber überraschen sie nicht. Sie kennt ihre Schwäche, bedauert sie, aber vertraut auf die Gnadenhilfe.

(Thomas von Kempen)

15. Januar – Ganz Dein…

Die wahre Liebe gibt sich in den Werken kund. Sie ist immer bereit zu gehorchen, ermüdet nie, lässt sich nicht entmutigen. In Bitternis und Freude, in Trost und Leid lobt und preist sie gleichermaßen denjenigen, der schlägt und heilt, nach seinem göttlichen Ratschluss, unerforschlich für uns Geschöpfe. Wird die Liebe von einer Versuchung befallen, kämpft und widersteht sie friedlich.

(Thomas von Kempen)

13. Januar – Ganz Dein…

Der alte Feind bemüht sich bekanntlich nach Kräften, dein Verlangen nach dem Guten zu stören und dich von den frommen Übungen abzulenken.

Um dich zu plagen und zu schrecken und dir das Gebet und die fromme Lesung zu verleiden, flößt er dir eine Unmenge böser Gedanken ein.

Er möchte dich von der Beichte und der heiligen Kommunion zurückhalten.

Leih ihm kein Ohr, kümmere dich gar nicht um ihn.

(Thomas von Kempen)

Sei Dir gewiss: „Der Herr ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist der Beschirmer meines Lebens, vor wem sollte ich zagen?“

12. Januar – Ganz Dein…

Lass dich nicht durch irgendwelche Einbildungen verwirren. Bleibe nur deinem Vorsatz entschlossen treu, und habe unentwegt Gott vor Augen.

Es liegt auch keine Täuschung vor, wenn du dich bisweilen entrückt fühlst, und dann plötzlich wieder den gewöhnlichen blöden Herzensgedanken gegenüber siehst. Sie haben mehr dich, als du sie. Solange sie dir missfallen, und du dich dagegen wehrst, bedeuten sie keinen Verlust, sondern ein Verdienst.

(Thomas von Kempen)

11. Januar – Ganz Dein…

Die edle Liebe verweilt nicht bei der gabe, sondern ruht über allen Gaben in Gott.

Halte jedoch nicht gleich alles für verloren, wenn du dich zuweilen gegenüber Gott poder den Heiligen gleichgültig fühlst, ohn e es zu wolen.

Fromme und angenehme Gefühle entspringen einer augenblicklichen Gnade und bilden einen gewissen Vorgeschmack der ewigen Heimat. Man lege nicht zuviel Gewicht darauf, denn sie kommen und gehen.

(Thomas von Kempen)

09. Januar – Ganz Dein…

„Wenn jemand fromm und gottgefällig in Jesus Christus leben und daher Verfolgung leiden und täglich sein Kreuz tragen will, so glaube ich nicht, dass er ohne liebende Marienverehrung imstande ist, große Kreuze freudig und bis zum Ende zu tragen; denn sie ist es, die die Kreuze versüßt.“

(hl. Ludwig Maria Grignon von Montfort)