08. April

Jesus erscheint Maria Magdalena

Maria aber stand draußen vor dem Grabe und weinte. Und während sie weinte, beugte sie sich hinein ins Grab und sah zwei Engel dasitzen, in weißen Gewändern, einen zu Häupten und einen zu den Füßen, wo der Leib Jesu gelegen hatte. Sie sagten zu ihr: »Frau, was weinst du?« Sie sagte zu ihnen: »Weil sie meinen Herrn weggenommen haben und ich nicht weiß, wo man ihn hingelegt hat.« 

Nach diesen Worten wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, aber ohne zu wissen, dass es Jesus war. Jesus sprach zu ihr: »Frau, was weinst du? Wen suchst du?« Da sie meinte, er sei der Gärtner, sagte sie zu ihm: »Herr, wenn du ihn weggetragen hast, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast, und ich will ihn holen.« Jesus sprach zu ihr: »Maria!« Sie wandte sich um und sagte auf hebräisch zu ihm: »Rabbuni«, das heißt: »Mein Herr!« Jesus sprach zu ihr: »Rühre mich nicht an; denn noch bin ich nicht aufgefahren zum Vater; geh aber zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.« Maria Magdalena ging und verkündete den Jüngern: »Ich habe den Herrn gesehen«, und dies habe er ihr gesagt.

(Johannes 20,11-18)

Ostermontag

Erscheinung Jesu vor zwei Jüngern

Und siehe, noch am gleichen Tag waren zwei von ihnen unterwegs nach einem Dorf namens Emmaus, sechzig Stadien von Jerusalem entfernt. Sie redeten miteinander über alles, was sich zugetragen hatte. Und es geschah, während sie redeten und sich miteinander besprachen, näherte sich Jesus und ging mit ihnen.

Ihre Augen aber waren gehalten, so dass sie ihn nicht erkannten. Er sprach zu ihnen: »Was sind das für Gespräche, die ihr unterwegs miteinander führt?« Da blieben sie traurig stehen, und der eine, namens Kleophas, erwiderte ihm: »Bist du der einzige, der in Jerusalem weilt und nicht weiß, was geschah dort in diesen Tagen?« Er sprach zu ihnen: »Was denn?« Und sie sagten: »Das mit Jesus von Nazareth, der ein Prophet war, mächtig in Tat und Wort vor Gott und vor dem ganzen Volk; und wie ihn unsere Hohenpriester und Ratsherren der Verurteilung zum Tode überlieferten und ihn kreuzigten. Wir aber hofften, dass er es sei, der Israel erlösen würde. Aber nun ist nach all dem schon der dritte Tag, seit dies geschah. Es haben uns jedoch einige Frauen von uns in Aufregung versetzt, die in aller Frühe am Grabe waren, ohne seinen Leichnam zu finden, und mit der Nachricht kamen, sie hätten eine Erscheinung von Engeln gehabt, die gesagt hätten, dass er lebe. Einige von den Unsrigen gingen darauf zum Grabe und fanden es so, wie schon die Frauen gesagt hatten; ihn selbst aber sahen sie nicht.« 
Da sprach er zu ihnen: »Ihr Unverständigen und Schwerfälligen im Herzen, um all das zu glauben, was die Propheten sagten! Musste nicht der Messias dies leiden und so eingehen in seine Herrlichkeit?« Und ausgehend von Moses und allen Propheten, zeigte er ihnen, was in allen Schriften sich bezieht auf ihn. Und sie erreichten das Dorf, wohin sie gingen, er aber tat, als wolle er weitergehen. Sie drängten ihn und sagten: »Bleib bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich schon geneigt.« Da trat er ein, um bei ihnen zu bleiben. Als er mit ihnen bei Tische war, geschah es, da nahm er das Brot, sprach den Segen, brach es und gab es ihnen. Und es taten sich ihre Augen auf, und sie erkannten ihn; er aber entschwand aus ihrer Mitte. Da sagten sie zueinander: »Brannte nicht unser Herz in uns, als er auf dem Wege mit uns redete und die Schrift uns erschloss?« Und sie standen auf und kehrten zur selben Stunde nach Jerusalem zurück, und sie fanden die Elf und ihre Gefährten versammelt, die sagten: »Der Herr ist wahrhaft auferstanden und ist dem Simon erschienen!« Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hätten beim Brechen des Brotes.

(Lukas 24,13-35)

Ostersonntag

Das leere Grab

Am ersten Tag der Woche kam Maria Magdalena frühmorgens, da es noch dunkel war, zum Grabe und sah, dass der Stein vom Grabe weggenommen war. Da lief sie und kam zu Simon Petrus und zu dem anderen Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: »Sie haben den Herrn aus dem Grabe genommen, und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat.« Petrus und der andere Jünger machten sich auf und eilten zum Grabe.

Beide liefen zugleich, doch der andere Jünger lief schneller als Petrus und kam als erster zum Grabe. Er beugte sich hinein und sah die Leinenbinden liegen, doch ging er nicht hinein. Da kam auch Simon Petrus hinter ihm nach und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen, das Schweißtuch aber, das über seinem Haupte war, lag nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengefaltet für sich an einem eigenen Platz. Nun ging auch der andere Jünger, der als erster zum Grabe gekommen war, hinein und sah und glaubte. Denn noch hatten sie die Schrift nicht erfasst, dass er auferstehen müsse von den Toten.

(Johannes 20,1-9)

Karsamstag

Allmächtiger, ewiger Gott, dein eingeborener Sohn ist in das Reich des Todes hinabgestiegen und von den Toten glorreich auferstanden. Gib, dass deine Gläubigen, die durch die Taufe mit ihm begraben wurden, durch seine Auferstehung zum ewigen Leben gelangen. Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.

(Oration des Stundengebetes)

 

 

 

 

Karfreitag

Gepriesen sei Jesus Christus, unser Erlöser, der für uns gelitten hat, der begraben wurde und von den Toten auferstanden ist. Zu ihm lasst uns beten:

R: Herr, erbarme dich unser.

Herr und Meister, du bist für uns gehorsam geworden bis zum Tod;
– lehre uns, dem Vater im Himmel gehorsam zu sein.

Du bist unser Leben, du hast durch das Kreuz den Tod überwunden;
– lass uns mit dir auferstehen in Herrlichkeit.

Du bist unser Heil, du hast die Menschen geliebt und dein Leben für alle hingegeben;
– gib, dass wir einander lieben, wie du uns geliebt hast.

Heiland der Welt, du hast am Kreuz die Arme ausgebreitet, um alle an dich zu ziehen;
– führe die Kinder Gottes aus der Zerstreuung in das Reich des Vaters.

(Fürbitten der Laudes)

 

Mittwoch in der Karwoche


Der Gebieter und Herr öffnete mir das Ohr. Ich selbst habe mich nicht gesträubt, wich nicht zurück. Den Schlagenden bot ich meinen Rücken, den Raufenden meine Wange; mein Antlitz verbarg ich nicht vor Schmähen und Anspeien. Doch der Gebieter und Herr hilft mir, darum werde ich nicht beschämt. Wie Kieselgestein verhärtete ich deshalb mein Antlitz; ich weiß, ich werde nicht zuschanden.

(Kurzlesung der Laudes)

Montag in der Karwoche

Heilig Kreuz, du Baum der Treue,
edler Baum, dem keiner gleich,
keiner so an Laub und Blüte,
keiner so an Früchten reich:
Süßes Holz, o süße Nägel,
welche süße Last an euch.

Beuge, hoher Baum, die Zweige,
werde weich an Stamm und Ast,
denn dein hartes Holz muss tragen
eine königliche Last,
gib den Gliedern deines Schöpfers
an dem Stamme linde Rast.

Du allein warst wert zu tragen
aller Sünden Lösegeld,
du, die Planke, die uns rettet
aus dem Schiffbruch dieser Welt.
Du, gesalbt vom Blut des Lammes,
Pfosten, der den Tod abhält.

Lob und Ruhm sei ohne Ende
Gott, dem höchsten Herrn, geweiht.
Preis dem Vater und dem Sohne
und dem Geist der Heiligkeit.
Einen Gott in drei Personen
lobe alle Welt und Zeit. Amen.

(Hymnus der Laudes)