24. Juli

Unverdrossen und in aller Demut trug der heilige Christophorus Tag und Nacht die Wanderer in des Stromes Wellen an das Ufer. So machte er es lange Zeit. Da geschah es, dass er eines Nachts ein kleines Kindlein rufen hörte, es über den Fluss zu tragen. Sogleich erhob er sich von seinem Lager, nahm barmherzig das Kindlein auf die Schulter und trug es, auf seinen starken Stock gelehnt, durch die Wellen. Aber als er mit dem Kindlein mitten im Flusse stand, da steigen die Fluten immer höher und höher und das Kindlein wurde immer schwerer und schwerer. Reprobus musste nicht mehr weiter zu kommen und voll Angst rief er:

„O Kindlein, wie schwer bist du, es ist, als ob die ganze Welt auf meinen Schulter laste.“

Da sprach das Kindlein:

„Du trägst fürwahr nicht nur die ganze Welt, sondern den, der Himmel und Erde erschaffen,“

und nach diesen Worten tauchte das Kind den starken Riesen unter die Wellen des Flusses und sprach weiter:

„Ich bin Jesus Christus, dein König und Herr, und taufe dich, dass du ein Christ seiest und Christophorus heißest. Und nun stecke diesen dürren Stock in die Erde; auf dass du meine Macht erkennest, soll er morgen Blätter und Blüten tragen.“

Das Kindlein verschwand; Christophorus stieg bebend an das Ufer, steckte seinen Stock, wie ihm geheißen, in die Erde, und sah ihn grünen und blühen. Da fiel er nieder zur Erde, gelobte dem Herrn Jesus ewige Treue und hielt Wort.

(Aus dem Leben des heiligen Christophorus)

23. Juli

Birgitta hatte im Alter von 10 Jahren eine Erscheinung. Diese Erscheinung blieb der kleinen Brigitta beständig im Gedächtnisse und war die Veranlassung, dass sie von dieser Zeit an sich ganz zur Liebe Jesu wendete und die innigste Andacht gegen das bittere Leiden und Sterben Jesu Christi betätigte, an welches sie sich nie ohne Tränen erinnerte. Auf die eben erzählte Erscheinung folgten viele andere, besonders zur Zeit des Gebetes, an welchem Brigitta ihre größte Freude fand.

22. Juli

Maria Magdalena bekehrte durch ihre eifrigen Belehrungen und ihren heiligen Lebenswandel sehr viel zum wahren Glauben. Dann begab sie sich in eine von allen Menschen abgesonderte Wildnis und nahm ihre Wohnung in einer düsteren Berghöhle bei Beaume, wo sie dreißig Jahre in der innigsten Vereinigung mit Jesus als Klausnerin und strenge Büßerin lebte.

21. Juli

Kaum hatte Laurentius von Brindisi das vierte Lebensjahr erreicht, als er sich von allen, seinem Alter gewöhnlichen, Vergnügungen losmachte, und durch die Eingezogenheit seines Äußeren Alle erbaute, die mit ihm in Berührung kamen. Jetzt entstand, auch in ihm das Verlangen nach dem Ordensstande, und da er in denselben noch nicht eintreten konnte, so wünschte er wenigstens das Kleid des hl. Franziskus, welches er denn auch erhielt und zwar im Kloster St. Paul zu Brindisi, wo die Konventualen wohnten, die das väterliche Haus öfter besuchten.

Er wohnte nun fast beständig im Kloster, wo er von den Ordensmännern, und namentlich von dem berühmten Prediger P. Virgilius Giacomo, Erziehung und Unterricht erhielt. Unter dieser Leitung machte er große Fortschritte und da es in Brindisi, wie in anderen Städten Italiens, gebräuchlich war, dass Knaben während der Oktav vor Weihachten in einigen Kirchen Vorträge hielten, die sich auf die Geburt des göttlichen Erlösers bezogen, so hielt auch Julius in einem Alter von 6 Jahren in der Domkirche solche Vorträge, die auf alle Zuhörer einen großen Eindruck machten und mehrere Bekehrungen veranlassten.

20. Juli

Das letzte Gebet der heiligen Margareta von Antiochien war:

»Herr Jesus Christus, ich empfehle dir meinen Geist und bitte dich auch, dass du Allen jenen zu Hilfe kommst, die mich und meine Marter ehren mit Kirchgang und mit Lichtern, mit Beten und Almosen. In welcher Not sie sind, so sollst du sie durch meinen Willen gewähren und sollst ihnen ihre Sünden vergeben. Und wer eine Kirche zu meiner Ehre baut, dem gib das Himmelreich darum.«

16. Juli

Karmel ist ein Berg, der in Palästina und am Mittelmeer liegt. Auf diesem Berge Karmel, an der Stelle, wo einst der Prophet Elias eine Wolke herniedersteigen sah, die man schon früher als ein Sinnbild der gnadenvollen, unbefleckten Jungfrau Maria gedeutet hatte, lebten frühzeitig fromme Christen von der Welt zurückgezogen, voll Eifer im Gebet und in Bußübungen und besonders beflissen, Maria, die Mutter Jesu, des Sohnes Gottes, als ihre Fürbitterin und Beschützerin zu verehren.

(Unsere Liebe Frau auf dem Berge Karmel)

15. Juli

Der hl. Bonaventura, Kardinalbischof von Albano im Kirchenstaat und Kirchenlehrer, von der Schule wegen seiner tiefen Kenntnisse in der Gottesgelehrtheit und seines flammenden Eifers für Gottes Ehre Doctor seraphicus d.i. seraphischer Lehrer genannt, wurde im Jahr 1221 zu Bagnarea in Toscana geboren, und stammte von gottesfürchtigen Eltern ab, die Johannes von Fidenza und Maria Ritelli hießen. In der heil. Taufe erhielt er den Namen seines Vaters Johannes, ward aber später Bonaventura genannt.

14. Juli

Ein Jahr vor seinem Tod besuchte Kamillus die Ordenshäuser, welche er in verschiedenen Städten gegründet hatte. Zu Genua wurde er krank, aber kaum gesund, betrat er wieder die Spitäler, denn von seinen Kranken wollte er sich nicht trennen. Jetzt aber ergriff ihn die Krankheit aufs Neue und sein Tod nahte heran. Als man ihm dies ankündigte, rief er freudig aus:

„Ich freue mich, dass man mir gesagt hat: wir werden gehen in das Haus des Herrn“.

Er ließ sich die heiligen Sakramente reichen und als man ihm den hochheiligen Leib des Herrn zeigte, rief er mit Tränen in den Augen aus:

„Ich erkenne, o Herr, dass ich der größte Sünder und der Gnade, die du mir verleihen willst, nicht würdig bin; erlöse mich durch deine unendliche Barmherzigkeit. Ich setze mein ganzes Vertrauen auf die Verdienste deines kostbaren Blutes.“

Und doch hatte er ein so heiliges Leben geführt und täglich mit der innigsten Zerknirschung und Andacht gebeichtet. Wie er vorhergesagt, starb er am 14. Juli 1614. Seine letzten Worte waren: Jesus, Maria.