Von der Kenntnis der Gebote schritten sie voran zum Ertragen von Leiden. Unter keinem Sturm ängstigten sie sich mehr, sondern mit alles übersteigendem Glauben traten sie die Fluten und Wogen der Welt mit Füßen, verachteten den Tod und brachten allen Völkern das Evangelium der Wahrheit. Wir aber, die wir durch die „Erneuerung im Heiligen Geist“ (6) an Kindes Statt angenommen wurden zur seligen Ewigkeit von Seele und Leib, wollen das hochheilige Fest dieses Tages „in rechtem Gottesdienst“ (7) begehen, indem wir mit dem seligen Apostel Paulus bekennen: der Herr Jesus „stieg hinauf zur Höhe und erbeutete Gefangene, er gab den Menschen Geschenke“ (8), damit jede Zunge bekenne: „Herr ist Jesus Christus, zur Ehre Gottes, des Vaters.“ (9)
Alle, die an den Herrn Jesus glaubten, besaßen den ihnen eingegossenen Heiligen Geist. Die Apostel hatten schon damals die Vollmacht empfangen, Sünden zu vergeben, als der Herr sie nach seiner Auferstehung anhauchte und sagte:
„Empfangt den Heiligen Geist. Allen, denen ihr die Sünden erlasst, sind sie erlassen; allen, denen ihr sie nicht erlasst, sind sie nicht erlassen.“ (1) Aber eine größere Gnade und reichere Einhauchung war jener Vollendung vorbehalten, die den Jüngern noch verliehen werden sollte. Durch sie sollten sie auch das empfangen, was sie noch nicht erhalten hatten, und das, was sie schon empfangen hatten, sollten sie auf eine hervorragende Weise besitzen. Wie ist es also zu verstehen, dass der Herr, der ihnen schon gesagt hatte: „Alles, was ich von meinem Vater gehört habe, habe ich euch geoffenbart“ (2), ihnen den Heiligen Geist verspricht mit den Worten: „Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die volle Wahrheit führen.“ (3) Wollte der Herr etwa sagen, er habe ein geringeres Wissen oder er habe vom Vater weniger gelernt als der Heilige Geist? Aber er selbst ist doch die Wahrheit, und der Vater kann nichts sagen, der Geist nichts lehren ohne das Wort. Darum ist geschrieben: „Von dem, was mein ist, wird er nehmen“ (4), denn der Sohn gibt das, was der Geist vom Vater empfängt. Es handelte sich also nicht darum, eine andere Wahrheit zu lehren oder eine andere Lehre zu verkünden. Aber die Fassungskraft jener, die belehrt wurden, musste vermehrt werden; die Beständigkeit jener Liebe, die alle Furcht vertreibt (5), musste verstärkt werden, damit sie die Wut der Verfolger nicht fürchtete. Das begannen die Apostel wirklich brennender zu wollen und wirksamer zu können, nachdem sie mit einer neuen Gnadenfülle des Heiligen Geistes erfüllt waren.
Die hl. Agostina Livia Pietrantoni hütete eifersüchtig ein Bild der Madonna im Hospital: An sie wandte sie sich mit Glauben, und ihr vertraute sie die schwierigsten und schwersten Fälle unter ihren Kranken an. »Liebt und liebt und liebt Maria«, gebot der hl. Giovanni Calabria seinen Jüngern und hielt sie dazu an, Maria zu »leben« und zu »atmen«.
Die Freiheit ist nur dann ein großes Geschenk, wenn wir es verstehen, sie bewusst für all das einzusetzen, was das wahre Gute ist. Christus lehrt uns, dass der beste Gebrauch der Freiheit die Liebe ist, die sich in der Hingabe und im Dienst verwirklicht. Zu solcher „Freiheit hat Christus uns befreit“ und befreit er uns ständig.
(Papst Johannes Paul II. – Enzyklika „Redemptor hominis“)
Am Pfingstmontag begeht die Weltkirche den Gedenktag Marias, Mutter der Kirche. Papst Franziskus hatte 2018 verfügt, dass der Montag nach dem Pfingstsonntag zukünftig der Gottesmutter in ihrer Eigenschaft als Mutter der Kirche gewidmet sein sollte. Q.: Vatican
O Gott wir bitten Dich, Du wollest vom hohen Himmel Deinen göttlichen Segen über uns, unsere Häuser, Äcker, Wiesen, Gärten und Bäume wider allen Blitz, Hagel und Sturmwind herab senden; halte ein, und vernichte alle höllische Macht, und lass uns unter Deinem Schutze und Schirme durch die Fürbitten der Heiligen Ulrich und Afra, und aller Heiligen als deine lieben Kinder von aller Gefahr befreit in gewünschter Ruhe und Sicherheit leben, das wir deine Güte ewig loben und preisen mögen. Amen
Die heilige Rita war die Tochter hochbejahrter Eheleute zu Rocca-Porena in Umbrien, einem Schlosse, das nicht sehr weit von Cascia entfernt ist. Die beiden Gatten lebten in Eintracht, übten viele Werke der Religion und Frömmigkeit, und hatten besonders eine glühende Andacht zum Leiden des Heilandes; wo sie immer einen Streit wahrnahmen, suchten sie denselben beizulegen, so dass man sie allenthalben die »Friedensträger Jesu Christi« nannte. Schon waren sie zu hohem Alter gelangt, ohne ihre Ehe durch einen Sproßen gesegnet zu sehen, als es der göttlichen Güte gefiel, ihnen im Jahr 1379 eine Tochter zu schenken.
Als das Kind noch in der Wiege lag, sah man weiße Bienen in dem Munde des Kindes ein- und ausfliegen. Sie wurde mit großer Obsicht und Sorgfalt in aller Gottesfurcht und Tugend auferzogen, so dass sie von zarter Kindheit angefangen, die Welt zu verachten und sich aller eitlen und vergänglichen Dinge zu entschlagen. Ihre Kleidung war gering und einfach, indem sie sagte, dass sie allein Jesus zu gefallen und dienen verlange, welcher ihr zu Liebe nackt und bloß, mit Schmach und Schande am Kreuze gestorben sei.
Bernhardin von Siena war eben nach Aquila in den Abruzzen gekommen, als er sich – der Heftigkeit eines Fiebers, das er sich durch seine angestrengten Predigten zugezogen hatte, unterliegend – zu Bette legen musste, von welchem er nicht mehr aufstand, indem er nach Empfang der heiligen Sterbesakramente am 20. Mai 1444 in einem Alter von 64 Jahren verschied.