23. Juni

Zwölf Jahre lang lebte Etheldreda mit Egfrid in ständiger Enthaltsamkeit und übte den heilsamsten Einfluss auf ihn. Endlich aber, da ihre Sehnsucht nach Zurückgezogenheit immer größer wurde, verließ sie doch den Hof auf Anraten des hl. Bischofs Wilfrid von York, der ihr den Schleier gab, und erbaute durch ihre Tugenden das ganze Kloster Coldingham, dem damals die hl. Ebba vorstand.

22. Juni

Thomas Morus war jederzeit wahrhaft fromm gewesen; er widmete auch die Zeit, die zwischen seiner Verurteilung und seinem Tode verstrich, dem Gebete. Am Abend vor seiner Hinrichtung schrieb er an Margareta, seine liebste Tochter, einen Brief, worin er ihr sagt, er brenne vor Verlangen, seinen Gott zu sehen, und es sei für ihn ein großes Glück, am nächsten Tage zu sterben, welcher die Oktave des Apostelfürsten und das Fest der Translation des hl. Thomas von Canterbury, seines Patrons, sei.

21. Juni

Aloysius von Gonzaga war es nicht genug, in der heiligen Kommunion sich mit Jesus auf das Innigste zu vereinigen. So oft er nur konnte, besuchte er in den Kirchen das heiligste Sakrament. Da warf er sich vor dem Tabernakel auf seine Knie und verweilte dort in heiliger Entzückung ganze Stunden; ja er wäre immer kniend geblieben, wenn ihn nicht der Gehorsam abgerufen hätte, und er musstse sich dann mit Gewalt losreißen, so sehr hielt ihn die Liebe zu Jesus gefesselt. Als er einmal in der Kirche in Andacht versunken kniete, meldete man ihm, dass sein Bruder mit einem zahlreichen Gefolge auf ihn warte. Aloysius aber gab keine Antwort, sondern blieb zwei Stunden lang unbeweglich auf seinen Knien liegend.

20. Juni

Du aber, unser Gott, bist gütig und treu, langmütig und das All mit Erbarmen lenkend! Denn dich verstehen ist vollkommene Gerechtigkeit, und deine Macht erkennen ist Wurzel der Unsterblichkeit.

(Kurzlesung der Sext am Montag der 12. Woche im Jahreskreis)

19. Juni

Die hl. Jungfrau Juliana entspross aus der Familie der Falconieri zu Florenz, welche eigentlich aus Fiesole stammte. Ihr Vater Carissimus und ihre Mutter Riguardata waren sehr reich, und da sie lange Zeit keine Kinder hatten, bauten sie die noch heute wegen ihrer Schönheit und ihres Reichtums berühmte Kirche »Mariä Verkündigung« in Florenz. Beide waren schon bejahrt, als endlich Juliana im J. 1270 das Licht der Welt erblickte. Frühzeitig zeigte sie schon eine große Neigung zur Frömmigkeit, die der jüngere Bruder ihres Vaters, der hl. Alexius, einer der sieben Stifter des Ordens der Diener Mariä oder der »Serviten«, zu nähren bemüht war.

17. Juni

Allmächtiger Vater, komm in unser Herz und erleuchte es durch dein Licht, damit wir deine Weisungen erkennen und dir als unserem König folgen auf dem Weg, den du uns führst. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

(Oration der Laudes am Freitag der 11. Woche im Jahreskreis)

16. Juni

Das Wort des Vaters, Gottes Sohn,
tritt ein in unsre Erdenzeit;
da seine Leidensstunde naht,
krönt er sein Werk im Opfertod.


Bevor an seiner Feinde Schar
der eigne Jünger ihn verriet,
reicht er beim letzten Abendmahl
den Seinen sich als Speise dar.

Geheimnisvoll in Brot und Wein
gibt er sich hin mit Fleisch und Blut
und stärkt durch seiner Gottheit Kraft
den ganzen Menschen, Leib und Geist.

Als Mensch will er uns Bruder sein,
im Mahle wird er unser Brot,
im Tode unser Opferlamm,
im Himmel unser Siegespreis.


Lamm Gottes, das der ganzen Welt
das Tor zum Leben aufgetan:
da uns des Bösen Macht bedrängt,
gib Mut zum Leiden, Kraft zum Sieg.


Dreieinig hoher Herr und Gott,
nimm unser Lob, nimm unsren Dank:
lass schauen uns in deinem Reich
des ew´gen Sohnes Herrlichkeit. Amen.

(Hymnus der Laudes am Hochfest Fronleichnam)

14. Juni

Allmächtiger Gott, alles, was du erschaffen hast, ist gut und schön. Laß uns diesen Tag in deinem Namen freudig beginnen und in Wort und Tat aus Liebe zu dir und den Menschen vollenden. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

(Oration der Laudes am Dienstag der 11. Woche im Jahreskreis)

13. Juni

Über den heiligen Antonius von Padua

26 Jahre alt, nahm er wirklich das Ordenskleid des heiligen Franziskus in einer kleinen Kapelle, die dem heiligen Antonius dem Großen, geweiht war, und wandelte seinen Namen Ferdinand, so hieß er bisher, zu Ehren dieses Heiligen in den Namen Anton um. Kaum hatte er seine Gelübde abgelegt, als er auch voll heiligen Eifers nach Afrika übersetzte, um dort den Ungläubigen zu predigen; allein, kaum dort angekommen, wurde er krank und musste daher wieder nach Hause zurückkehren. Gott wollte nämlich durch ihn ein anderes Werk vollbringen und war mit dem Opfer seines Herzens zufrieden. – Anton bestieg nun ein Schiff, das aber die Winde nicht nach Spanien, sondern nach Messina, einer Stadt auf Sizilien, trieben.