16. November – Ganz Dein…

Fortsetzung…

Aber wohin verirrt sich meine Feder? Warum halte ich mich damit auf, etwas so Offenkundiges zu beweisen? Was liegt daran, wenn jemand sich nicht als ganz Maria gehörend, als ihr Eigentum, bezeichnen will? Er soll sich nur Jesus Christus ganz hingeben und sich als dessen Eigentum betrachten. Damit gehört er auch ganz Maria an, denn Jesus ist die Frucht und der Ruhm Mariens. Auf vollkommene Weise geschieht dies durch die Ganzhingabe.

 

(Ludwig Maria Grignion von Montfort)

15. November – Ganz Dein…

Fortsetzung…

Und ist es da nicht billig, dass unter so vielen, die ihr nur aus Zwang angehören, es auch solche gibt, die aus Liebe und mit freiem Willen Maria zu ihrer Herrin erwählen? Sollen vielleicht die Menschen und die Dämonen ihre freiwilligen Hörigen haben, und Maria nicht? Könige haben es einmal als Ehrenache angesehen, dass ihre Gemahlin und Königin ihre eigenen Sklaven besaß, über die sie Gewalt auf Leben und Tod hatte, denn die Ehre und Macht des einen war die Ehre und Macht des anderen. Könnte man da wohl glauben, dass unser Heiland, der als bester aller Söhne seine ganze Macht mit seiner heiligen Mutter geteilt hat, es nicht gerne sieht, wenn man sich ihr ganz hingibt? Empfindet er vielleicht für seine Mutter weniger Ehrfurcht und Liebe als Assuerus für Esther oder Salomon für Bethsabee? Wer wagte wohl, das zu behaupten oder auch nur zu denken?

 

Fortsetzung folgt…

(Ludwig Maria Grignion von Montfort)

14. November – Ganz Dein…

Fortsetzung…

Weiter: die heiligen Anselm, Bernhard, Bernardin, Bonaventura sagen: „Der Herrschaft Gottes ist alles unterworfen, auch die Jungfrau; siehe, der Herrschaft der Jungfrau ist alles unterworfen, selbst Gott.“  Wenn also, wie ich schon sagte, die heilige Jungfrau Königin und Herrscherin des Himmels udn der Erde ist, hat sie dann nicht so viele Untertanen, als es Geschöpfe gibt?

 

Fortsetzung folgt…

(Ludwig Maria Grignion von Montfort)

13. November – Ganz Dein…

Fortsetzung…

Maria wünscht nichts sehnlicher, als uns mit ihrem Sohn Jesus Christus zu vereinen; und Jesus Christus wünscht nichts sehnlicher, als dass wir durch seine heiligste Mutter zu ihm kommen. So ehren und erfreuen wir ihn, wie man einen König ehrt und erfreut, wenn man sich, um ihm vollkommener untertan zu sein, der Königin unterwirft. Darum lehren die heiligen Kirchenväter und später Sankt Bonaventura, dass Maria der Weg ist, auf dem man zum Herrn geht.

 

Fortsetzung folgt…

(Ludwig Maria Grignion von Montfort)

12. November – Ganz Dein…

Fortsetzung…

Nach der Auffassung der Heiligen und vieler großer Männer kann man sich also aus Liebe ganz der Gottesmutter hingeben, um dadurch Jesus Christus vollkommener anzugehören. Durch die heilige Jungfrau ist der Herr zu uns gekommen; durch sie müssen wir zu ihm gehen. Sie gleicht ja nicht den anderen Geschöpfen, die uns, wenn wir ihnen anhangen, eher von Gott entfernen als ihm näherbringen.

Fortsetzung folgt…

(Ludwig Maria Grignion von Montfort)

11. November – Ganz Dein…

Fortsetzung…

Was ich ohne Einschränkung von Jesus Christus behaupte, das behaupte ich bedingterweise auch von Maria; denn Jesus Christus hat sie zur unzertrennlichen Gefährtin seines Lebens, seines Todes, seiner Herrlichkeit und seiner Macht im Himmel und auf Erden erwählt und hat ihr darum in Unterordnung unter seine Majestät aus Gnade die gleichen Rechte und Vorrechte verliehen, die er von Natur aus besitzt: „Alles, was Gott von Natur aus zukommt, kommt Maria aus Gnade zu“ so sprechen die Heiligen. Beide haben also den gleichen Willen und die gleiche Macht; darum haben auch beide die gleichen Untertanen und Diener; wer sich dem einen schenkt, gehört auch dem andern.

 

Fortsetzung folgt…

(Ludwig Maria Grignion von Montfort)

10. November – Ganz Dein…

Fortsetzung…

Wir müssen Jesus Christus angehören und ihm dienen, und zwar nicht um Sold wie die Diener, sondern in liebender Ganzhingabe. Aus einer großen Liebe heraus sollen wir uns ihm schenken und uns seinem Dienste bedingungslos weihen, nur um der Ehre willen, ihm anzugehören. Vor der Taufe waren wir Eigentum des Teufels; die Taufe hat uns zum Eigentum Jesu Christi gemacht. Wir Christen können nur entweder dem Teufel oder Jesus Christus gehören.

 

Fortsetzung folgt…

(Ludwig Maria Grignion von Montfort)

09. November – Ganz Dein…

Fortsetzung…

Das Beispiel gab uns auch die heilige Jungfrau, die sich Magd und Eigentum des Herrn nannte. Der Apostel betrachtet es als Ehre, sich Knecht Jesu Christi zu nennen. Die Christen werden in der Heiligen Schrift mehrmals Servi Christi genannt. Wie ein bedeutender Mann richtig bemerkt hat, bezeichnete das Wort Servus seinerzeit nur den Leibeigenen, da es damals noch gar keine Diener im heutigen Sinne gab; die Herren wurden nur von Sklaven oder von Freigelassenen bedient. Auch das heilige Konzil von Trient wollte keinen Zweifel darüber aufkommen lassen, dass wir Eigentum Jesu Christi sind, und gebraucht daher einen ganz unzweideutigen Ausdruck, wenn es uns manicipia Christi, Leibeigene Jesu Christi, nennt. Von dieser Tatsache gehen wir also aus:

 

Fortsetzung folgt…

(Ludwig Maria Grignion von Montfort)

08. November – Ganz Dein…

Nichts liefert uns so sehr den Menschen aus als die Sklavenschaft, und nichts liefert uns Christen so sehr Gott aus als der Akt der Ganzhingabe, durch den wir zum Eigentum Jesu Christi und seiner heiligsten Mutter werden. Das Beispiel dafür gab uns Jesus Christus selbst, der aus Liebe zu uns Knechtsgestalt angenommen hat.

Fortsetzung folgt…

(Ludwig Maria Grignion von Montfort)