22. Februar – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Fortsetzung
Wie viele Menschen aller Zeiten haben in diesem Gleichnis (Anm. vom verlorenen Sohn) die Grundzüge ihrer persönlichen Geschichte wiedererkannt!

Der Weg, der nach der bitteren Erfahrung der Sünde wieder zum Haus des Vaters führt, geht durch Gewissenserforschung, Reue und den festen Vorsatz der Umkehr hindurch. Es ist ein innerer Prozess, der die Art, die Realität zu beurteilen, verändert, über die eigene Hinfälligkeit Gewissheit verschafft und den Gläubigen dazu führt, sich an die Arme Gottes anzulehnen. Wenn der Mensch mit Hilfe der Gnade in seinem geistigen Inneren diese Stationen durchläuft, wächst in ihm das lebendige Bedürfnis, sich selbst und seine Würde als Sohn in der Umarmung des Vaters wiederzufinden. 

Fortsetzung folgt

(Papst Johannes Paul am 17. Februar 1999)

21. Februar – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Fortsetzung
Schließlich kommt als drittes Moment die Heimkehr. Für den Vater ist nur eines wichtig: Sein Sohn ist heimgekehrt. Die Umarmung mit dem verlorenen Sohn wird zu einem Fest der Vergebung und der Freude. Ergreifend ist diese im Evangelium beschriebene Szene, die in allen Einzelheiten die Haltung des Vaters im Himmel beschreibt, der »voll Erbarmen ist« (vgl. Eph 2,4). 

Fortsetzung folgt

(Papst Johannes Paul am 17. Februar 1999)

20. Februar – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Fortsetzung

Zweites Moment ist der Bekehrungsprozeß. Der Mensch, der sich durch die Sünde freiwillig vom väterlichen Haus entfernt hat, bringt durch die Erkenntnis dessen, was er verloren hat, den entscheidenden Schritt des In-sich-Gehens zur Reife: »Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen« (Lk 15,18). Die Gewissheit »Gott ist gut und liebt mich« ist stärker als Scham und Entmutigung: Sie erfüllt das Gefühl der Schuld und der eigenen Unwürdigkeit mit neuem Licht. 

Fortsetzung folgt

(Papst Johannes Paul am 17. Februar 1999)

19. Februar – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Fortsetzung

Im Licht dieser außerordentlichen geistlichen Wirklichkeit bekommt das Gleichnis vom verlorenen Sohn, durch das Jesus uns vom liebevollen Erbarmen des Vaters im Himmel sprechen wollte, unmittelbare Aussagekraft. Drei Schlüsselmomente gibt es in der Geschichte dieses jungen Mannes, mit dem jeder von uns sich identifiziert, wenn er der Versuchung erliegt und in Sünde fällt. 

Erstes Moment: das Weggehen. Wir entfernen uns von Gott wie jener Sohn vom Vater, wenn wir vergessen, dass die Güter und Talente, die wir besitzen, uns von Gott als Aufgabe gegeben sind, und sie mit großer Leichtfertigkeit verschleudern. Sünde ist immer Vergeudung unserer Menschlichkeit, Vergeudung von überaus kostbaren Werten wie die Personenwürde und das Erbe der göttlichen Gnade. 

Fortsetzung folgt

(Papst Johannes Paul am 17. Februar 1999)

18. Februar – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

»Vater, ich habe mich […] gegen dich versündigt« (Lk 15,18). Diese Worte haben in der Fastenzeit eine besonders ergreifende Wirkung, da es die Zeit ist, in der die kirchliche Gemeinschaft zu tiefer Bekehrung aufgerufen ist. Wenn die Sünde den Menschen gegenüber Gott verschließt, so öffnet hingegen das aufrichtige Bekenntnis der Sünden das Gewissen wieder für das regenerierende Wirken der göttlichen Gnade.

Tatsächlich findet der Mensch nicht wieder zur Freundschaft mit Gott, solange nicht von seinen Lippen und aus seinem Herzen die Worte kommen: »Vater, ich habe gesündigt.« Dieses Bemühen erhält dann Wirksamkeit durch die Heilsbegegnung, die durch den Tod und die Auferstehung Christi stattfindet. Im österlichen Geheimnis, Herz der Kirche, erfährt der Büßende das Geschenk der Vergebung seiner Schuld und die Freude der Wiedergeburt zu unsterblichem Leben. 

Fortsetzung folgt …

(Papst Johannes Paul am 17. Februar 1999)

17. Februar – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Heute am Aschermittwoch beginnt die österliche Bußzeit. In diesem Jahr schauen wir besonders auf die Barmherzigkeit Gottes des Vaters.

Die gesamte Kirche ist in der Fastenzeit eingeladen, sich zu bekehren und sich Gott zu öffnen. Die Sünde verschließt den Menschen, das Bekenntnis der Sünden macht ihn frei und führt ihn zu Gott. Wenn der Mensch aus der Tiefe seines Herzens spricht: “Vater, ich habe gesündigt”, dann kann daraus eine echte Freundschaft mit Gott entstehen. Das wird im dramatischen Gleichnis vom verlorenen Sohn eindrucksvoll bestätigt.

Auch wir sind aufgerufen, unseren Geist für das Geschenk der göttlichen Barmherzigkeit zu bereiten, indem wir auf das Wort Gottes hören und im Gebet antworten. Durch die Buße und das Fasten sowie in der Bereitschaft, dem anderen beizustehen, wird unsere innere Haltung und Gesinnung deutlich.

(Papst Johannes Paul am 17. Februar 1999)

14. Februar – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Die Krankheit hilft uns, das Geheimnis des Menschen zu verstehen. Wie der Aussätzige, von dem das Evangelium an diesem Sonntag spricht, erfahren auch wir, wenn wir krank sind, die menschliche Gebrechlichkeit und empfinden den starken Wunsch, wieder gesund zu werden. In Jesus, der Mitleid mit uns hat, finden wir Unterstützung und die Antwort auf unsere tiefsten Erwartungen. In seinem Kreuz kann jedes Leiden Sinnhaftigkeit annehmen; zwar bleibt die Krankheit weiterhin eine Prüfung, sie wird aber von Hoffnung erhellt.

Es ist so! Gott will die Krankheit nicht; er hat das Böse und den Tod nicht geschaffen. Aber von dem Augenblick an, wo diese der Sünde wegen in die Welt gekommen sind, ist seine Liebe ganz darauf ausgerichtet, den Menschen wiederherzustellen, ihn von der Sünde und allem Bösen zu heilen und mit Leben, Frieden und Freude zu erfüllen. 

(Papst Johannes Paul II. am 14.02.2000)

13. Februar – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Fortsetzung
Zwar ist es unmöglich, dass der Schmerz auf der Welt ganz überwunden werden kann. Doch seit Ostern steht auch der Tod des einzelnen im Lichte der Auferstehung. So sehen wir, wie umfassend und wie tiefgreifend die von Jesus gebrachte Erlösung ist: Er ist gekommen, um nicht nur alle Menschen zu erlösen, sondern auch den ganzen Menschen.

(Papst Johannes Paul II. am 11.02.1998)