Abgesehen von den Standestugenden müssen wir unter den übrigen die wertvollsten wählen, nicht die auffallendsten.
Abgesehen von den Standestugenden müssen wir unter den übrigen die wertvollsten wählen, nicht die auffallendsten.
Es war die Aufgabe der Apostel, das Evangelium zu predigen und den Seelen das himmlische Brot zu reichen; sie urteilten daher richtig, dass sie sich von dieser heiligen Pflicht nicht abhalten lassen durften durch den Dienst an den Armen, so schön diese Tugend auch ist.
Fortsetzung folgt…
(Franz von Sales)
Jeder Beruf verlangt besondere Tugenden; ein Bischof muss andere Tugenden pflegen als ein Fürst, andere der Soldat als die verheiratete Frau, andere eine Witwe. Alle müssen zwar alle Tugenden üben, aber nicht in gleicher Weise; jeder soll sich vielmehr besonders um jene bemühen, die der Lebensweise entsprechen, zu der er berufen ist.
Fortsetzung folgt…
(Franz von Sales)
Die hl. Paula liebte strenge Kasteiungen, um durch sie geistliche Tröstungen zu erlangen; zum Gehorsam gegen ihre Vorgesetzten aber war sie verpflichtet. Der hl. Hieronymus tadelte sie deshalb, dass sie gegen die Weisung ihres Bischofs zu viel gefastet habe.
Fortsetzung folgt…
(Franz von Sales)
Unter den Tugenden müssen wir jene vorziehen, die den Pflichten unseres Berufes entsprechen, nicht jene, die uns mehr zusagen.
Fortsetzung folgt…
(Franz von Sales)
Trotzdem gibt es Tugenden, die man fast immer nötig hat, weil sie nicht nur ihrer eigenen Werke wegen geübt werden, sondern eigentlich jede andere Tugendhaltung begleiten sollen.
Man hat nicht oft Gelegenheit, die Tugenden der Stärke, der Großmut, der Freigebigkeit zu üben; aber die Sanftmut, das Maßhalten, die Redlichkeit, die Demut sollen allen Handlungen unseres Lebens ihr Gepräge geben. Es gibt wohl erhabenere, aber keine notwendigeren Tugenden als diese. Zucker schmeckt besser als Salz, aber Salz braucht man öfter. Deshalb sollen wir auch diese Tugenden immer in Bereitschaft haben, da wir sie praktisch immer brauchen.
Fortsetzung folgt…
(Franz von Sales)
Musik, im Allgemeinen, ist unangebracht zur Zeit der Trauer, sagt das Sprichwort (JSir 22,6). In ihrem Streben, eine bestimmte Tugend zu üben, begehen manche den großen Fehler, dass sie sich darauf versteifen, bei jeder Gelegenheit Akte dieser Tugend zu setzen. Wie die bekannten Philosophen des Altertums wollen sie entweder immer weinen oder immer lachen; ja sie tadeln und bekritteln auch noch jene, die nicht ständig mit ihren Lieblingstugenden beschäftigt sind wie sie. Man soll sich aber nach den Worten des Apostels „freuen mit den Fröhlichen und weinen mit den Weinenden“ (Roem 12,15).
Die Liebe ist geduldig, gütig! (1Kor 13,4), weitherzig, klug, nachgiebig.
Fortsetzung folgt…
(Franz von Sales)
Der Gerechte ist „wie ein Baum, gepflanzt an Wasserläufen, der Frucht trägt zu seiner Zeit“ (Ps 1,3); denn wenn die Liebe eine Seele durchdringt, bringt sie in ihr die Tugndwerke hervor, jedes zu seiner Zeit.
Fortsetzung folgt…
(Franz von Sales)
Die Bienenkönigin fliegt nicht aus, ohne von ihrem kleinen Volk umgeben zu sein; so zieht die Liebe nicht in ein Herz ein, ohne in ihrem Gefolge die anderen Tugenden zu haben, denen sie Befehle erteilt, die sie den Erfordernissen entsprechend einsetzt, wie ein Hauptmann seine Soldaten, jedoch nicht alle gleichzeitig und in gleicher Weise, nicht immer und überall.
Fortsetzung folgt…
(Franz von Sales)
Du möchtest deine Seelenruhe durch nichts gestört wissen? Nun denn, überlass dich in allem Gott. Sprich bei Mühen, Widerwärtigkeiten, Verdrießlichkeiten mit Jesus Christus: „Ja, mein Vater, weil es dir so gefällt!“
(Thomas von Kempen)