24. Juli – Ganz Dein…

Fortsetzung…

Denken wir also gut von solchen, die fromm leben wollen, auch wenn wir Fehler an ihnen sehen; auch die Heiligen hatten Fehler. Wir müssen aber für uns selbst darauf achten, die Tugenden nicht nur gewissenhaft, sondern auch in kluger Weise zu üben; halten wir uns darin an den Rat des Weisen, „uns nicht auf unsere eigene Klugheit zu stützen“ (Spr. 3,5), sondern auf die Klugheit jener, die uns Gott zu Führern gegeben.

Fortsetzung folgt…

(Franz von Sales)

23. Juli – Ganz Dein…

Fortsetzung…

Er will sagen: die Mängel und Fehler der hl. Paula wären bei einer minder vollkommenen Seele Tugenden gewesen; es gibt ja auch Handlungen, die man bei Vollkommenheiten als Fehler ansieht, während sie bei Unvollkommenheiten als Tugenden gelten würden. Es gilt als gutes Zeichen, wenn einem Kranken gegen Ausgang der Krankheit die Beine anschwellen; das zeigt, dass schon kräftige Natur die schädlichen Säfte ausscheidet. Bei einem Gesunden wäre das Gleiche ein schlechtes Zeichen, weil es erkennen ließe, dass die Natur nicht stark genug ist, die Säfte zu verteilen und aufzulösen.

Fortsetzung folgt…

(Franz von Sales)

22. Juli – Ganz Dein…

Fortsetzung…

Der hl. Hieronmus erzählt von seiner geliebten geistlichen Tochter Paula, sie sei in der Übung von Kasteiungen nicht nur übereifrig, sondern auch so eigensinnig gewesen, dass sie den gegenteiligen Weisungen ihres Bischofs, des hl. Epiphanius, nicht gehorchen wollte. Außerdem habe sie sich von der Trauer über den Tod ihrer Angehörigen so hinreißen lassen, dass sie jedes Mal in Lebensgefahr schwebte. Er fügte hinzu: „Man wird mir vorwerfen, dass ich mit meinen Worten die Heilige tadle, statt sie zu loben. Ich rufe Jesus, dem sie gedient und dem ich dienen will, zum Zeugen an, dass ich weder nach der einen noch der anderen Seite die Unwahrheit sage, sondern nur ganz schlicht von ihr als Christ über eine Christin berichte; das heißt, ich schreibe ihre Geschichte, nicht eine Lobrede; ihre Fehler wären bei anderen Menschen Tugenden.

Fortsetzung folgt…

(Franz von Sales)

21. Juli – Ganz Dein…

Fortsetzung…

Deshalb wies Gott selbst in einer Erscheinung ihn zurecht und goß den Geist der Milde und Güte in seine Seele; nun änderte er sich vollständig, warf sich selbst seine Strenge vor und wurde gegen jedermann so gütig und so entgegenkommend, dass er allen alles ward, um sie alle zu gewinnen.

Fortsetzung folgt…

(Franz von Sales)

20. Juli – Ganz Dein…

Fortsetzung…

Der hl. Bernhard war am Anfang ganz streng und hart gegen jene, die sich seiner Leitung unterstellten. Gleich beim Eintritt erklärte er ihnen, sie müssten ihren Leib draußen lassen und dürften zu ihm nur mit ihrer Seele kommen. Wenn er ihre Beichte hörte, verurteilte er mit unerhörter Strenge alle, auch die kleinsten Fehler und drängte seine Beichtkinder mit solchem Ungestüm zur Vollkommenheit, dass er damit gerade das Gegenteil erreichte, denn sie verloren Atem und Mut, weil er auf einem so steil ansteigenden Weg mit solcher Heftigkeit antrieb. Sieh, es war brennender Eifer für die vollkommene Reinheit, die diesen großen Heiligen zu solcher Handlungsweise veranlasste, und dieser Eifer war eine große Tugend; trotzdem war er tadelnswert.

Fortsetzung folgt…

(Franz von Sales)

19. Juli – Ganz Dein…

Fortsetzung…

So ist eine niedrige und grobe Angst, die in der eben erst von der Sünde aufgestandenen Seele Skrupel hervorruft, für den Anfang nur zu begrüßen als sicheres Vorzeichen künftiger Gewissenszartheit. Dieselbe Angst wäre aber an Fortgeschrittenen zu tadeln; in ihrem Herzen soll die Liebe herrschen, die nach und nach diese Art knechtischer Furcht verdrängt.

Fortsetzung folgt…

(Franz von Sales)

 

18. Juli – Ganz Dein…

Der hl. Augustinus sagt ganz richtig, dass Anfänger im Frömmigkeitsstreben leicht gewisse Fehler begehen, die wohl tadelnswert sind, wenn wir sie nach strengen Maßstäben der Vollkommenheit messen; sie sind aber auch lobenswert als gute Vorzeichen eines künftigen Seelenadels, den sie sogar vorbereiten.

Fortsetzung folgt…

(Franz von Sales)

 

17. Juli – Ganz Dein…

Fortsetzung…

Erstrebe, erbitte, verlange nur das eine: jeden Eigenbesitz loszuwerden und entblößt dem entblößten Jesus zu folgen; dir abzusterben und ewig mit mir zu leben.

Dann verwehen alle eitlen Trugbilder, niedrigen Anwandlungen, unnützen Sorgen. Die übertriebene Angst weicht, und die ungeordnete Liebe erstirbt.

(Thomas von Kempen)