15. April – Ganz Dein…

Fortsetzung…

Im Allgemeinen soll bei unseren Gesprächen eine maßvolle Fröhlichkeit vorherrschen. Das rühmte man so sehr an den Heiligen Romuald und Antonius, dass sie trotz ihres strengen Lebens stets froh in Miene und Wort waren, heiter und liebenswürdig. „Freut euch mit denen, die sich freuen“ (Röm 12,15). Und noch einmal sage ich euch mit dem Apostel:

„Freut euch allezeit im Herrn und eure Bescheidenheit sei allen Menschen kund“ (Phil 4,4f). Damit aber deine Freude „im Herrn“ sei, muss der Gegenstand deiner Freude nicht nur erlaubt, sondern auch anständig sein. Es gibt nämlich Dinge, die an sich nicht verboten, trotzdem aber nicht anständig sind. Damit deine Bescheidenheit offenkundig werde, hüte dich vor jeder Anmaßung, die immer tadelnswert ist. Jemand zu Fall zu bringen, ihm das Gesicht zu schwärzen, einen anderen zu stechen, einem armen Narren wehtun, das sind dumme und ungezogene Scherze.

 

Fortsetzung folgt…

 

(Franz von Sales)

14. April – Ganz Dein…

Fortsetzung…

In jeder Gesellschaft sind schlichte Einfachheit und bescheidene Liebenswürdigkeit stets beliebt. Es gibt Leute, die in jeder Haltung und bei jeder Bewegung gekünstelt sind; kein Mensch mag sie leiden. Wer nicht gehen wollte, ohne seine Schritte zu zählen, nicht reden, ohne zu singen, der müsste allen lästig fallen. So wirken auch jene, deren Gehaben stets geziert und abgezirkelt ist, in einer Gesellschaft nur störend; das sind auch stets eingebildete Leute.

Fortsetzung folgt…

 

(Franz von Sales)

13. April – Ganz Dein…

Fortsetzung…

Schließlich sind noch die wertvollen Geselligkeiten unter frommen und tugendhaften Leuten zu erwähnen. Ein solches Beisammensein wird dir immer von Nutzen sein. Die zwischen Olivenbäumen gepflanzte Rebe trägt saftige Trauben mit Olivengeschmack; ein Mensch, der häufig mit tugendhaften Leuten umgeht, wird nicht unbeeinflusst von deren Eigenschaften bleiben. Die Drohnen können allein keinen Honig erzeugen, sie helfen aber den Bienen dabei; so ist auch uns der Umgang mit frommen Menschen eine große Hilfe im Streben nach eigener Frömmigkeit.

 

Fortsetzung folgt…

 

(Franz von Sales)

12. April – Ganz Dein…

Fortsetzung…

Andere Geselligkeiten werden aus Höflichkeit gepflegt, so gegenseitige Besuche und bestimmte Veranstaltungen, durch die man Mitmenschen ehren will. Solche Besuche soll man weder durch ein Zuviel übertreiben, noch durch unhöfliches Zuwenig verachten, sondern bescheiden seinen Verpflichtungen nachkommen, um so weder ungeschlacht noch leichtfertig zu sein.

 

Fortsetzung folgt…

 

(Franz von Sales)

10. April – Ganz Dein…

Fortsetzung…

Schlechte Gesellschaften entstehen entweder aus böser Absicht, oder sie setzen sich aus Menschen zusammen, die selbst lasterhaft, schamlos und liederlich sind. Solchen Gesellschaften musst du fernbleiben, wie sich Bienen von Bremsen- oder Hornissenschwärmen fernhalten. Wer von einem tollwütigen Hund gebissen wurde, dessen Schweiß, Atem und Speichel sind ansteckend, vor allem für Kinder und wenig widerstandsfähige Leute. So ist auch der Umgang mit lasterhaften und zügellosen Menschen stets ein Wagnis und mit Gefahr verbunden, besonders wenn man selbst noch in den zarten und schwachen Anfängen des frommen Lebens steht.

 

Fortsetzung folgt…

 

(Franz von Sales)

09. April – Ganz Dein…

Fortsetzung…

Denke an dich, sagt der hl. Bernhard, und dann an die anderen. Wenn du also keine Veranlassung hast, in Gesellschaft zu gehen oder jemand einzuladen, so bleib in dir und halte Zwiesprache mit deinem Herzen. Kommt aber Gesellschaft zu dir oder musst du aus irgendeinem vernünftigen Grund eine solche aufsuchen, dann geh mit Gott, sei gern mit deinen Mitmenschen beisammen und sei freundlich mit ihnen.

 

Fortsetzung folgt…

 

(Franz von Sales)

08. April – Ganz Dein…

Der Geselligkeit nachlaufen oder sie fliehen, das sind zwei gleich tadelnswerte Übertreibungen für jemand, der in der Welt fromm leben will, wovon ich ja zu dir spreche. Sie fliehen, heißt seine Mitmenschen geringschätzen und verachten; ihr nachlaufen, heißt nichts zu tun haben und ein unnützes Leben führen. Man muss den Nächsten lieben wie sich selbst (Mt 22,39); um ihm seine Liebe zu zeigen, darf man ihn nicht meiden; um aber zu bekunden, dass man sich selbst liebt, muss man in sich selbst bleiben, wenn man dahin gelangt ist; und man ist in sich selbst, bei seinem eigenen Ich, wenn man allein ist.

 

Fortsetzung folgt…

 

(Franz von Sales)

 

08. April – Ganz Dein…

Fortsetzung…

Verharre dann friedlich in der Demütigung. Gott weiß alles; das genügt. So schrieb der heilge Paulus an die Korinther: „Ich halte es für unbedeutend, von euch oder irgendeinem menschlichen Gericht beurteilt zu werden; beurteile ich aber auch selber nicht. Der Herr wird mich beurteilen. Richtet also nicht vor der Zeit, bevor der Herr kommt. Er wird erhellen, was im Finstern liegt; wird die Herzensregungen offenbar machen; und dann wird jeder von Gott nach Gebühr gelobt werden.“

(Thomas von Kempen – Nachfolge Christi)

 

07. April – Ganz Dein…

Der schmachbedeckte Jesus hat uns ein anderes Beispiel gegeben: er hat geschwiegen und den Mund nicht aufgetan. Alle Heiligen wurden gleich ihm verfolgt und verleumdet. Haben wir getan, was von uns abhing, um unsern Mitbrüdern keinen Anstoss zu geben, soll unser Gewissen ruhig bleiben.“

Fortsetzung folgt…

(Thomas von Kempen – Nachfolge Christi)