27. April – Ganz Dein…

Man habe nicht allzu großes Vertrauen zu einem gebrechlichen, sterblichen Menschen, nicht einmal dann, wenn er uns beisteht und wir ihn wohl mögen. Ebenso betrübe man sich nicht übermäßig, wenn uns jemand widersteht und widerspricht. Die es heute mit dir halten, können morgen schon gegen dich sein und umgekehrt; Menschen gleichen Windfahnen.

 

Fortsetzung folgt…

(Thomas von Kempen)

26. April – Ganz Dein…

Wenn du nur Christus hast, so bist du reich genug, und benötigst nichts weiter. Er sorgt für dich, und vertritt dich getreulich in allem, so dass du deine Hoffnung auf keinen Menschen zu setzen brauchst. Die Menschen ändern rasch ihren Sinn und versagen bald; Christus dagegen „bleibt in Ewigkeit“ und steht einem bis zum Ende unwandelbar zur Seite.

 

Fortsetzung folgt…

(Thomas von Kempen)

25. April – Ganz Dein…

Wohlan denn, getreue Seele, bereite dein Herz für diesen Bräutigam, der dich aufsuchen und Wohnung bei dir nehmen will.

Spricht er doch: „Wer mich liebt, hält sich an mein Wort, und wir werden kommen und ihm innewohnen.“ Gib also Christus Raum, und lass sonst nichts und niemanden ein.

 

Fortsetzung folgt…

(Thomas von Kempen)

24. April – Ganz Dein…

Wenn du Christus im Innern eine würdige Heimstätte bereitest, kommt er mit seinem Troste zu dir. „All seine Herrlichkeit“ und seine Schönheit „stammt von innen;“ da gefällt er sich.

Häufig sucht er den innerlichen Menschen heim und unterhält sich liebevoll mit ihm, muntert ihn auf, schenkt ihm tiefen Frieden, pflegt mit ihm innig-vertrauten Umgang.

 

Fortsetzung folgt…

(Thomas von Kempen)

21. April – Ganz Dein…

795px-MariaMagdalena-begegnet-den-AuferstandenenMaria aber stand draußen vor dem Grabe und weinte. Und während sie weinte, beugte sie sich hinein ins Grab  und sah zwei Engel dasitzen, in weißen Gewändern, einen zu Häupten und einen zu den Füßen, wo der Leib Jesu gelegen hatte.  Sie sagten zu ihr: »Frau, was weinst du?« Sie sagte zu ihnen: »Weil sie meinen Herrn weggenommen haben und ich nicht weiß, wo man ihn hingelegt hat.«  Nach diesen Worten wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, aber ohne zu wissen, daß es Jesus war.  Jesus sprach zu ihr: »Frau, was weinst du? Wen suchst du?« Da sie meinte, er sei der Gärtner, sagte sie zu ihm: »Herr, wenn du ihn weggetragen hast, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast, und ich will ihn holen.«  Jesus sprach zu ihr: »Maria!« Sie wandte sich um und sagte auf hebräisch zu ihm: »Rabbuni«, das heißt: »Mein Herr!«  Jesus sprach zu ihr: »Rühre mich nicht an; denn noch bin ich nicht aufgefahren zum Vater; geh aber zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.«  Maria Magdalena ging und verkündete den Jüngern: »Ich habe den Herrn gesehen«, und dies habe er ihr gesagt. (Joh 20,11-18)

19. April – Ganz Dein…

Unser geliebter Heiland litt an allen Gliedern seines Leibes; sein Haupt wurde mit Dornen gekrönt, Haar und Bart ihm ausgerissen, seine Wangen geschlagen, sein Angesicht bespien, Nacken und Arme mit Stricken gefesselt, Schultern und Rücken gebeugt unter der Last des Kreuzes. Hände und Füße von Nägeln durchbohrt, sein Herz von einer Lanze geöffnet und sein ganzer Leib von Geißelhieben zerrissen.

Seine heilige Seele wurde gemartert von den Sünden aller Menschen; er musste sie erkennen als Beleidigungen seines geliebten Vaters und als Quelle des Verderbens für viele, die trotz seines bitteren Leidens der Verdammnis anheimfallen würden.

Aus all dem müssen wir mit den Kirchenvätern und dem heiligen Thomas schließen, dass unser guter Jesus mehr gelitten hat als alle Märtyrer zusammen, einschließlich jener, die bis zum Ende der Zeiten noch kommen werden.

(Ludwig Maria Grignion von Montfort)

Karsamstag

18. April – Ganz Dein…

Viele Gründe bestehen für uns, Jesus Christus, die menschgewordene Weisheit, zu lieben; aber der stärkste Beweggrund liegt nach meiner Meinung in den Leiden, die er für uns erduldet hat, um uns seine Liebe zu beweisen.

Christi Leiden bezog sich zunächst auf zeitliche Güter. Abgesehen von der Armut, die bei seiner Geburt, seiner Flucht nch Ägypten und das ganze Leben lang sein Los war, wurden ihm bei seinem bitteren Leiden sogar noch seine Kleider genommen.

Er litt sodann an seiner Ehre und seinem Ruf; denn er wurde mit Schmähungen überhäuft. Man hieß ihn einen Gotteslästerer, Aufwiegler und Besessenen.

Er litt in seiner Weisheit; denn er wurde als Nichtswisser und als Schwindler angesehen und wie ein Narr behandelt.

Er litt in seiner Macht; denn man hielt ihn für einen Zauberer und Magier, der durch einen Bund mit dem Teufel falsche Wunder wirke.

Einer von seinen Jüngern verkaufte und verriet ihn, der erste unter ihnen verleugnete ihn, die anderen verließen ihn.

Fortsetzung folgt…

(Ludwig Maria Grignion von Montfort)