07. Mai – Ganz Dein…

Ein Christ, der sich von der Welt losgeschält hat, kennt für dieses und das andere Leben nur ein Verlangen: mit Jesus verbunden zu leben in  unaussprechlicher Vereinigung. Im geheimnisvollen Liebesgesang wird diese Vereinigung, unter göttlicher Eingebung, folgendermaßen gezeichnet: „Mein Vielgeliebter gehört mir, und ich gehöre ihm; er ruht in den Lilien, bis sich das Frührot erhebt und die Schatten fallen“ (Hohelied).

 

Fortsetzung folgt…

(Thomas von Kempen)

06. Mai – Ganz Dein…

Hättest du die richtige Einstellung, und wäre dein Herz ganz lauter, alles gereichte dir zum Wohl. Denn deshalb mißfällt dir manches und beunruhigt es dich, weil du dir noch nicht abgestorben bist und dem Irdischen nur ungenügend fernstehst.

Nichts befleckt und versklavt das Menschenherz dermaßen wie unlautere geschöpfliche Liebe.

Verzichtest du auf äußern Trost, so erschließen sich dir die himmlischen Dinge und du wirst häufig seelisch frohlocken können.

 

Fortsetzung folgt…

(Thomas von Kempen)

05. Mai – Ganz Dein…

Ein innerlicher Mensch hat sich schnell gesammelt, weil er nie ganz ungesammelt bleibt. Die äußere Arbeit, oder die vom Augenblick geforderte Beschäftigung, stellt kein Hindernis für ihn dar: er weiß sich dem Wechsel der Dinge anzupassen.

Ist jemand innerlich richtig eingestellt und ausgeglichen, berühren ihn die wunderlichen Irrwege der Menschen kaum. In dem Maß stößt jemand auf Hindernisse und Zerstreuungen, als er sich selbst mit den Dingen einläßt.

 

Fortsetzung folgt…

(Thomas von Kempen)

 

04. Mai – Ganz Dein…

Wer alles nach seinem wahren Wert beurteilt, und nicht nach bloßem Sagen und Meinen, der ist wahrhaft weise und mehr von Gott als von den Mneschen aufgeklärt. Wessen Wandel von innen her bestimmt wird, und wessen Einschätzung der Dinge sich nur wenig nach dem Äußern richtet, der macht seine Andachtsübungen nicht von Ort und Zeit abhängig.

 

Fortsetzung folgt…

(Thomas von Kempen)

02. Mai – Ganz Dein…

Hättest du das Innenleben Jesu richtig erfasst und auch nur einigermaßen seine glühende Liebe begriffen: dein persönliches Wohl und Wehe ließe dich gleichgültig. Im Gegenteil, erlittene Schmähungen freuten dich, denn die Jesusliebe führt den Menschen zur Selbstverachtung.

 

Fortsetzung folgt…

(Thomas von Kempen)

01. Mai – Ganz Dein…

Auch Christus wurde auf Erden von den Menschen verachtet und in größter Not von Bekannten und Freunden schmählich verraten.

Christus wollte leiden und verschmäht werden; und du wagst es, über etwas zu klagen?

Christus hatte Gegner und Verleumder; und du wolltest nur Freunde und Wohltäter kennen?

Wie kann deine Geduld gekrönt werden, wenn dir nichts Unangenehmes widerfährt?

Lehnst du alles Widrige von vornherein ab, wie vermagst du ein Freund Christi zu sein?

Leide mit Christus und für Christus, wenn du einst mit Christus herrschen willst.

 

Fortsetzung folgt…

(Thomas von Kempen)

30. April – Ganz Dein…

Vermagst du deine Gedanken nicht Hohem und Himmlischem zuzuwenden, so verweile im bittern Leiden Christi, und wohne gern in seinen heiligen Wunden. Nimmst du nämlich deine fromme Zuflucht zu den kostbaren Wundmalen Christi, so schöpfst du bei Trübsal große Kraft daraus; die Verachtung der Menschen ficht dich weniger an; und du erträgst ihre Schmähungen gelassen.

 

Fortsetzung folgt…

(Thomas von Kempen)

29. April – Ganz Dein…

Was siehst du dich hier um, da deine Heimat gar nicht hier liegt? „Dein Aufenthaltsort muss im Himmel sein;“ alles Irdische betrachte nur wie im Vorbeigehen.

Alles geht vorüber; auch du. Hänge dich nicht daran, sonst reißt es dich mit, und du gehst zugrunde. Beim Allerhöchsten sollen deine Gedanken weilen, und dein Beten gelange unablässig zu Christus.

 

Fortsetzung folgt…

(Thomas von Kempen)

28. April – Ganz Dein…

Setze dein ganzes Vertrauen auf Gott; ihm gelte deine Furcht wie deine Liebe. Er wird für dich einstehen und es gut machen, wie es am besten ist. Du hast hier keine bleibende Stätte. Magst du dich aufhalten wo du willst, du bleibst immerfort ein Fremdling und Pilger. Ruhe wirst du lediglich in der innigen Vereinigung mit Christus finden.

 

Fortsetzung folgt…

(Thomas von Kempen)