Viele Menschen begreifen nicht, dass die wahre Jüngerschaft darin besteht, im Kleinen zu dienen. Viele sind bereit für Gott zu sterben, aber in den Alltagssituationen für ihn zu leben sind sie nicht bereit. So ist es auch bei den Menschen untereinander. Viele sind bereit die großen Opfer zu bringen, bemühen sich aber bei den kleinen Opfern, die es Tag für Tag zu bringen gilt, nicht.
Nehmen wir die kleinen Unannehmlichkeiten auf uns und überwinden wir unseren Hochmut, unseren Stolz und unsere Selbstsucht. Bemeistern wir die kleinen Schwierigkeiten. Dann sind wir Gottes Boten.
28. Oktober – Gott ruft uns
Je näher wir zu Gott kommen, desto mehr werden wir unsere Irrtümer und Schwächen erkennen. Das menschliche Leben ist ein Wachstum. Es gilt nicht stehenzubleiben. Stillstand ist Rückstand. Fortschritt bedeutet Jugendlichkeit. Das ewige Leben ist ein jugendliches Leben. Es ist ein volles und reiches Leben:
„Das aber ist das ewige Leben, dass sie dich erkennen, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus.“ (Johannes 17,3)
27. Oktober – Gott ruft uns
Immer wieder streben die Menschen danach, zur Lösung des göttlichen Geheimnisses zu kommen. Dabei gibt es dabei nur einen Weg: den Weg des Gehorsams und der Liebe.
In der vollkommenen Liebe besteht keine Neugierde. Dort ist sich der Mensch sicher, dass, wenn die Zeit erfüllt ist, alles verständlich sein wird.
Wenn wir Gott haben, haben wir alles. Verlassen wir seine Liebe nicht und bleiben wir beständig.
26. Oktober – Gott ruft uns
Wir Menschen beurteilen Gott oft nach unseren eigenen menschlichen Regungen und Gefühlen und haben sehr erdbezogene Vorstellungen über ihn. Bei Gott ist die Liebe ganz anders.
Bei der göttlichen Liebe ist keiner zu einer Gegengabe verpflichtet.
Die Liebe zieht an, der Geliebte sehnt sich danach, dem Liebenden zu dienen und danach selbst seine Liebe zum Ausdruck zu bringen. Aber es gibt niemals eine Verpflichtung als Entgelt für die Liebe.
25. Oktober – Gott ruft uns
Vielen Folglingen von Jesus fehlt der Begriff davon, wie voller Freude Jesus sein kann. Sie sehen nur den Jesus, der über die Stadt weinte und gekreuzigt wurde.
Doch kein Schatten des Kreuzes konnte diese Freude verdunkeln. Selbst am Kreuz war Jesus der Bräutigam unter den Freunden, die er sich selber ausgesucht hat, um sie an seiner Hochzeitsfreude teilnehmen zu lassen. Er nahm die Anschuldigungen der Pharisäer nicht wichtig. Begreifen wir Jesus als unseren Meister, der uns liebt und mit uns lacht.
24. Oktober – Gott ruft uns
Gottes Friede hat für seine wahren Schüler eine ganz besondere Bedeutung. Der Friede Gottes ist lebendig und stark. Dieser Friede kann nur in den Menschen bestehen, die mit Gott leben. Das Leben in Gottes Gegenwart bedeutet leben im ewigen Leben, das ihm gehört und das diesen Frieden für immer von einer unzerstörbaren Schönheit erfüllt und mit wirklichem Leben durchdringt.
23. Oktober – Gott ruft uns
“ Und der Friede Gottes, der alles Begreifen übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken behüten in Christus Jesus.“ (Philipper 4,7)
Dieser Friede, von dem im Philipperbrief die Rede ist, umgibt die Seele, die auf Gott vertraut. Vertrauen wir unserem himmlischen Vater. Er beschützt seine Kinder und sehnt sich mit einer tiefen und ausharrenden Liebe, die am Beschützen und Vorsorgen eine hohe Freude hat und nicht vorenthalten werden kann.
22. Oktober – Gott ruft uns
Gehorsam ist die oberste Sprosse der Tugendleiter. So sagte es schon Pater Pio. Auch Jesus lernte diesen Gehorsam, obwohl er doch der Sohn war.
Das Haus unseres Geistes wird Stein um Stein aufgebaut. Zu den Steinen zählen: Gehorsam, Wahrheit, Liebe. Wenn bei einem Hausbau nicht akkurat gearbeitet wird, dann stürzt das Gebäude ein. So ist es auch im geistigen Leben.
Prüfen und tun wir alles nach den fünf Edelsteinen.
21. Oktober – Gott ruft uns
Um in Gottes Gegenwart zu leben, ist es nötig, dass wir uns wie ein Schwamm mit dem Guten vollsaugen. Wenn unser Blick immer nur auf das Negative gerichtet ist, können wir nicht in der Freude leben. Das Übel kann in Gottes Gegenwart nicht bestehen. Leben wir also mit ihm zusammen und nehmen wir sein Leben ganz in uns auf. Dann muss alles Üble außerhalb von uns bleiben.
20. Oktober – Gott ruft uns
„Von den Tagen Johannes‘ des Täufers an bis jetzt leidet das Himmelreich Gewalt, und Gewaltsame reißen es an sich.“ (Matthäus 11,12)
Tun wir also dem Himmelreich Gewalt an durch Einsatz und Anstrengung.
Gott gibt seine Geschenke frei und nicht als Verdienst für vollbrachte Taten. Doch wie es nicht möglich ist, dass Geld und Gott die erste Rolle spielen in unserem Leben, so ist es auch nicht möglich, dass unsere eigene Persönlichkeit mit an die erste Stelle tritt.
Das Wort „Gewalt antun“ betrifft also unserer harten Schulung der Selbstzucht gemeinsam mit dem intensiven Verlangen nach Gottes Reich. Dazu bedarf es der unermüdlichen Anstrengung, Gottes Willen zu erfahren und zu tun.