06. August

(Quelle: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes. Regensburg 1884)

Des ew´gen Glanzes Lichtgestalt,
die unsre Hoffnung sehnend sucht,
macht heute der verklärte Herr
den Seinen strahlend offenbar.

Er führt die Jünger auf den Berg
und zeigt sich in der Herrlichkeit:
Sein Leib die Sonne überstrahlt;
und sein Gewand ist weiß wie Schnee.

Und aus der lichten Wolke dringt
des Vaters Stimme, die bezeugt:
„Seht, dies ist mein geliebter Sohn,
auf dem mein Wohlgefallen ruht.“

Herr, führe uns aus der dunklen Welt
zum Lichte, das du selber bist,
und wandle unsern armen Leib
zum Bilde deiner Herrlichkeit.

Gott Vater, dir sei Preis und Ruhm,
dem Sohne, deinem Ebenbild,
dem Geiste, der euch beide eint,
jetzt, immer und in Ewigkeit. Amen.

(Hymnus der Laudes am Fest Verklärung des Herrn)

04. August

Schaut, meine Lieben, der Schatz des Christen ist nicht auf der Erde, sondern im Himmel. Unser Denken muss sich also dahin richten, wo unser Schatz ist.

Dies ist die schöne Aufgabe des Menschen: zu beten und zu lieben. Wenn ihr betet und liebt, seht, das ist das Glück des Menschen auf Erden. Das Gebet ist nichts anderes als Vereinigung mit Gott. Wenn jemand ein reines, mit Gott verbundenes Herz hat, dann überkommt ihn ein berauschendes Gefühl von Wonne und Glück, ein Licht, das ihn wunderbar umleuchtet. In dieser tiefen Vereinigung sind Gott und die Seele wie zwei ineinander verschmolzene Kerzen, die keiner mehr trennen kann. Überaus schön ist die Vereinigung Gottes mit seinem geringen Geschöpf; es ist ein Glück, das niemand begreifen kann.

(Auszug der Lesung der Lesehore am Gedenktag des hl. Johannes Maria Vianney)

03. August

Die Glut des Mittags treibt uns um,
die Stunden eilen wie im Flug;
du, Gott vor dem die Zeiten stehn,
laß uns ein wenig bei dir ruhn.

Wir atmen fiebrig und gehetzt,
der Streit flammt auf, das rasche Wort;
in deiner Nähe, starker Gott,
ist Kühlung, Frieden und Geduld.

Gewähr uns dies, o guter Gott,
du, Vater, und du, einz´ger Sohn,
die ihr mit ihm, dem Heil´gen Geist,
regiert durch Zeit und Ewigkeit. Amen.

(Hymnus der Sext)

02. August

Du schenkst uns diesen neuen Tag;
– mach unsere Herzen hell in deinem Licht.

Laß uns schon am Morgen dein Erbarmen erfahren;
– die Freude an dir sei unsere Kraft den ganzen Tag.

Gib, dass wir heute deinem Beispiel folgen;
– und gut sind zu allen Menschen.

Bekehre unsere Herzen zu dir
– bewahre uns heute vor jeder Sünde.

(Bitten der Laudes)

01. August

Alle Heiligkeit und Vollkommenheit beruht auf der Liebe zu unserem Herrn Jesus Christus, unserem Gott, unserem höchsten Gut und Erlöser. Die Aufgabe der Liebe besteht darin, alle Tugenden zu vereinigen und zu bewahren, die den Menschen vollkommen machen.

Verdient etwa Gott nicht unsere ganze Liebe? Er hat uns von Ewigkeit her geliebt. ´Bedenke o Mensch´, so spricht er, ´dass ich der erste war, der dich liebte. Du hattest das Licht der Welt noch nicht erblickt, die Welt war noch nicht da, und ich liebte dich bereits. Seit ich bin, liebe ich dich!´

(Auszug aus der Lesehore am Gedenktag des hl. Alfons Maria von Liguori)

31. Juli

Ignatius war dem Lesen nichtiger und verlogener Bücher verfallen, wie sie über die Taten großer Helden geschrieben werden. Als er sich nach seiner Verwundung wieder gesund fühlte, wünschte er solche Bücher, um sich die Zeit zu vertreiben. Im ganzen Haus jedoch fand sich kein Buch dieser Art. Darum brachte man ihm ein Buch mit dem Titel „Das Leben Christi“ und ein anderes „Blüte der Heiligen“, beide in seiner Muttersprache…

(Auszug aus der Lesung der Lesehore am Gedenktag des hl. Ignatius von Loyola)

29. Juli

Das ist dein Tag, Herr Jesus Christ,
der Tag, von deinem Glanz erhellt,
da du vom Tod erstanden bist
als König der erlösten Welt.

Nun hilf uns aus der Dunkelheit
mit dir ins Reich des Lichtes gehen
und laß dereinst auch unsern Leib
verklärt zum Leben auferstehn.

Ruf uns zu dir, wenn du erscheinst
am großen Tag des Endgerichts,
du Sieger über Welt und Tod,
mit dir zu herrschen, Gott des Lichts.

Dann schauen wir dein Angesicht
und werden deinem Bilde gleich,
und wir erkennen, wie du bist:
an Herrlichkeit und Güte reich.

Die siebenfach dein Geist gesalbt,
erfüllt dein Blick mit Seligkeit;
du führst uns deinem Vater zu
ins Leben der Dreieinigkeit. Amen.

(Hymnus der Lesehore)

28. Juli

Sei gegrüßt, o Königin,
Mutter der Barmherzigkeit;
unser Leben, unsre Wonne
und unsre Hoffnung sei gegrüßt!
Zu dir rufen wir verbannte Kinder Evas;
zu dir seufzen wir
trauernd und weinend in diesem Tal der Tränen.
Wohlan denn, unsere Fürsprecherin,
wende deine barmherzigen Augen uns zu
und nach diesem Elend zeige uns Jesus,
die gebenedeite Frucht deines Leibes!
O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria!

(Marianische Antiphon der Komplet)