„Ihr Hirten, wen habt ihr gesehen? Sagt und verkündet uns: Wer ist auf Erden erschienen? – Wir sahen das Kind und hörten die Chöre der Engel; die sangen das Lob des Herrn. Halleluja.“
1. Antiphon aus der Laudes vom 29. Dezember
„Ihr Hirten, wen habt ihr gesehen? Sagt und verkündet uns: Wer ist auf Erden erschienen? – Wir sahen das Kind und hörten die Chöre der Engel; die sangen das Lob des Herrn. Halleluja.“
1. Antiphon aus der Laudes vom 29. Dezember
„Ein kleines Kind wird geboren, es ist der große König. Aus der Ferne werden die Weisen herbeigeführt; sie kommen, das Kind anzubeten, das in der Krippe liegt, aber schon über Himmel und Erde herrscht. Als die Weisen die Geburt des Königs verkündeten, erschrak Herodes und suchte das Kind zu töten, um seine Herrschaft nicht zu verlieren. Hätte er an das Kind geglaubt, hätte er hier in Sicherheit herrschen können und ohne Ende im ewigen Leben. Warum fürchtest du dich, Herodes, bei der Kunde von der Geburt des Königs ?…“
Aus der Lesung der Lesehore. Hier geht es weiter
Lesehore Lesung
„Allmächtiger Gott, du hast uns durch den Evangelisten Johannes einen Zugang eröffnet zum Geheimnis deines ewigen Wortes. Lass uns mit erleuchtetem Verstand und liebendem Herzen erfassen, was er in gewaltiger Sprache verkündet hat. Darum bitten wir durch Jesus Christus.“
Oration aus dem Stundengebet (Laudes vom 27. Dezember)
„Zu Bethlehem geboren,
ist uns ein Kindelein,
das hab‘ ich auserkoren,
sein eigen will ich sein.
Eia, eia, sein eigen will ich sein.
In seine Lieb’ versenken
will ich mich ganz hinab;
mein Herz will ich ihm schenken
und alles, was ich hab’,
eia, eia, und alles, was ich hab’.“
(Neues Gotteslob Nr. 239)
Wir wünschen allen ein gesegnetes und gnadenreiches Weihnachtsfest!
Aufgeleuchtet ist uns aufs Neue der Tag der Erlösung:
Ein großes Licht ist heute auf Erden erschienen.
Kommt, ihr Völker, und betet an den Herrn, unseren Gott!
Halleluja.
Die Geburt Jesu
In jenen Tagen geschah es, dass von Kaiser Augustus ein Befehl ausging, dass der gesamte Erdkreis aufgezeichnet werde. Diese erste Aufzeichnung geschah, als Quirinius Statthalter von Syrien war. Alle gingen hin, sich eintragen zu lassen, ein jeder in seine Stadt. Auch Josef zog von Galiläa, aus der Stadt Nazareth hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Bethlehem heißt – weil es aus dem Hause Davids war – um sich eintragen zu lassen zusammen mit Maria, seiner Verlobten, die gesegneten Leibes war.
Während sie dort waren, geschah es, dass sich die Tage erfüllten, da sie gebären sollte, und sie gebar ihren erstgeborenen Sohn, hüllte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil nicht Platz für sie war in der Herberge.
In der selben Gegend waren Hirten auf dem freien Felde und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat ein Engel des Herrn zu ihnen, und es umstrahlte sie die Herrlichkeit des Herrn, und sie fürchteten sich sehr. Der Engel aber sprach zu ihnen: „Fürchtet euch nicht! Denn seht, ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll: Euch wurde heute in der Stadt Davids ein Retter geboren, der ist Messias und Herr. Und dies soll euch zum Zeichen sein: Ihr werdet ein Kindlein finden, in Windel eingehüllt und in einer Krippe liegend!“
Und auf einmal erschien mit dem Engel eine große Schar des himmlischen Heeres, die Gott priesen mit den Worten: „Ehre ist Gott in der Höhe und auf Erden Friede unter Menschen eines guten Willens!“
(Lukas 2, 1-14 Vulgata)
„Barmherziger Gott, du hast die Not des Menschen gesehen, der dem Tod verfallen war, und hast ihn erlöst durch die Ankunft deines Sohnes. Gib uns die Gnade, das Geheimnis der Menschwerdung in Ehrfurcht zu bekennen und in der Gemeinschaft mit unserem Erlöser das Heil zu finden. Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus. Amen.“
Oration aus dem Stundengebet (Laudes vom 22. Dezember)
Gepriesen sei unser Herr Jesus Christus, der uns heimsucht mit seinem Erbarmen. Zu ihm lasst uns beten:
R: Komm, Herr Jesus.
Du bist ein Mensch geworden;
– heile, was in uns Menschen böse ist.
Wenn du wiederkommst, wird deine Herrlichkeit sichtbar werden an deinen Auserwählten;
– komm heute zu uns Sündern als der milde und barmherzige Herr.
Unser Ruhm ist es, dass wir dich preisen dürfen;
– nimm unser Morgenlob gnädig an.
Durch den Glauben hast du uns aus der Finsternis in dein Licht geführt;
– mach unser Tagewerk deiner würdig.
Bitten aus der Laudes vom 21. Dezember
Nur ein Strohhalm
Die Hirten sind gekommen und dann wieder gegangen. Vielleicht haben sie damals Geschenke mitgebracht, aber gegangen sind sie mit leeren Händen. Ich kann mir aber vorstellen, dass vielleicht ein Hirte, ein ganz junger, doch etwas mitgenommen hat von der Krippe.
Ganz fest in der Hand hat er es gehalten Die anderen haben es erst gar nicht bemerkt. Bis auf einmal einer sagte:
„Was hast du denn da in der Hand?“ – „Einen Strohhalm“, sagte er, „einen Strohhalm aus der Krippe, in der das Kind gelegen hat.“
„Einen Strohhalm!“, lachten die anderen, „das ist ja Abfall! Wirf das Zeug weg.“
Aber er schüttelte nur den Kopf. „Nein'“, sagte er, „den behalte ich, für mich ist er ein Zeichen, ein Zeichen für das Kind. Jedes Mal, wenn ich diesen Strohhalm in der Hand halten werde, dann werde ich mich an das Kinde erinnern und daran, was die Engel von ihm gesagt haben.“
Und wie ist das mit dem kleinen Hirten weitergegangen?
Am nächsten Tag, da fragten die anderen Hirten ihn.
„Und, hast du den Strohhalm immer noch? Ja? Mensch, wirf ihn weg, das ist doch wertloses Zeug!“ Er antwortete: „Nein, das ist nicht wertlos. Das Kind Gottes hat darauf gelegen.“ – „Ja und?“ lachten die anderen, „das Kind ist wertvoll, aber nicht das Stroh.“ „Ihr habt Unrecht“, sagte der kleine Hirte, „das Stroh ist schon wertvoll. Worauf hätte das Kind denn sonst liegen sollen, arm wie es ist? Nein, mir zeigt es, dass Gott das Kleine braucht, das Wertlose.
Ja, Gott braucht die Kleinen. Die, die nicht viel können, die nichts wert sind.“
Ja, der Strohhalm aus der Krippe war dem kleinen Hirten wichtig.
Wieder und wieder nahm er ihn in die Hand, dachte an die Worte der Engel,
freute sich darüber, dass Gott die Menschen so lieb hat, dass er klein wurde wie sie.
Eines Tages aber nahm ihm einer der anderen den Strohhalm weg und sagte wütend. „Du mit deinem Stroh. Du machst mich noch ganz verrückt!“
Und er zerknickte den Halm wieder und wieder und warf ihn zur Erde.
Der kleine Hirte stand ganz ruhig auf, strich ihn wieder glatt und
sagte zu den anderen: „Sieh doch, er ist geblieben, was er war. Ein Strohhalm. Deine ganze Wut hat daran nichts ändern können. Sicher, es ist leicht, einen Strohhalm zu knicken, und du denkst, was ist schon ein Kind, wo wir einen starken Helfer brauchen“.
Aber ich sage dir: Aus diesem Kind wird ein Mann und der wird nicht totzukriegen sein. Er wird die Wut der Menschen aushalten, ertragen und bleiben, was er ist – Gottes Retter für uns. Denn Gottes Liebe ist nicht klein zu kriegen.‘
(Nach einer Erzählung aus Mexiko)