17. Dezember – Adventszeit

Die Großmutter hat sich viel Mühe gegeben, eine festliche Geburtstagstafel vorzubereiten. Wie jedes Jahr wurden vom Konditor zwei leckere Torten geliefert, sie hat den Tisch schön gedeckt, der Kaffee dampft bereits.
Da klingelt es an der Tür. Freudig öffnet die alte Frau – es sind ihre beiden Enkelkinder. Sie will gerührt die Glückwünsche entgegennehmen doch die beiden stoßen ihre Großmutter beiseite und laufen den Korridor entlang zum Wohnzimmer.
Schnell nehmen sie am gedeckten Tisch Platz und schaufeln sich Torte auf ihre Teller. Schmatzend legen sie zu essen los.
Die Großmutter ist inzwischen auch im Zimmer angekommen.
Etwas verschreckt steht sie in einer Ecke. „Na, schmeckt es euch denn?“ fragt sie unsicher. Man merkt ihr den Versuch an, aus der Situation das Beste zu machen. Die Großmutter versucht noch einmal zu lächeln
und das Ganze mit „Ja, ja, die Jugend!“ abzutun.
Sie hofft, dass es noch etwas feierlicher wird, wenn die beiden ihren größten Hunger gestillt haben.
Doch plötzlich springen beide wieder hoch. „Mach’s gut, Oma, bis bald mal!“ stürzen sie hinaus. Das Zuknallen der Tür hallt noch lange nach.
Du kannst dir nicht vorstellen, dass so etwas möglich ist? Du meinst, da sei aber gehörig dick aufgetragen? Nein, dies ist eine wahre Geschichte, die sich jedes Jahr millionenfach wiederholt. Auch wenn die Hauptperson der Geschichte in Wirklichkeit nicht die Großmutter ist, sondern ein Kind.
Die Geschichte spielt am Weihnachtsfest.
Da feiern wir Menschen die Geburt unseres Erlösers. Er sollte die Hauptperson sein.
Aber was machen wir aus diesem Fest? Wir stoßen Jesus zur Seite, wir schlagen uns den Magen voll, wir überhäufen uns mit Geschenken, wir denken an uns – vielleicht noch an unsere Familie und unsere besten Freunde.
Die Hauptperson selbst steht verdrängt und weggestoßen in einer Ecke, ohne sich zu wehren.
Eigentlich erstaunlich, dass Gott immer noch mit offenen Armen dasteht und auf uns wartet, nicht wahr? Dass er uns einlädt, sogar zu Weihnachten.
Auch in diesem Jahr.
(Rainer Haak)

13. Dezember – Adventszeit

 

„Herr unser Gott, durch dein Erbarmen sind wir in Christus eine neue Schöpfung geworden. Wende deine Augen nicht von uns ab, sondern heile alle Wunden der alten Schuld durch die Ankunft deines Sohnes, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.“

Oration aus dem Stundengebet

12. Dezember – Adventszeit

imag2502-2Warum musste Gott Mensch werden?

Ein König hatte einen Minister, einen sehr gebildeten Mann, der Christ wurde und seinen Glauben vor dem ganzen Volk bekannte.
Er erklärte, dass er an den Heiland glaube, der in diese Welt gekommen sei, um sie zu erlösen von Schuld und Tod. Dem König war das unverständlich.
„Denn“, sagte er, „wenn ich will, dass etwas geschehen soll, dann gebiete ich meinen Dienern, und das genügt.
Warum sollte der König aller Könige selbst in diese Welt kommen?“
Der König wollte den Minister wegen seiner Bekehrung zum Christusglauben entlassen. Da er ihn aber sehr liebte, versprach er ihm Gnade, wenn er
eine Antwort auf diese Frage wüsste.
„Gewährt mir 24 Stunden, Majestät, und ich will Euch antworten.“
Er ließ einen geschickten Schnitzkünstler holen und trug ihm auf, eine Puppe anzufertigen und sie genau so zu kleiden wie das zweijährige Kind des Königs.
Am folgenden Tag machte der König im Boot eine Spazierfahrt. Der Schnitzkünstler war angewiesen, sich am Ufer des Flusses aufzuhalten und auf ein vereinbartes Zeichen die Puppe ins
Wasser zu werfen. Der König sah die Puppe ins Wasser fallen und in der Meinung, es sei sein Kind, sprang er ins Wasser.
Der Minister fragte ihn anschließend, warum er selbst sein Kind habe retten wollen, wenn doch ein Wort an seine Diener genügt hätte.
„Es ist das Herz des Vaters, das so handeln musste!“ erwiderte der König.
Und der Minister antwortete: „So hat sich auch Gott nicht damit zufriedengegeben, den Menschen nur eine Heilsbotschaft zu senden, sondern seine unendliche Liebe ließ ihn selbst vom Himmel herabsteigen, um uns zu retten…“
(Sadhu Sundar Singh)

10. Dezember – Adventszeit

Gepriesen sei unser Erlöser, der mit großer Macht und Herrlichkeit wiederkommen wird. Zu ihm lasst uns beten:

R: Komm, Herr Jesus.

Du bist gekommen, um den Menschen die Heilsbotschaft zu verkünden;
– hilf uns, dass wir heute von dir Zeugnis geben.

Nach dir verlangen wir;
– sei du im ganzen Leben unser Trost.

Du wirst einst wiederkommen;
– gib, dass wir dich mit Freude erwarten.

Du wirst alle Menschen richten;
– mach uns deines Erbarmens würdig.

Bitten aus dem Stundengebet (Laudes)