24. Januar – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Alle Weisheit kommt von Gott. Wer die Welt und den Menschen verstehen will, ist auf den Plan des Schöpfers verwiesen. Weisheit ist Teilhabe am Geist Gottes. Ohne sie gibt es keine Unterscheidung der Geister. 

Diese Erkenntnis liegt dem Gebet Salomos im Buch der Weisheit zugrunde. Aus dem göttlichen Auftrag, „die Welt in Heiligkeit und Gerechtigkeit zu leiten“ (Weish 9, 3), folgt für den Menschen die Bitte um Weisheit. Ohne sie kann er Gottes Willen nicht erkennen und noch viel weniger erfüllen. Die Weisheit führt uns zum Wesentlichen und lässt uns in den Sinn der Geschichte eindringen. Sie hebt uns heraus aus der Oberflächlichkeit dieser Welt. Daher lautet unser Gebet: „Verleih deinem Knecht ein hörendes Herz, damit er das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht“
(vgl. 1 Kön 3, 9). 

(Papst Johannes Paul II. am 29.01.2003)

23. Januar – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Wenn ich den Blick weite auf das ganze ökumenische Panorama, fühle ich mich verpflichtet, dem Herrn zu danken für den bis jetzt zurückgelegten Weg sowie für die Qualität der brüderlichen Beziehungen, die unter den verschiedenen Gemeinschaften entstanden sind, und ebenso für die Ergebnisse, die durch die theologischen Dialoge erzielt wurden, obwohl sie je nach Form und Ebene unterschiedlich sind. Wir können sagen, daß die Christen heute mehr zusammenhalten und solidarischer sind, auch wenn der Weg zur Einheit noch bergauf führt, über Hindernisse und Engpässe hindurch. Indem sie dem vom Herrn gewiesenen Weg folgen, gehen sie zuversichtlich voran, denn sie wissen, daß sie wie die Jünger von Emmaus vom auferstandenen Herrn zum Ziel der vollen kirchlichen Gemeinschaft begleitet werden, die dann zum gemeinsamen »Brotbrechen« führen wird.

(Papst Johannes Paul II. am 22.01.2003)

22. Januar – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Fortsetzung

Ja, das Geschenk der Einheit ist in »zerbrechlichen Gefäßen« enthalten, die auseinanderbrechen können, und deshalb ist höchste Sorgfalt geboten. Es ist notwendig, unter den Christen eine Liebe zu pflegen, die danach strebt, die Spaltungen zu überwinden; man muß sich anstrengen, jede Schranke durch unablässiges Gebet, durch den beharrlichen Dialog und durch eine brüderliche und konkrete Zusammenarbeit zugunsten der Armen und Notleidenden abzubauen. 

(Papst Johannes Paul II. am 22.01.2003)

21. Januar – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Beim Letzten Abendmahl bittet Jesus für seine Jünger: »Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin« (Joh 17, 21). Die Einheit ist also der »Schatz«, den er ihnen geschenkt hat. Ein Schatz, der zwei besondere Eigenschaften hat: Einerseits drückt die Einheit Treue zum Evangelium aus, anderseits ist sie, wie der Herr selbst betont hat, eine Voraussetzung dazu, dass alle glauben, dass er der Gesandte des Vaters ist. Die Einheit der christlichen Gemeinschaft ist deshalb auf die Evangelisierung aller Völker ausgerichtet. 

Trotz der Erhabenheit und Größe dieses Geschenks hat die menschliche Schwachheit dazu geführt, dass es nicht mehr voll angenommen und zur Geltung gebracht wird. Die Beziehungen unter den Christen waren manchmal von Gegensätzen und in einigen Fällen sogar von gegenseitigem Hass gekennzeichnet. Und all das – so nennt es das II. Vatikanische Konzil – »ist ein Ärgernis für die Welt und ein Schaden für die Verkündigung des Evangeliums« (vgl. Unitatis redintegratio, 1). 

(Papst Johannes Paul II. am 22.01.2003)

19. Januar – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Kraft des Glaubens, der uns eint, sind wir alle, die Christen, jeder entsprechend seiner jeweiligen Berufung, gehalten, die volle Gemeinschaft, den uns von Christus hinterlassenen wertvollen »Schatz«, wiederherzustellen. Wir müssen uns mit reinem und ehrlichem Herzen für diese im Evangelium verankerte Aufgabe einsetzen, ohne zu ermüden.

(Papst Johannes Paul II. am 22.01.2003)

18. Januar – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Der Herr hat die »eine« und »einzige« Kirche gegründet. Das bekennen wir im nizäno-konstantinopolitanischen Glaubensbekenntnis: »Ich glaube … die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche.« »Und doch« – so ruft das II. Vatikanische Konzil in Erinnerung – »erheben mehrere christliche Gemeinschaften vor den Menschen den Anspruch, das wahre Erbe Jesu Christi zu sein; sie alle bekennen sich als Jünger des Herrn, aber sie weichen in ihrem Denken voneinander ab und gehen verschiedene Wege, als ob Christus selber geteilt wäre« (Unitatis redintegratio, 1).

Die Einheit ist ein großes Geschenk, aber ein Geschenk, das wir in zerbrechlichen Gefäßen tragen. Wie realistisch diese Sichtweise ist, zeigen die Wechselfälle der christlichen Gemeinschaft im Laufe der Jahrhunderte. 

Fortsetzung folgt …

(Papst Johannes Paul II. am 22.01.2003)

17. Januar – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Von einem neuen Himmel und einer neuen Erde schwärmt die Heilige Schrift, wenn es um das Neue des christlichen Glaubens geht.

Doch die Erfahrung scheint das Gegenteil zu bestätigen: Nach zweitausend Jahren Christentum hätten sich manche größere „Erfolge“ erwartet. Nicht wenige stellen die Frage: Ist alles beim Alten geblieben?

Diese Frage ist nicht neu. Schon Jesu Zeitgenossen haben sie gestellt. Der Sohn Gottes antwortete ihnen: „Das Reich Gottes ist schon mitten unter euch“ (Lk 17,21).

Das Reich Gottes breitet sich langsam aus. Das liegt nicht an Gott, sondern am Menschen. Gottes Pädagogik achtet die Freiheit des Menschen. Gott überfordert uns nicht. Vielmehr will er, daß wir am Aufbau seines Reiches mitarbeiten. Dabei lautet unser Motto: alles von Gott erwarten im Wissen darum, daß er nichts ohne uns tut.

(Papst Johannes Paul II. am 31.01.2001)

15. Januar – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Wenn wir die Lage der Welt betrachten, scheint auf den ersten Blick das Dunkle zu überwiegen: Krieg, Gewalt, Unterdrückung, Ungerechtigkeit und moralischer Verfall.  

Doch in dieses Dunkel strahlt das Licht. Die ‘Kunst Gottes’ besteht darin, daß er einen Plan mit uns Menschen hat: den Plan des Friedens und der Liebe, der Wahrheit und der Gerechtigkeit. Damit dieser Plan Wirklichkeit wird in der Architektur der Welt, ist der Mensch zur Umkehr gerufen. Es geht um eine Richtungsänderung, damit dem Plan Gottes der Weg geebnet wird. 

Fortsetzung folgt …

(Papst Johannes Paul II. am 24.01.2001)

14. Januar – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Fortsetzung

Auf diesem Weg sind wir zuerst aufgerufen, die Angst vor der Zukunft zu verlieren. Oft peinigt diese Angst die jungen Generationen, und sie reagieren mit Gleichgültigkeit, mit Abstandnehmen gegenüber Verpflichtungen im Leben, mit Drogeneinnahme, die sie verrohen läßt, mit Gewalt und Apathie. Außerdem sollte Freude herrschen über jedes Kind, das zur Welt kommt (vgl. Joh 16,21), damit es in Liebe aufgenommen und ihm die Möglichkeit gegeben werde, in Körper und Geist zu wachsen. Auf diese Weise arbeitet man am Werk Christi selbst mit, der seine Sendung folgendermaßen beschrieb: »Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben« (Joh 10,10). 

(Papst Johannes Paul II. am 24.01.2001)