23. Dezember

Das Herz
„Morgen früh“ begann der Chirurg,“ werde ich dein Herz öffnen…“; „Du wirst Jesus dort finden“, unterbrach ihn der Junge. Der Chirurg blickte leicht irritiert auf, „Ich werde dein Herz aufschneiden,“ fuhr er fort, „um zu sehen, wie groß der Defekt ist….“ „Aber wenn du mein Herz aufmachst, wirst du Jesus dort finden.“ sagte der Junge.
Der Chirurg blickte auf die Eltern, die ruhig dasaßen. „Wenn ich gesehen habe, was kaputt ist, werde ich dein Herz wieder zunähen und deinen Brustkorb, und dann werde ich sehen, was als nächstes zu tun ist.“
„Aber du wirst Jesus dort finden. Die Bibel sagt, er wohnt dort. Die Psalmen sagen alle, dass er da lebt, du wirst ihn in meinem Herzen finden.“
Der Chirurg hatte genug. „Ich sage dir, was ich finden werde: Ich werde zerstörten Muskel finden, schlechte Blutversorgung und schwache Gefäße. Und ich werde herausfinden, ob ich dich gesund machen kann.“
„Jesus wirst du dort auch finden. Er lebt in meinem Herzen.“ antwortete der Junge noch einmal.

Der Chirurg ging. Nach der Operation saß er in seinem Büro, und diktierte seinen Operationsbericht:
„….zerstörte Aorta, zerstörte Pulmonalarterien, ausgedehnte Muskeldegeneration. Keine Hoffnung für Transplantation, keine Hoffnung auf Heilung. Therapie: Schmerzstillende Medikamente und Bettruhe. Prognose:“ hier zögerte er, „Lebenserwartung höchstens ein Jahr.“
Er stoppte: „Warum?“ fragte er laut. „Warum hast du das getan? Du hast ihn hergebracht; du hast ihm diese Schmerzen gelassen, du hast ihn zu einem frühen Tod verurteilt. Warum??“
Der Herr antwortete und sagte: „Der Junge, mein Lamm, war nicht bestimmt für deine Herde für lange Zeit, denn er gehört zu meiner Herde, und er wird ewig bleiben. Hier, in meiner Herde wird er keine Schmerzen haben, und es wird ihm gutgehen, wie du dir das gar nicht vorstellen kannst. Seine Eltern werden ihm eines Tages hierher folgen, sie werden Frieden finden und meine Herde wird wachsen.“
Tränen standen dem Chirurgen in den Augen, aber sein Zorn war größer:
„Du hast diesen Jungen gemacht, und du hast dieses Herz gemacht. In ein paar Monaten wird er tot sein. Warum?“
Der Herr antwortete: „Der Junge, mein Lamm, wird zu meiner Herde zurückkehren, er hat seine Pflicht erfüllt: Ich habe mein Lamm nicht in deine Herde gegeben, um ihn zu verlieren, sondern um ein anderes verlorenes Schaf zu retten.“

Der Chirurg weinte.
Später saß er am Bett des Jungen; seine Eltern saßen ihm gegenüber. Der Bub wachte auf und flüsterte: „Du hast mein Herz aufgemacht?“
„Ja,“ sagte der Chirurg.“Was hast du gefunden?“ fragte der Junge.
„Ich habe Jesus dort gefunden.“ sagte der Chirurg.

(Autor unbekannt)

22. Dezember

Die Tiere diskutierten einmal über Weihnachten. Sie stritten, was wohl die Hauptsache an Weihnachten sei. „Na klar, Gänsebraten“, sagte der Fuchs, „was wäre Weihnachten ohne Gänsebraten!“

„Schnee“, sagte der Eisbär, „viel Schnee!“ Und er schwärmte verzückt: „Weiße Weihnachten feiern.“ Das Reh sagte: „Ich brauche aber einen Tannenbaum, sonst kann ich nicht Weihnachten  feiern.“ – „Aber nicht so viele Kerzen“, heulte die Eule, „schön schummrig und gemütlich muss es sein, Stimmung ist die Hauptsache!“
„Und Schmuck“, krächzte die Elster, „jede Weihnachten kriege ich was: einen Ring, ein Armband, eine Brosche oder eine Kette, das ist für mich das Allerschönste.“
„Mach´s wie ich“, sagte der Dachs, „pennen, pennen, das ist das Wahre an Weihnachten, mal richtig ausschlafen!“
„Und saufen“, ergänzte der Ochse, „mal richtig einen saufen und dann pennen“, dann aber schrie er: „Aua!“, denn der Esel hatte ihm einen gewaltigen Tritt versetzt: „Du Ochse, denkst du denn nicht an das Kind?“
Da senkte der Ochs beschämt den Kopf und sagte: „Das Kind, ja, das Kind, das Kind ist die Hauptsache!“

„Übrigens“, fragte der Esel: „wissen das auch die Menschen?“

(von J. Hildebrand)

4. Advent

Wir sagen euch an den lieben Advent.
Sehet, die vierte Kerze brennt.
Gott selber wird kommen, er zögert nicht
Auf, auf ihr Herzen, werdet Licht

Freut euch, ihr Christen!
Freuet euch sehr!
Schon ist nahe der Herr

18. Dezember

Nur ein Strohhalm

Die Hirten sind gekommen und dann wieder gegangen. Vielleicht haben sie damals Geschenke mitgebracht, aber gegangen sind sie mit leeren Händen. Ich kann mir aber vorstellen, dass vielleicht ein Hirte, ein ganz junger, doch etwas mitgenommen hat von der Krippe. Ganz fest in der Hand hat er es gehalten Die anderen haben es erst gar nicht bemerkt.

Bis auf einmal einer sagte: „Was hast du denn da in der Hand?“ – „Einen Strohhalm“, sagte er, „einen Strohhalm aus der Krippe, in der das Kind gelegen hat.“
„Einen Strohhalm!“, lachten die anderen, „das ist ja Abfall! Wirf das Zeug weg.“ Aber er schüttelte nur den Kopf. „Nein’“, sagte er, „den behalte ich, für mich ist er ein Zeichen, ein Zeichen für das Kind. Jedes Mal, wenn ich diesen Strohhalm in der Hand halten werde, dann werde ich mich an das Kinde erinnern und daran, was die Engel von ihm gesagt haben.“ Und wie ist das mit dem kleinen Hirten weitergegangen? Am nächsten Tag, da fragten die anderen Hirten ihn. „Und, hast du den Strohhalm immer noch? Ja? Mensch, wirf ihn weg, das ist doch wertloses Zeug!“ Er antwortete: „Nein, das ist nicht wertlos.
Das Kind Gottes hat darauf gelegen.“ – „Ja und?“ lachten die anderen, „das Kind ist wertvoll, aber nicht das Stroh.“ „Ihr habt Unrecht“, sagte der kleine Hirte, „das Stroh ist schon wertvoll. Worauf hätte das Kind denn sonst liegen sollen, arm wie es ist? Nein, mir zeigt es, dass Gott das Kleine braucht, das Wertlose.
Ja, Gott braucht die Kleinen. Die, die nicht viel können, die nichts wert sind.“
Ja, der Strohhalm aus der Krippe war dem kleinen Hirten wichtig. Wieder und wieder nahm er ihn in die Hand, dachte an die Worte der Engel, freute sich darüber, dass Gott die Menschen so lieb hat, dass er klein wurde wie sie. Eines Tages aber nahm ihm einer der anderen den den Strohhalm weg und sagte wütend. „Du mit deinem Stroh. Du machst mich noch ganz verrückt!“ Und er zerknickte den Halm wieder und wieder und warf ihn zur Erde. Der kleine Hirte stand ganz ruhig auf, strich ihn wieder glatt und sagte zu den anderen: „Sieh doch, er ist geblieben, was er war. Ein Strohhalm. Deine ganze Wut hat daran nichts ändern können. Sicher, es ist leicht, einen Strohhalm zu knicken, und du denkst, was ist schon ein Kind, wo wir einen starken Helfer brauchen“. Aber ich sage dir: Aus diesem Kind wird ein Mann und der wird nicht totzukriegen sein. Er wird die Wut der Menschen aushalten, ertragen und bleiben, was er ist – Gottes Retter für uns.
Denn Gottes Liebe ist nicht klein zu kriegen.
(Nach einer Erzählung aus Mexiko)

16. Dezember

Warum mußte Gott Mensch werden?

Ein König hatte einen Minister, einen sehr gebildeten Mann, der Christ wurde und seinen Glauben vor dem ganzen Volk bekannte. Er erklärte, dass er an den Heiland glaube, der in diese Welt gekommen sei, um sie zu erlösen von Schuld und Tod. Dem König war das unverständlich.


„Denn“;, sagte er, „wenn ich will, dass etwas geschehen soll, dann gebiete ich meinen Dienern, und das genügt. Warum sollte der König aller Könige selbst in diese Welt kommen?“

Der König wollte den Minister wegen seiner Bekehrung zum Christusglauben entlassen. Da er ihn aber sehr liebte, versprach er ihm Gnade, wenn er eine Antwort auf diese Frage wüßte.

„Gewährt mir 24 Stunden, Majestät, und ich will Euch antworten.“

Er ließ einen geschickten Schnitzkünstler holen und trug ihm auf, eine Puppe anzufertigen und sie genau so zu kleiden wie das zweijährige Kind des Königs.

Am folgenden Tag machte der König im Boot eine Spazierfahrt. Der Schnitzkünstler war angewiesen, sich am Ufer des Flusses aufzuhalten und auf ein vereinbartes Zeichen die Puppe ins Wasser zu werfen. Der König sah die Puppe ins Wasser fallen und in der Meinung, es sei sein Kind, sprang er ins Wasser.

Der Minister fragte ihn anschließend, warum er selbst sein Kind habe retten wollen, wenn doch ein Wort an seine Diener genügt hätte.
„Es ist das Herz des Vaters, das so handeln musste!“ erwiderte der König.

Und der Minister antwortete: „So hat sich auch Gott nicht damit zufriedengegeben,
den Menschen nur eine Heilsbotschaft zu senden, sondern seine unendliche Liebe ließ ihn selbst vom Himmel herabsteigen, um uns zu retten…“

(Sadhu Sundar Singh)