05. Juli – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Fortsetzung

In der Tat beginnt Psalm 93 mit einem Freudenruf, der so klingt: »Der Herr ist König« (V. 1). Der Psalmist feiert das aktive Königtum Gottes, das heißt sein wirksames und heilbringendes Handeln, das die Welt erschaffen und den Menschen erlöst hat. Der Herr ist kein gleichgültiger in seinem fernen Himmel eingeschlossener Herrscher, sondern er ist mitten unter seinem Volk gegenwärtig als machtvoller Erlöser, groß in der Liebe. 

Fortsetzung folgt …

Q.: Papst Johannes-Paul II. am 03.07.2002

04. Juli – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Der Inhalt von Psalm 93, über den wir heute nachdenken, ist im wesentlichen in einigen Versen des Hymnus, den das Stundengebet montags für die Vesper anbietet, eindrucksvoll wiedergegeben: »Des Himmels Schöpfer, großer Gott, du hast das Firmament gebaut und so geschieden Flut von Flut, daß sie nicht wirr zusammenströmt. Den Wolken wiesest du die Bahn, den Flüssen zeigtest du ihr Bett; nun hemmt die Flut des Feuers Macht, damit die Erde nicht verbrennt.« 

Bevor wir den Psalm eingehender untersuchen, in dem das Bild der Wasserfluten vorherrscht, wollen wir sein Grundmotiv erfassen, die literarische Gattung, die ihn leitet. Denn dieser Psalm wird wie die nachfolgenden Psalmen 95–98 von den Bibelforschern als »Königslied« bezeichnet. Er rühmt das Reich Gottes, die Quelle des Friedens, der Wahrheit und der Liebe, das wir im Vaterunser herbeirufen, wenn wir flehentlich bitten: »Dein Reich komme!« 

Fortsetzung folgt …

Q.: Papst Johannes-Paul II. am 03.07.2002

03. Juli – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Fortsetzung vom 01.07.

In unserer heutigen Katechese sprechen wir über ein Thema, das uns alle berührt: die Bedeutung des Todes. In den Wohlstandsgesellschaften ist es schwierig geworden, über die Tatsache zu sprechen: Das Leben auf Erden hat ein Ende. Sterben macht Angst. Es besteht die Gefahr, dass der Tod in den Hintergrund gedrängt wird – sowohl im öffentlichen Leben als auch im eigenen Bewusstsein.

Die Christen hingegen fürchten das Sterben nicht. Die Gerechten müssen keine Angst davor haben, so lesen wir im Neuen Testament. Sie sind erwählt, das verheißene Reich in Besitz zu nehmen. Sie werden zur Rechten Gottes sitzen und “Gesegnete meines Vaters” heißen (vgl. Mt 25,34).

Nach dem Tod werden wir erst klar sehen, “dass der Tod vom Sieg verschlungen ist”. Wir werden ohne Angst rufen können: “Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?” (1 Kor 15,54)

Diese Rückkehr zu Gott, dem Vater, dieses große Wiedersehen im Haus des Vaters ist das Ziel, zu dem wir als Christen auf dieser Erde unterwegs sind.

(Papst Johannes Paul II. am 02. Juni 1999)

02. Juli – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Maria bei Elisabeth
[Lk. 1,39-56]

Maria aber machte sich in diesen Tagen auf und ging eilends in das Gebirge in eine Stadt Judas. Sie trat in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, da hüpfte das Kind in ihrem Leib, und Elisabeth wurde erfüllt von Heiligem Geist, erhob laut ihre Stimme und rief: »Gebenedeit bist du unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes! Woher geschieht mir dies, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Denn siehe, als der Klang deines Grußes an meine Ohren kam, hüpfte frohlockend das Kind in meinem Leibe. Selig, die geglaubt hat, dass in Erfüllung gehen wird, was ihr gesagt worden ist vom Herrn.«  Und Maria sprach: »›Hochpreist meine Seele den Herrn‹, und ›mein Geist frohlockt über Gott, meinen Heiland‹; ›er schaute gnädig herab auf die Niedrigkeit seiner Magd‹; denn siehe, von nun an werden mich seligpreisen alle Geschlechter.

›Großes tat an mir‹ der Mächtige, und ›heilig ist sein Name‹. ›Sein Erbarmen gilt von Geschlecht zu Geschlecht denen, die ihn fürchten‹. Er übte Macht aus ›mit seinem Arm‹; er ›zerstreute, die hochmütig sind in ihres Herzens Sinnen‹. ›Gewalthaber stürzte er vom Thron und erhöhte die Niedrigen‹. ›Hungrige erfüllte er mit Gütern‹, und Reiche schickte er leer von dannen. ›Er nahm sich Israels an, seines Knechtes‹, ›zu gedenken seines Erbarmens‹, wie er zu unseren Vätern sprach, für Abraham und ›seine Nachkommen auf ewig.‹« Maria blieb bei ihr etwa drei Monate und kehrte zurück in ihr Haus.

01. Juli – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Fortsetzung

Gerade diese christliche Sicht vom Tod war es, die den hl. Franz von Assisi in seinem Sonnengesang jubeln ließ: »Gepriesen seist du, mein Herr, durch unseren Bruder, den leiblichen Tod« (Sonnengesang, 13 , in : Franziskanische Quellenschriften Bd. 1, Werl 1994, S. 215). Angesichts dieser tröstlichen Perspektive versteht man die im Buch der Offenbarung gegebene Seligpreisung, gewissermaßen eine Krönung der Seligpreisungen des Evangeliums: »Selig die Toten, die im Herrn sterben, von jetzt an; ja, spricht der Geist, sie sollen ausruhen von ihren Mühen; denn ihre Werke begleiten sie« (Offb 14,13). 

Fortsetzung folgt …

(Papst Johannes Paul II. am 02. Juni 1999)

30. Juni – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Fortsetzung

Jesus »liebt uns und hat uns von unseren Sünden erlöst […]; er hat uns zu Königen gemacht und zu Priestern vor Gott, seinem Vater« (Offb 1,5-6). Sicher müssen wir durch den Tod hindurchgehen, aber nunmehr mit der Gewissheit, dem Vater zu begegnen, wenn »sich dieses Vergängliche mit Unvergänglichkeit bekleidet und dieses Sterbliche mit Unsterblichkeit« (1 Kor 15,54). Dann werden wir klar erkennen: »Verschlungen ist der Tod vom Sieg« (ebd.), und wir werden ohne Angst in die herausfordernde Frage einstimmen können: »Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?« (ebd., 15,55). 

Fortsetzung folgt …

(Papst Johannes Paul II. am 02. Juni 1999)

29. Juni – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Fortsetzung

Der Tod, den der Gläubige als Glied des mystischen Leibes erfährt, eröffnet den Weg zum Vater, der uns im Tod Christi, »Sühne für unsere Sünden« (1 Joh 4,10; vgl. Röm 5,7), in der Tat seine Liebe erwiesen hat. Wie der Katechismus der Katholischen Kirche unterstreicht, ist der Tod »für jene, die in der Gnade Christi sterben, […] ein Hineingenommenwerden in den Tod des Herrn, um auch an seiner Auferstehung teilnehmen zu können« (Nr. 1006). 

Fortsetzung folgt …

(Papst Johannes Paul II. am 02. Juni 1999)

28. Juni – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Fortsetzung

Schon in der Perspektive des Alten Testamentes mahnten die Propheten, »den Tag des Herrn« mit rechter Gesinnung zu erwarten, er würde sonst »Finsternis und nicht Licht« sein (vgl. Am 5,18.20). In der vollen Offenbarung des Neuen Testamentes wird betont, dass alle dem Gericht unterworfen sind (vgl. 1 Petr 4,5; Röm 14,10). Doch davor brauchen sich die Gerechten nicht zu fürchten, da sie als Auserwählte dazu bestimmt sind, das verheißene Erbe zu empfangen; sie werden zur Rechten Christi versammelt werden, der sie »von meinem Vater gesegnet« nennen wird (Mt 25,34; vgl. 22,14; 24,22.24). 

Fortsetzung folgt …

(Papst Johannes Paul II. am 02. Juni 1999)

27. Juni – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Fortsetzung

Die Hoffnung auf Auferstehung wird vortrefflich im zweiten Buch der Makkabäer von den sieben Brüdern und ihrer Mutter im Augenblick, da sie das Martyrium erleiden, bekräftigt. Einer von ihnen erklärt: »Vom Himmel habe ich sie [die Glieder] bekommen, und wegen seiner Gesetze achte ich nicht auf sie. Von ihm hoffe ich sie wiederzuerlangen« (2 Makk 7,11); ein anderer »sagte, als er dem Ende nahe war: Gott hat uns die Hoffnung gegeben, dass er uns wieder auferweckt. Darauf warten wir gern, wenn wir von Menschenhand sterben« (ebd., 7,14). Heroisch ermutigt die Mutter sie, mit dieser Hoffnung dem Tod entgegenzutreten (vgl. ebd., 7,29). 

Fortsetzung folgt …

(Papst Johannes Paul II. am 02. Juni 1999)

26. Juni – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Fortsetzung

Im Licht des von Jesus Vollbrachten versteht man die Haltung des Gottvaters gegenüber Leben und Tod seiner Geschöpfe. Schon der Psalmist hatte intuitiv verstanden, dass Gott seine treuen Diener im Grab nicht verlassen, noch seinen Frommen der Vergänglichkeit preisgeben kann (vgl. Ps 16,10). Jesaja weist auf eine Zukunft hin, in der Gott den Tod für immer beseitigt, »die Tränen ab[wischt] von jedem Gesicht« (Jes 25,8) und die Toten zu neuem Leben erweckt:

»Deine Toten werden leben, die Leichen stehen wieder auf; wer in der Erde liegt, wird erwachen und jubeln. Denn der Tau, den du sendest, ist ein Tau des Lichts; die Erde gibt die Toten heraus« (ebd., 26,19). Dem Tod als gleichmachender Realität für alle Lebenden wird somit das Bild von der Erde als Mutter entgegengesetzt, die sich zur Geburt eines neuen Lebewesens anschickt und die Gerechten zum Licht gebiert, denen es beschieden ist, in Gott zu leben. Für sie heißt es daher zu Recht: »In den Augen der Menschen wurden sie gestraft; doch ihre Hoffnung ist voll Unsterblichkeit« (Weish 3,4). 

Fortsetzung folgt …

(Papst Johannes Paul II. am 02. Juni 1999)