18. April – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Fortsetzung

Welches ist die Haltung der Kirche gegenüber den Formen des Atheismus und ihren ideologischen Begründungen? Die Kirche verachtet keineswegs ein ernsthaftes Studium der psychologischen und soziologischen Komponenten des religiösen Phänomens, weist jedoch die Interpretation der Religiosität als Projektion der menschlichen Psyche oder als Ergebnis soziologischer Bedingungen entschieden zurück.

Die echte religiöse Erfahrung ist in der Tat kein Ausdruck von Infantilismus, sondern eine reife und würdige Haltung der Annahme Gottes, die dem Bedürfnis nach einem umfassenden Sinn des Lebens entspricht und zur Verantwortung für eine bessere Gesellschaft verpflichtet. 

Fortsetzung folgt …

(Papst Johannes Paul II. am 14.04.1999)  

17. April – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Fortsetzung

Der Atheismus kann sogar zu einer Form von intoleranter Ideologie werden, wie die Geschichte beweist. Die letzten beiden Jahrhunderte haben Strömungen eines theoretischem Atheismus gekannt, die im Namen einer beanspruchten absoluten Autonomie des Menschen, der Natur oder der Wissenschaft Gott leugneten . Hierzu betont der Katechismus der Katholischen Kirche: »Oft basiert der Atheismus auf einer falschen Auffassung von der menschlichen Autonomie, die so weit geht, daß sie jegliche Abhängigkeit von Gott leugnet« (Nr. 2126). 

Dieser systematische Atheismus hat sich jahrzehntelang behauptet und die Illusion geliefert, dass wenn man Gott eliminierte, der Mensch sowohl in psychologischer als auch in sozialer Hinsicht freier wäre. Die wichtigsten Einwände, die vor allem gegen Gottvater vorgebracht wurden, gehen von der Auffassung aus, dass die Religion für den Menschen einen Wert kompensativer Art darstelle. Der erwachsene Mensch, der das Bild des irdischen Vaters beseitigt hat, würde in Gott das Bedürfnis nach einem vergrößerten Vater projizieren und müsse sich davon wiederum befreien, weil es den Reifeprozess des Menschen behindere. 

Fortsetzung folgt …

(Papst Johannes Paul II. am 14.04.1999)  

16. April – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Fortsetzung

Überhaupt spricht die Bibel nicht von Atheismus, sondern vielmehr von Gottlosigkeit und Götzendienst. Gottlos und ein Götzendiener ist derjenige, der dem wahren Gott eine Reihe von menschlichen Produkten vorzieht, die fälschlicherweise als göttlich, lebendig und wirktätig angesehen werden. Der Hilflosigkeit der Götzenbilder – und parallel dazu derer, die sie anfertigen – sind lange prophetische Anklagereden gewidmet. Mit dialektischer Eindringlichkeit stellen sie der Leere und dem Unvermögen der vom Menschen angefertigten Götzenbilder die Macht des wundertätigen Schöpfergottes entgegen (vgl. Jes 44,9-20; Jer 10,1-16). 

Diese Lehre erreicht ihre größte Entfaltung im Buch der Weisheit (vgl. Weish 13-15), wo sich der Weg der Gotteserkenntnis über die Werke der Schöpfung abzeichnet, auf den später der Apostel Paulus (vgl. Röm 1,18-23) wieder zurückkommt. »Atheist« zu sein bedeutet also: nicht die wahre Natur der geschaffenen Wirklichkeit zu erkennen, diese vielmehr zu verabsolutisieren und genau deshalb zu »vergöttern«, anstatt sie als Abglanz des Schöpfers und Weg, der zu ihm führt, zu betrachten. 

Fortsetzung folgt …

(Papst Johannes Paul II. am 14.04.1999)  

15. April – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Fortsetzung

Es ist nötig, sich vom Wort Gottes leiten zu lassen, um diese Situation der heutigen Welt verstehen und auf die schwerwiegenden Fragen, die sich stellen, antworten zu können.  Von der Heiligen Schrift ausgehend, wird man sogleich bemerken, dass sich darin kein Hinweis auf »theoretischen« Atheismus findet, während das Interesse darauf gerichtet ist, »praktischen« Atheismus anzuprangern.

Der Torheit bezichtigt der Psalmist diejenigen, die denken: »Es gibt keinen Gott« (Ps 14,1), und sich danach verhalten: »Sie handeln verwerflich und schnöde; da ist keiner, der Gutes tut« (ebd.). In einem anderen Psalm wird der überhebliche Frevler getadelt, der den Herrn verachtet und sagt: »Gott straft nicht, es gibt keinen Gott« (Ps 10,4). 

Fortsetzung folgt …

(Papst Johannes Paul II. am 14.04.1999)  

14. April – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Fortsetzung

Leider wird diese innigste und lebenskräftige Verbindung mit Gott, die seit dem Beginn der Geschichte durch die Schuld der Ureltern beeinträchtigt ist, vom Menschen in schwankender und widersprüchlicher Weise gelebt, bedroht durch Zweifel und oft gebrochen durch Sünde. Schließlich hat die moderne Zeit besonders verheerende Formen von »theoretischem« und »praktischem« Atheismus gekannt (vgl. Fides et ratio, 46-47). Vor allem erweist sich der »Säkularismus« verderblich mit seiner Gleichgültigkeit gegenüber den letzten Fragen und dem Glauben:

Er ist in der Tat Ausdruck eines vom Bezug zur Transzendenz völlig abgelösten Menschenbildes. Somit ist der »praktische« Atheismus bittere und konkrete Wirklichkeit. Zeigt er sich auch vor allem in den wirtschaftlich und technisch hochentwickelten Kulturen, so erfassen seine Auswirkungen doch jene Situationen und Kulturen mit, die noch am Anfang eines Entwicklungsprozesses stehen. 

Fortsetzung folgt …

(Papst Johannes Paul II. am 14.04.1999)  

13. April – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Fortsetzung

Der Weg, der die Menschen zur Erkenntnis Gottvaters führt, ist Jesus Christus, das fleischgewordene Wort, das zu uns kommt in der Macht des Heiligen Geistes.

Wie ich in den vorangegangenen Katechesen betont habe, ist eine solche Erkenntnis echt und vollkommen, wenn sie sich nicht auf ein rein verstandesmäßiges Erfassen beschränkt, sondern in lebendiger Weise die ganze Person des Menschen mit einbezieht. Dieser schuldet dem Vater eine Glaubens- und Liebesantwort aus dem Bewußtsein, daß wir, noch bevor wir erkannt haben, von Ihm schon erkannt und geliebt worden sind (vgl. Gal 4,9; 1 Kor 13,12; 1 Joh 4,19). 

Fortsetzung folgt …

(Papst Johannes Paul II. am 14.04.1999)  

12. April – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Die religiöse Ausrichtung des Menschen entspringt seiner Geschöpflichkeit, die ihn zur Sehnsucht nach Gott drängt, von dem er geschaffen ist als sein Abbild, ihm ähnlich (vgl. Gen 1,26). Das II. Vatikanische Konzil lehrt: »Ein besonderer Wesenszug der Würde des Menschen liegt in seiner Berufung zur Gemeinschaft mit Gott. Zum Dialog mit Gott ist der Mensch schon von seinem Ursprung her aufgerufen: er existiert nämlich nur, weil er, von Gott aus Liebe geschaffen, immer aus Liebe erhalten wird; und er lebt nicht voll gemäß der Wahrheit, wenn er diese Liebe nicht frei anerkennt und sich seinem Schöpfer anheimgibt« (Gaudium et spes, 19). 

Fortsetzung folgt …

(Papst Johannes Paul II. am 14.04.1999)  

11. April – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Auch heute erschallt das freudige Halleluja des Osterfestes. Der heutige Abschnitt aus dem Johannesevangelium hebt hervor, dass der Auferstandene am Abend jenes Tages den Aposteln erschien und ihnen »seine Hände und seine Seite« (Joh 20,20) zeigte, das heißt die Zeichen seiner schmerzreichen Passion, die auch nach der Auferstehung unauslöschlich in seinen Leib eingeprägt waren. Jene glorreichen Wunden, die er acht Tage später den ungläubigen Thomas berühren ließ, offenbaren die Barmherzigkeit Gottes, der die Welt so sehr geliebt hat, »dass er seinen einzigen Sohn hingab« (Joh 3,16).

Dieses Geheimnis der Liebe steht im Mittelpunkt der heutigen Liturgie des Weißen Sonntags, an dem wir die Göttliche Barmherzigkeit verehren.

2. Die Menschheit scheint zuweilen verirrt und von der Macht des Bösen, des Egoismus und der Angst beherrscht zu sein. Ihr schenkt der auferstandene Herr seine Liebe, die vergibt, versöhnt und die Gedanken wieder der Hoffnung öffnet, eine Liebe, die die Herzen bekehrt und Frieden schenkt. Wie sehr hat es unsere Welt doch nötig, die Göttliche Barmherzigkeit zu verstehen und anzunehmen!

Herr, durch deinen Tod und deine Auferstehung offenbarst du die Liebe des Vaters. Wir glauben an dich und rufen dir heute erneut vertrauensvoll zu: Jesus, ich vertraue auf dich, hab Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt.

(Auszug der Worte, die Papst Johannes-Paul II. noch verfasst hatte zum Barmherzigkeitssonntag 2005)

10. April – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Weil die Taufe in Christus und in seinen Leib, die Kirche, eingliedert, ist sie auch ein wichtiger Anknüpfungspunkt für die Ökumene. Denn das gültig gespendete Sakrament macht alle Getauften, gleich welcher Konfession sie angehören, zu Brüdern und Schwestern im Herrn.

Fast zweitausend Jahre nach dem ersten Kommen Christi zeigen die Christen sich der Welt zwar nicht in der von Ihm gewünschten vollen Einheit. Aber wir dürfen Eines nicht vergessen: Was uns verbindet, ist sehr groß. Wir dürfen nicht nachlassen, auf allen Ebenen den Dialog über die Lehre fortzuführen, uns für die gegenseitige Zusammenarbeit zu öffnen und besonders die geistliche Ökumene des Gebetes und des Strebens nach Heiligkeit zu fördern.

(Papst Johannes Paul II. am 15. April 1998)

09. April – Worte vom hl. Papst Johannes Paul II.

Die heutige Audienz in der Osterwoche lädt dazu ein, die Taufe zu betrachten. Mit der Taufe wird der Mensch in das Geheimnis von Christi Tod und Auferstehung hineingenommen. Die Taufe ist wesentlich für die christliche Gemeinschaft. So beschreibt es bereits der Epheserbrief: „Ein Leib und ein Geist, wie euch durch eure Berufung auch eine gemeinsame Hoffnung gegeben ist; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist“ (Eph 4, 4-6).

(Papst Johannes Paul II. am 15. April 1998)