24. November

Fortsetzung
»Christus, Alpha und Omega«: So lautet der Titel des Abschnitts, der den ersten Teil der Pastoralkonstitution Gaudium et spes des II. Vatikanischen Konzils beschließt, die vor 40 Jahren verabschiedet wurde.

In diesem bemerkenswerten Textabschnitt, der einige Worte des Dieners Gottes Papst Pauls VI. wieder aufnimmt, lesen wir: »Der Herr ist das Ziel der menschlichen Geschichte, der Punkt, auf den hin alle Bestrebungen der Geschichte und der Kultur konvergieren, der Mittelpunkt der Menschheit, die Freude aller Herzen und die Erfüllung ihrer Sehnsüchte.« Und weiter: »Von seinem Geist belebt und geeint, schreiten wir der Vollendung der menschlichen Geschichte entgegen, die mit dem Plan seiner Liebe zusammenfällt: ›in Christus alles zu vereinen, alles, was im Himmel und auf Erden ist‹ (Eph 1,10)« (Gaudium et spes, 45). Im Lichte der zentralen Stellung Christi interpretiert die Konstitution Gaudium et spes die Situation des zeitgenössischen Menschen, seine Berufung und Würde wie auch seine verschiedenen Lebensbereiche: Familie, Kultur, Wirtschaft, Politik, internationale Gemeinschaft. Das ist der Auftrag der Kirche gestern, heute und in Ewigkeit: Christus verkünden und bezeugen, damit der Mensch, jeder Mensch, seine Berufung in Fülle verwirklichen kann.

Fortsetzung folgt

Papst Benedikt XVI. am 20. November 2005

23. November

Heute, am letzten Sonntag im Kirchenjahr, feiern wir das Christkönigsfest. Seit der Verkündigung seiner Geburt wird der eingeborene Sohn des Vaters, geboren von der Jungfrau Maria, als »König« im messianischen Sinn bezeichnet, das heißt als Erbe des Thrones Davids gemäß den Verheißungen der Propheten, für ein Reich, das kein Ende haben wird (vgl. Lk 1,32–33). Das Königtum Christi blieb völlig verborgen, und er führte bis zum Alter von 30 Jahren ein einfaches Leben in Nazareth. Dann, während seines öffentlichen Wirkens, gründete Jesus das neue Reich, das »nicht von dieser Welt ist« (vgl. Joh 18,36), und schließlich verwirklichte er es in Fülle durch seinen Tod und seine Auferstehung.

Als der Auferstandene den Aposteln erschien, sagte er: »Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde« (Mt 28,18). Diese Macht geht hervor aus der Liebe, die Gott im Opfertod seines Sohnes vollkommen offenbart hat. Das Reich Christi ist ein Geschenk, das den Menschen aller Zeiten angeboten wird, damit jeder, der an das menschgewordene Wort glaubt, »nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat« (Joh 3,16). Deshalb verkündet Er im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung des Johannes: »Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende« (Offb 22,13).

Fortsetzung folgt

Papst Benedikt XVI. am 20. November 2005

22. November

Der hl. Hieronymus mag uns allen in seinem Ringen, das oft nicht leicht war – er hatte ein schwieriges und wildes Temperament – ein Vorbild sein und uns ermutigen im beständigen Gebet, im Hören auf Gottes Wort, im Ringen mit Gottes Wort und im Ringen mit uns selbst, den rechten Weg zu finden. Der Herr unseres Lebens schenke euch seinen Frieden und geleite euch auf allen euren Wegen.

Papst Benedikt XVI. am 14. November 2007

21. November

Die denkerische Bemühung der Theologie wie auch der persönliche Einsatz für ein tugendhaftes Leben helfen uns bei der Betrachtung der Geheimnisse des Glaubens. Wenn der Blick des reinen Herzens auf Gott ruht, können wir aus ihm die Freude und die Kraft schöpfen, die wir brauchen, um nach dem Vorbild der göttlichen Personen nicht mehr nur mit dem anderen, sondern für den anderen und im anderen zu leben.

Papst Benedikt XVI. am 25. November 2009

20. November

Die Jungfrau Maria ist vollkommenes Beispiel dessen, der sich im Vertrauen auf Gott ganz hinschenkt; mit diesem Glauben sprach sie zum Engel ihr »Hier bin ich« und nahm den Willen des Herrn an. Maria helfe in diesem Jahr des Glaubens auch einem jeden von uns, das Vertrauen in Gott und sein Wort zu stärken.

Papst Benedikt XVI. am 11. November 2012

19. November

Die Zeit hat ein Ziel. Und wir wollen das richtige Ziel finden. Dazu lädt der Herr uns ein, wenn er sagt, wir sollen wachen und beten, damit wir einst hintreten können vor den Menschensohn (vgl. Lk 21,36). Möge der Herr stets unser Ziel sein in der Freude und Hoffnung auf „das Große, das er denen bereitet hat, die ihn lieben“ (1Kor 2,9).

Papst Benedikt XVI. am 18. November 2012

18. November

Das zu Ende gehende Kirchenjahr lädt uns ein, Bilanz zu ziehen und zu bedenken, ob das, was wir tun, vor dem Angesicht Gottes Bestand haben kann. Bitten wir Gott um die Gnade, seinem Willen stets zu entsprechen, und um die Kraft, seine Liebe an den Mitmenschen konkret werden zu lassen.

Papst Benedikt XVI. am 18. November 2007

17. November

Liebe Freunde, auch in unseren Zeiten fehlt es nicht an Naturkatastrophen und leider auch nicht an Kriegen und Gewalttaten. Auch heute bedürfen wir eines sicheren Fundaments für unser Leben und für unsere Hoffnung, und dies um so mehr aufgrund des Relativismus, von dem wir umgeben sind. Die Jungfrau Maria helfe uns, dieses Zentrum in der Person Christi und in seinem Wort anzunehmen.

Papst Benedikt XVI. am 18. November 2012

16. November

In der christlichen Tradition heißt der Sonntag, der erste Tag der Woche, an dem Christus von den Toten auferstanden ist, der Tag des Herrn. Jesus Christus gebührt besonders an diesem Tag unser Lob und Dank. Die Mitfeier der Eucharistie ist daher für uns der Höhepunkt eines jeden Sonntags. Und dieser Gottesdienst ist zugleich Gottesgeschenk: Er bringt uns durch die Gemeinschaft mit Jesus Christus Segen und Heil. Der Herr begleite euch alle an diesem Sonntag und in der neuen Woche!

Papst Benedikt XVI. am 12. November 2006

15. November

Wir sind in den letzten beiden Wochen des Kirchenjahres angelangt. Danken wir dem Herrn, der es uns gewährt hat, ein weiteres Mal diesen alten und stets neuen Weg des Glaubens in der großen geistlichen Familie der Kirche zurückzulegen!

Er ist ein unschätzbares Geschenk, das es uns gestattet, in der Geschichte das Geheimnis Christi zu leben und so in den Furchen unseres persönlichen und gemeinschaftlichen Daseins den Samen des Wortes Gottes zu empfangen, den Samen der Ewigkeit, der diese Welt von innen heraus verwandelt und sie auf das Himmelreich hin öffnet. 

Papst Benedikt XVI. am 15. November 2009